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Autor Thema: [Clara/Quilene] Unser kleines Geschichtsbüchlein  (Gelesen 3519 mal)
Quilene
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Beiträge: 46.956


Rise from oblivion - Initiate the grand corrosion


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« am: 09. Oktober 2008, 17:08:07 »

Die Geschichte von der Liebe und dem Wahnsinn.

Eines Tages entschloss sich der Wahnsinn, seine Freunde zu eine Fest
einzuladen.

Als sie alle beisammen waren, schlug die Lust vor, Verstecken zu
spielen.

"Verstecken? Was ist das?"

fragte die Unwissenheit.

"Verstecken ist ein Spiel: einer zählt bis 100, der Rest versteckt sich
und wird dann gesucht."


erklärte die Schlauheit. Alle willigten ein bis auf die Furcht und die Faulheit. Der Wahnsinn war wahnsinnig begeistert und erklärte sich bereit zu zählen. Das Durcheinander begann, denn jeder lief durch den Garten auf der Suche nach einem guten Versteck. Die Sicherheit lief ins Nachbarhaus auf den Dachboden, man weiß ja nie. Die Sorglosigkeit wählte das Erdbeerbeet. Die Traurigkeit weinte einfach so drauf los. Die Verzweiflung auch, denn sie wusste nicht, ob es besser war sich hinter oder vor der Mauer zu verstecken.

"...98,99,100!""

zählte der Wahnsinn.

"Ich komme euch jetzt suchen!"

Die erste, die gefunden wurde, war die Neugier, denn sie wollte wissen, wer als erster geschnappt wird und lehnte sich zu weit heraus aus ihrem Versteck. Auch die Freude wurde schnell gefunden, denn man konnte ihr Kichern
nicht überhören. Mit der Zeit fand der Wahnsinn all seine Freunde und selbst die Sicherheit war wieder da.
Doch dann fragte die Skepsis:

"Wo ist denn die Liebe?"

Alle zuckten mit der Schulter, denn keiner hatte sie gesehen. Also gingen sie suchen. Sie schauten unter Steinen, hinterm Regenbogen und auf den Bäumen. Der Wahnsinn suchte in einem dornigen Gebüsch mit Hilfe eines Stöckchens. Und plötzlich gab es einen Schrei! Es war die Liebe. Der Wahnsinn hatte ihr aus Versehen das Auge rausgepiekst. Er bat um Vergebung, flehte um Verzeihung und bot der Liebe an, sie für immer zu begleiten und ihre Sehkraft zu werden.

Die Liebe akzeptierte diese Entschuldigung natürlich.
Seitdem ist die Liebe blind und wird zumeist vom Wahnsinn begleitet...
Gespeichert

Elyrien - Die Königsblut Saga


Dorn von Donnerfurt
Ich werde die tests bestehen die mir das Leben stellt,
weitergehen, suchen nach dem, was mich am Leben hält,
bin damit nicht allein und werd' es nie mehr sein.

Rauvyl Rilynarn
Hatte den Willen meine Sinne zu verlieren,
zumindest alles zu probieren, diesen Fall zu riskieren,
hatte Grenzen getestet und lieben gelernt,
meine Ziele erreicht und mich von ihnen entfernt.
Eyla
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« Antworten #1 am: 09. November 2008, 00:08:17 »


Die Gedanken sind frei

Die Gedanken sind frei
wer kann sie erraten?
Sie fliehen vorbei
wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen,
kein Jäger erschießen
mit Pulver und Blei:
Die Gedanken sind frei!

Ich denke, was ich will
und was mich beglücket,
doch alles in der Still’
und wie es sich schicket.
Mein Wunsch und Begehren
kann niemand verwehren,
es bleibet dabei:
Die Gedanken sind frei!

Und sperrt man mich ein
im finsteren Kerker,
das alles sind rein
vergebliche Werke.
Denn meine Gedanken
zerreißen die Schranken
und Mauern entzwei:
Die Gedanken sind frei!

Drum will ich auf immer
den Sorgen entsagen
und will mich auch nimmer
mit Grillen mehr plagen.
Man kann ja im Herzen
stets lachen und scherzen
und denken dabei:
Die Gedanken sind frei!
Gespeichert

Clara Dämmerlicht - Lichtrichter, Schneider
Edelmuth Dotterblume - Bestaussehendster und begabtester Barde ganz Seldarias
Hadush - Der Brüller
Kendra Lena Tonja Glitzer-Funkelstein-Schwuebbelitz - Erfinderin
Remi Rutenschwinger - Heckenschneider, Liga der Außergewöhnlichen Brunftkreisler
Sarah Goldmond - Schwarze Münze, Stadtverwaltung
Ther'lanna Coral'sha - Jung und naiv
Waltraud "Trudi" Steinbrecher - Baronin von Hammerhütte, Tempelgarde

Erforsche, kämpfe, lebe
Spiele eine Rolle in einer Fantasy-Welt und schreibe Geschichte.
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Quilene
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Rise from oblivion - Initiate the grand corrosion


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« Antworten #2 am: 09. November 2008, 12:48:23 »

Es war zu der Zeit, als Corellon Larethian, der Schöpfer der Elfen, seine Kriege mit Gruumsh, dem Schöpfer der Orks, ausfechtete. Es waren lange, harte Kämpfe, und doch konnte Corellon ihn immer für sich entscheiden, egal welche List, egal welche Falle Gruumsh ihm stellte.

An seiner Seite war seine Frau, sein geliebtes Weib, die Weberin des Schicksals der Elfen. Sie war eine dunkle Schönheit, mit weißem Haar und schwarzer Haut, mit Augen wie Rubine... sie war einzigartig unter den Seldarine, denn außer ihr teilten niemand dieses Aussehen, wenn man von den beiden Kindern absah, die sie ihrem Mann schenkte, Zwillinge, mit den Namen Eilistraee und Vhaeraun. Während Vhaeraun sehr nach seiner Mutter kam, sowohl vom Wesen, als auch von äußeren, war Eilistraee anders. Obwohl sie sehr jung war, war sie von sehr großer, schlanker Gestalt, und überragte ihre Mutter um einen Kopf. Vom Gemüt her war sie schon immer sehr wankelmütig, wie der Mond einmal fröhlich und ausgelassen im Tanze, dann wieder ernsthaft und kühl bei der Jagd, und dann wiederum mit düsteren Vorahnungen und Visionen über die Zukunft. Sie war eine geborene Jägerin, und es hieß nicht zu unrecht, dass niemals ein Pfeil fehlging, der Eilistraees Sehne verließ. Kaum jemand vermochte leiser sich bewegen als sie, und kaum jemand vermochte fröhlicher zu lachen, als sie es tat. Und doch war ihr Bestreben das selbe, wie das eines jeden jungen Mädchens: Sie wollte vor allem von ihrem Vater geliebt werden, und tat alles für ihm. Wie ihrer Mutter Haut war sie schwarz wie poliertes Obsidian, doch ihre Augen und ihr Haar schimmerten silbern im Mondlicht.

Ihre Mutter konnte diese Augen nicht ausstehen, denn sie erinnerten sie immer an die Augen von Sehanine Mondbogen, die Göttin des Mondes und der Mystik. Und jene konnte sie nicht ausstehen, denn es war sie, die Corellon Larethian immer in sein Ohr wisperte, und von der sie glaubte, sie wollte ihr ihren Mann abspenstig machen. Doch noch viel weniger konnte die ihren Mann selbst leiden. Sie selbst war es, so dachte sie, die die Herrschaft über die Elfen besitzen sollte. Denn nur sie war in der Lage, die Elfen auf die Gefahren vorzubereiten, die da kamen. Und vor allem war sie Eifersüchtig auf die Macht, die Corellon Larethian hatte, die Macht, und das Ansehen. Sie hatte gehofft, dass sie eben solche Macht und eben solches Ansehen bekommen würde, wenn sie sein Weib werden würde, doch das, was sie bekam, genügte ihr nicht mehr. Sie wollte mehr, als nur die Frau an seiner Seite sein. Sie wollte nicht länger nur sein Spielzeug sein, so dachte sie, sondern wollte, dass alle anderen ihr Spielzeug waren... und so versuchte sie, ihren Mann und Schöpfer aller Elfen zu töten, um seinen Platz einzunehmen. Doch immer wieder und wieder wurden ihre Pläne durchkreuzt von Sehanine, ihrer ewigen Konkurrentin, auch wenn jene nicht beweisen konnte, dass sie dahinter steckte.

So zerbrach sie die Klinge von Corellon Larethian, indem sie seine Schwertscheide verfluchte, kurz vor einem Kampf gegen Gruumsh. Sie hetzte den Bestienlord Malar auf ihn, doch auch er konnte den Schöpfer nicht vernichten, auch wenn er der beste Jäger war. Ein Plan nach dem anderen schlug fehl... und so sponn sie eine letzte, weit gefasste Intrige. Mit den weichen Stiefeln Eilistraees schlich sie sich hinaus in die Nacht, und nahm Kontakt auf zu allen Feinden der Seldarine... Malar, Gruumsh, Kurtulmak, Gott der Kobolde, den Göttern der Oger, Riesen, und vielen vielen anderen... und sammelte sie, schloss Bündnisse mit ihnen, und vereinigte sie in ihrem Hass auf das Elfenpantheon der Seldarine.

Dann legte sie noch Hand an, an die Pfeile im Köcher Eilistraees, und verfluchte einen ihrer Pfeile. Und damit Sehanine ihr nicht schon wieder in die Quere kam, gab sie ihrem Sohn Vhaeraun den Auftrag, bis zum Neumond abzuwarten, um die deswegen geschwächte Mondgöttig dann in die tiefsten Tiefen des Unterreiches zu verschleppen, eingesponnen in einem Spinnennetzkokon, auf dass auf gar keinen Fall ein wenig Mondlicht sie erreichen vermochte, und sie sich auf keinen Fall befreien konnte. Und ihr Sohn stimmte zu, war er doch nicht anders als seine Mutter, und wollte ebenso mehr Macht durch Verrat und Mord erreichen wie sie. Und so geschah es dann auch...

Eilistraee war zu dieser Zeit in den Wäldern rund um Arvandor, denn es fehlte noch immer die Scheide des Schwertes ihres Vaters, ein Geschenk und sie hatte sich in den Kopf gesetzt, dass sie dieses finden wollte in den gewaltigen Wäldern, um es ihm zu schenken. Und tatsächlich fand die das Schmuckstück... als sie etwas ungewöhnliches bemerkte. Und zwar eine Horde von Kobold und Goblingöttern, die unter dem Baum her streunerten, auf dem sie saß...

Die junge Eilistraee wusste sofort... eine so große Gruppe von Feinden, so nah an Arvandor, das konnte nicht mit rechten Dingen zugehen. Und so erkletterte sie den höchsten der Bäume, um sich so einen Überblick zu verschaffen. Und so entdeckte sie die große Horde, unter der der Boden bebte. Hunderte von Wesen, alles Götter ihrer Völker, marschierten auf Arvandor zu. Dieses Bündnis, bekannt als die "Anti-Seldarine", war geschaffen, um die Seldarine zu vertreiben und zu verjagen... eine beachtliche Macht, aber eigentlich nicht in der Lage, die magische Verteidigungen Arvandors zu durchbrechen, da die meisten nur mindere Gottheiten waren. Und doch machte Eilistraee sich zu recht Sorgen, und eilte zurück mit leisen Sohlen. Und tatsächlich war ihr das Glück hold, so schien es ihr, denn auf dem Weg zurück fand sie die Schwertscheide aus gewebten Netz von ihrer Mutter, und so war sie trotz der Bedrohung frohen Mutes, als sie ihrem Vater gegenübertrat.

Ein wenig später war ein großer Aufruhr in Arvandor, und es wurden alle Seldarine zusammengerufen. Doch nicht sie alleine, nein auch die Feengötter marschierten auf, die Zentaurengötter, die Faune, die Dryaden und Nymphen und Treants. Dank Eilistraees Warnung konnten die Seldarine sich vorbereiten, und anstatt einen überraschten Haufen vorzufinden, sahen sich die Anti-Seldarine einer schlagkräftigen und bereiten Armee gegenüber. Allen voran war da Aedrie Faenya, die Wetter und Windgöttin, die in Gestalt einer wunderschönen Elfe mit Flügeln und einem Unterleib aus Luft und Wind sich den Göttern der Anti-Seldarine entgegenstellte, und warf ihnen einen Sturm zu, der sie hinwegfegen sollte... die Armee wich zurück vor dem Zorn der Göttin, und drohte schon sich bei der ersten Schwierigkeit aufzulösen, doch da trat aus ihren Reihen Auril hervor, die Göttin von Sturm und Eis.Die Frostmaid war sie gerufen, und ihrerseits warf sie ihren Wind gegen Aedrie... die beiden Göttinnen stürmten dann aufeinander zu, und flogen hoch in die Luft, wo sie aus den Augen der anderen Kämpfer verschwanden, um ihren eigenen Kampf auszutragen.

Der Rest der Anti-Seldarine stürmte dann auf die Seldarine zu, an deren Spitze Corellon Larethian, und an seiner Seite seine Tochter Eilistraee, dich so tapfer ihm seine Scheide zurückbrachte, und die Seldarine warnte vor der Gefahr. Der Schöpfer der Elfen beobachtete gespannt, wie die Horde gegen die Schutzzauber Arvandors zustürmte... und hindurchschlüpfte, als ob nichts gewesen wäre. Ein Stich, wie ihn ein Dolch nicht besser vollführen konnte traf sein Herz, denn dies konnte nur eines Bedeuten... es gab einen Verräter unter den Seldarine. Sehanine Mondbogen hatte dies einmal angedeutet... und wie er so darüber nachdachte, fiel ihm auch auf, dass sie nicht anwesend war. Doch dann konzentrierte er sich auf das Wesentliche... die Horde von Feinden direkt vor ihm, denn noch immer war er ein Gott des Krieges, und nicht der Intrigen. Und so stürmte er dann mit einem Kriegsruf auf den Lippen auf die Feinde zu... rasch prallten Klinge auf Klinge, und Klinge auf Fleisch, und rasch verlor er seine tapfere Tochter aus dem Auge, war sie doch seinem Tempo nicht gewachsen. Doch recht bald fand er heraus, dass seine Feinde immer wieder von schwarz gefiederten Pfeilen getroffen wurden, und dann zu Boden sanken. Als er sich umblickte, entdeckte er seine Tochter mit grimmigen Blick in einem der Bäume sitzen, und mit ihrem Bogen auf die Feinde schoss.

Der Kampf dauerte bis tief in die Nacht hinein... und viele Opfer gab es. Doch am Ende blieben die Seldarine siegreich. Nur noch verstreut gab es Kämpfe, und Corellon wusste, dass der Sieg nahe war. Dann spürte er auf einmal eine Präsenz des Bösen unter sich... Ghaunadaur, der Gott des Elementares Bösen, Herr der Schleime, auch genannt das Ältere Auge, ein Gott von solcher Bösartigkeit, dass er nur irgendwo eingriff oder erschien, wenn wirklich finstere Mächte am Werk waren. Er hatte die Gestalt von klebrigen Schleim angenommen, und begann Corellons Beine einzuschliessen, und ihn so bewegungsunfähig zu machen. Er wollte sich wehren, mit seiner Klinge nach ihm hieben, doch die Präsenz des reinen Bösen lähmte ihn noch mehr, als es der Schleim selbst hätte vollbringen können. Ein Ogergott, der sah, wie der Schöpfer der Elfen hilflos dort stand, stürmte auf ihn zu, um ihn mit seiner Keule zu zerquetschen. Doch Eilistraee, die dies sah von ihrem Baum aus, legte sofort auf den Ogergott an, und feuerte einen Pfeil nach den nächsten auf ihn ab. Und das war der Moment, in dem der Plan von der verräterischen Gefährtin des Schöpfers wirklich aufging, denn mit der verfluchten Schwertscheide und den von ihr berührten Pfeilen Eilistraees geschah das Unmögliche... und der letzte Pfeil, den sie auf den Ogergott schoss, traf Corellon Larethian selbst und durchschlug sein Panzerhemd. Er blickte sich noch einmal um, und das letzte, was er sah, bevor alles schwarz wurde um ihn war das geschockte Gesicht seiner eigenen Tochter.

Aedrie Faenya, die gerade ihren Kampf mit Auril beendet hatte, kam zurück aus den Wolken, um zu sehen, wie die anderen den Kampf überstanden hatten... gerade rechtzeitig, um zu sehen, wie Eilistraee ihren Pfeil abfeuerte und Corellon Larethian traf. Außer sich vor Wut über diesen Verrat schrie sie auf, und mit diesem Schrei traf ein Windsturm, der Auril alle Ehre gemacht hätte die junge Eilistraee, warf sie vom Baum herunter, und ließ sie einige Schritt weit über den Boden rollen.

Dann eilte sie zu Corellon, so wie viele andere auch, um nach ihm zu sehen. Auch seine verräterische Gefährtin, die von allen durchgelassen wurde, eilte zu ihrem geliebten, gefallenen Mann, und setzte eine Trauermiene auf. Doch dann trat Hanali Celanil, die Göttin der Liebe und der schönen Künste zu ihr, und sprach:

"Er ist nicht tot. Er lebt noch!"

Empört erwiderte die Verräterin:

"Spotte meiner nicht, mein Gemahl ist von uns gegangen!"

"Nein, es ist noch Leben in ihm, siehst du es denn nicht...?"


Und so schob sie die Verräterin fort von dem Schöpfer, und sie kniete sich neben ihn. Das Kettenhemd teilte sich unter ihren Händen wie von selbst.

"Seht... es ist, wie ich mir dachte. Eilistraee hat Oger gejagt, keine so kleinen Ziele wie ihren Vater. Schaut, der Pfeil war zu dick, und konnte seine Rippen nicht durchdringen. Seht, er steckt noch fest. Noch ist nichts zu spät!"

Und tatsächlich schien es so zu sein, wie Hanali sagte. Doch auch hier hatte die Verräterin vorgesorgt. Sie holte eine Phiole hervor, und erklärte, es wäre heilendes Wasser, gesammelt in den Wäldern um Arvandor herum. In Wirklichkeit war es allerdings ein heimtückisches Gift, welches den Lebenswillen ihres Gemahls ersticken sollte. Nicht sofort, und nicht ausreichend, um sein Leben zu beenden, doch genug, um ihn nicht erwachen zu lassen. Und ihn damit, in Verbindung mit weiteren Dosen, immer tiefer ins Koma zu schicken. Schon wollte sie das Gift ihrem Gemahl an die Lippen setzen, als ein Strahl reinem Mondlichts sie traf, und sie fortschleuderte. Es war Sehanine Mondbogen, in voller Macht im Mondlicht.

"Du hast genug angerichtet, verräterisches Weib! Deine Schändlichen Taten haben nun ein Ende."

Donnerte die Stimme Sehanines.

"Sehanine! Du Idiot! Zu früh! Sie ist zu früh! Noch einen Tag mehr, und ich hätte genug Macht inne gehabt, dass selbst sie nicht hätte bestehen können!"

brüllte die Verräterin, und sah wutentbrannt zu ihrem Sohn Vhaeraun.

"Es reicht... deine Worte werfen viele Fragen auf. Du wirst dich vor dem Rat verantworten müssen."

Sprach dann Hanali.

"Und wer soll diesen Rat einberufen...? Corellon Larethian ist nicht imstande dazu, und niemand hier kommt in Macht ihm gleich. Er ist der einzige, der den Rat einberufen kann. Los... weckt ihn doch, wenn ihr könnt..."

Höhnte die Verräterin dann. Und wie zur Antwort flankierten Aedrie und Sehanine Hanali, und sie alle drei verschmolzen zu einer einzigen Gestalt. Und die Verräterin wich zurück, in dem Wissen, dass sie ihrer Nachfolgerin gegenüber stand.

"Ich bin Angharradh. Aus der Essenz der drei mächtigsten Göttinnen der Elfen bin ich geboren. Ich bin drei, und doch eins. Drei, um dafür zu sorgen, dass Verrat nie wieder seinen Weg in das Herz Arvandors findet. Eine, um an Coreleons Seite zu stehen."

Und so berührte die neu geborene Göttin den Schöpfer zuerst an der Stirn, dann an der Brust, und die Wunde schloss sich, sogar die dunkle Aura um ihn herum verschwand. Er blinzelte, und öffnete die Augen, doch der Blick lag nicht auf Angharradh, sondern auf seiner verräterischen Gemahlin. Und er sprach mit schwacher Stimme:

"Ein großes Übel ist in unser Herz geschlichen. Es wird Zeit, dass wir uns dem annehmen. Der Rat sei einberufen. Ein jeder, der sprechen will, mag vortreten, und die Wahrheit verkünden."

Und so trat Sehanine vor, und berichtete von dem, was sie sah. Wie sie sah, dass die Verräterin die Scheide verfluchte, so dass Correllons Klinge im Kampf gegen Gruumsh zerbrach. Davon, wie sie die Verräterin mit ihren Beobachtungen konfrontierte, und dann überwältigt wurde, und von Vhaeraun verschleppt. Und wie sich sich aus dem Gefängnis befreite, und was sie dafür zahlen musste.

Und so fragte Corellon die Seldarine, welches Urteil sie fällen wollten, bei all diesen Worten. Und wie aus einem Mund kamen die Worte:

"Verbannung!"

Und voller Trauer sah der Schöpfer dann zu seiner geliebten Frau.

"Warum...? Warum hast du dies getan...? Was hast du dir davon erhofft? Wenn es dir an etwas gefehlt hätte, so hätte ich es dir doch freiwillig gegeben..."

Doch diese fauchte nur zurück:

"Gegeben! Exakt das ist es! Gegeben! Wahre Macht bekommt man nicht geschenkt, sondern man holt sie sich! Du hast mich behandelt, wie ein kleines etwas, was behütet und bewahrt wird, was man herumzeigt, und damit angibt!"

Und er schüttelte den Kopf.

"Nein, das ist nicht wahr. Ich würde dir niemals so etwas antun. Ich habe dich geliebt."

Und sie zischte ihm entgegen.

"Und du wirst den Tag erleben, an dem du dies bereuen wirst."

Verständnislos bei all dem Hass, der ihm entgegen schlug, wand er sich traurigseinem Sohn zu.

"Und du, Vhaeraun, mein Sohn. Auch wenn du ebenso mich verraten hast, so hast du doch nur das getan, was deine Mutter von dir wollte. Darum ist dein Schicksal ein anderes. Du bist Jung... und unerfahren. Dennoch hat dein Pfad dich zum Bösen geführt. Und so musst auch du Arvandor verlassen, und außerhalb der Gemeinschaft der Seldarine die deine Anhänger suchen."

Und sein Sohn zischte:

"Nicht alleine! Eilistraee, meine Schwester, sie plante mit uns zusammen!"

Bestürzt meinte Sehanine:

"Dieses Mädchen...? Ich kann mir nicht vorstellen..."

Doch Aedrie unterbrach sie.

"Du warst nicht dabei! Sie hat den Pfeil auf Corellon geschossen, der ihn niederstreckte! Und noch nie ist ihr Pfeil fehl gegangen!"

Und so wurde das junge Mädchen geholt, und notdürftig geheilt, auf dass sie sprechen konnte. Sie begann sofort zu schluchzen, als ihr wieder klar wurde, was passiert war, doch ihr Vater beruhigte sie. Ein Blick in ihre silbernen, mit Tränen gefüllten Augen zeigte ihm sofort, dass sie keine Schuld traf.

"Was wird mit meiner Mutter und meinem Bruder passieren...?"

Fragte sie schwach.

"Sie werden beide verbannt, ein jeder dorthin, wo sie es verdient haben."

Und ernst nickte das Mädchen.

"Ich werde mit meinem Bruder gehen. Es muss sein. Ich bin jung, und meine Macht ist gering, aber manchmal sehe ich die Dinge, die da kommen werden. Auf eine Art und Weise werde ich das Gleichgewicht herstellen. Das ist alles, was ich sehe."

Und der Schöpfer wurde von einer Traurigkeit getroffen, die man sich kaum vorstellen kann. Doch er war auch stolz auf seine Tochter, und dem, was sie tat. Und so ließ er sie ziehen mit ihrem Bruder.

Ihre Mutter jedoch, wurde verbannt in den Abgrund, und sie wurde verwandelt in eine Tanar'ri, eine Dämonin. Und dort, im Abgrund, nahm sie einen neuen Namen an. Von diesem Tag an, ward sie Lolth genannt, und sollte mit ihren Intrigen für den Niedergang eines ganzen Volkes sorgen, so wie dafür, dass viele andere Völker leiden mussten. Doch dies... ist eine andere Geschichte...
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Elyrien - Die Königsblut Saga


Dorn von Donnerfurt
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bin damit nicht allein und werd' es nie mehr sein.

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« Antworten #3 am: 05. Januar 2009, 00:30:41 »

Die Tage vor der Schlacht

Schon seit Tagen lag etwas in der Luft, eine Andeutung eines Übels, die einem auf beklemmende Weise den Atem zu nehmen schien. Etwas braute sich zusammen über dem Südwald. Die finsteren Gestalten der Nekromanten waren nichtmehr alleine, dunkle Schatten, modriges Fleisch und bleiche Knochen begannen, sich zu erheben.

Augen und Ohren überall durch Südwald huschend sahen das Geschehen, Warnungen wurden überbracht, Verteidiger bezogen Stellung, denn das Böse regte sich und schien von Stunde zu Stunde an Stärke zu gewinnen.

Ein Bote erschien, ein Leutnant der schwarzen Legion, so mochte man wohl sagen, er überbrachte die Aufforderung zur Kapitulation, doch war jene Forderung wohl nur ein übler Scherz, gedacht, die Moral der Verteidiger zu erschüttern.

Die Stunde des Sturmes kam, Welle um Welle brachen sich modrige Knochen an den Palisaden Brokscals. Aus Dunkelheit, die sich zwischen den Bäumen als schwarzer Dunst ausbreitete, kroch totes Fleisch hervor, erfüllt von unheiligem Leben. Manch Brokscaler Bürger oder Soldat der Hoariten mochten die Züge des einen oder anderen Feindes auf grausige Weise vertraut erscheinen, doch verhüllte gnädiger Weise die Dunkelheit die schrecklichsten Details.

Doch hatten die Verteidiger das Südtor magisch versiegelt und so konnte kein finsteres Wesen es durchbrechen. Ein Geist wurde entsandt, das Tor aufzubrechen, doch auch ihm hielt es stand. Als danach selbst die machtvollste Waffe der Nekromanten, ein Konstrukt aus Knochen, nicht durchbrechen konnte, zog sich die schwarze Legion wieder zurück.

Man mochte es für eine Falle halten - vielleicht war die trügerische Stille das auch. Denn während die Verteidiger einen Ausfall ersonnen, marschierte in dunkler Grabesstille totes Fleisch und morsche Knochen durch den Wald, um Brokscal zu umrunden.

Die Verteidiger kamen unterdessen gut voran durch den Wald südlich von Brokscal. Kein Feind stellte sich ihnen entgegen und es war nicht schwer, der Spur der Verwüstung zu folgen, die der Golem hinterlassen hatte. Schließlich trafen sie auf das Konstrukt und seinen dunklen Herrn, welcher sich ihnen an der Seite des Konstruktes zum Kampfe stellte.

Ein schrecklicher Kampf entbrannte, des schwarzen Feldherrn Klinge schnitt durch Stahl und Fleisch, löschte Leben aus, während an seiner Seite der gräßliche Diener, dem Befehl seines Herrn stets folgend, Vernichtung brachte.

Die Streiter des Lichtes lenkten ihre Aufmerksamkeit rasch auf den finsteren Streiter und während zwergische Krieger in erster Reihe kämpften, brach ein Kaskade göttlicher Macht über den schwarzen Feldherrn herein. Blitze zuckten vom Himmel herab und gleißendes Licht brandete über ihn hinweg.

Niedergeworfen von der göttlichen Kraft ging der Streiter der Finsternis zu Boden. Flammen loderten um ihn herum auf, der Körper schien an Substanz zu verlieren und in einem rötlichen Schimmer löste sich der Leichnam auf. Der in hellem Rot leuchtende Kristall, den er bei sich trug, barst unter der Kraft des Ansturms göttlicher Energie in dunklem Feuer und nur in dumpfem Rot glühende Splitter verblieben.

Ein unbeteiligter Beobachter hätte vielleicht einen schwachen, durchscheinenden Schimmer in Gestalt einer geflügelten Teufelin neben ihm erblicken können, doch in dem allgemeinen Schlachtengetümmel und dem dunklen Nebel sah niemand die höllische Kreatur.

Mit dem Fall seines Herrn und der Zerstörung des Kristalls schien auch das Konstrukt seine Kraft zu verlieren, brach zusammen unter den Hieben und zerfiel zu einem Haufen modriger Knochen.

Während im Süden jene Schlacht tobte, griff indes die schwarze Legion erneut das Nordtor an, fiel darüber her und brachte Tod und Verderben. Zahlreiche Streiter Hoars fielen in der grausigen Schlacht. Doch als alles verloren schien, brach plötzlich Verwirrung aus unter den gegnerischen Scharen. Einzelne Kreaturen der Finsternis zerfielen schlicht, die übrigen wirkten mit einem Mal erfüllt von Schwäche. In neuer Entschlossenheit und erfüllt von Wut und Zorn errangen dei Überlebenden einen raschen Sieg.

Kaum waren die Toten bezwungen, konnte man in den Wolken die Reflexionen eines gewaltigen Feuers erkennen, ein Wind wehte heran, kündeten von der Macht einer fernen Explosion, tief im Walde. Fern hörte man den Donner der Detonation grollen.

Die Verteidiger machten sich auf, suchten den Ursprung jener Zeichen und fanden ihn: Tief im Walde, an jenem Ort, wo einst der schwarze Tempel verborgen war, hatte sich eine Felslawine gelöst und den Zugang zu selbigem unter sich begraben, schwarz verkohlt waren die Bäume in der Nähe, geknickt und zerbrochen von der schieren Gewalt der Katastrophe. Selbst jetzt noch konnte man einen heißen Wind spüren, der die Schlucht herauf wehte.

Was auch immer dort geschehen war, es hing unzweifelhaft mit den Ereignissen bei Brokscal zusammen...

Die Schlacht

Ein Bote im Wappenrock eilte morgens zum Haus der Brigade!

"Kardinal! Der Golem wurde gesichtet, mehrere Infanterie Einheiten wurden im Walde gesichtet, der Krieg scheint früher zu beginnen!"

Erschöpft setzte sich der junge Knappe hin, die gute Seele des Hauses, Martha, kümmerte sich sofort um sein Leibliches Wohl.

“Habet Dank Knappe…"

Der Kardinal brach seine Unterredung mit seiner Frau ab und setzte sofort den Teil der Brigade, welche nicht in Brokscal stationiert war in Bereitschaft und brach direkt auf.

Ein weiterer Knappe unterrichtete geschwind zu Pferd ohne Banner und Wappenrock, das Kloster der Hoar, das Konzil, die Elfen und die Zwerge.

Da die Zeit knapp war und dieser listige Ausfall fast unvorbereitet kam, war sich der Kardinal sicher, das Heer wird kleiner sein als zuvor geplant, da sie noch in Kriegsvorbreitungen waren.
Es wurde zwar von allen beteiligten Späher und Einzelne stationiert, doch mehr werden sie wohl nicht zur Verfügung haben.

Vor Brokscal eilte der Kardinal mit zwei Streitern vor, um nicht in eine Falle zu laufen. Und so erwarteten sie den Rest der Brigade. Nach Stunden kamen sie in Brokscal an. Auf dem Weg blieb es ruhig, zu ruhig. Sogar das Schweigen der Vögel verriet das Unheil, was in der Luft lag.

In Brokscal waren die Elfen schon auf den Türmen in Stellung gegangen. Die Zwerge verstärkten provisorisch die Tore und alte Schäden. Teile der Triade und Magier der Silbersonne berieten sich mit der Brigade, wie es nun weitergehen sollte. Alle Fernkämpfer wurden von den Elfen koordiniert. Der Kardinal selber führte die Nahkämpfer an.

Wichtig war das beide Tore gehalten werden, deshalb wurde das kleine Heer der Bündnispartner und der Hoar aufgeteilt. Die Brigade fungierte als Springer und wurde überall eingesetzt um eventuelle Schwachstellen auszumerzen. Welle um Welle wurde abgewehrt unter schmerzlichen Verlust und Qual. Es schien als ob diese Bosheit mit später Stunde immer stärker wird.

Plötzlich tauchte der Knochengolem auf, ein Konstrukt was von einer naiven Gnomin konstruiert worden war, sie wurde vom Hexagon ausgenutzt und gepeinigt. Doch ihre Schuld wurde durch den ständigen Informationsfluss und Mühe der Wiedergutmachung getilgt.

Das Heer zu Brokscal beschloss nun einen Ausfall zu machen und dem geschwächten Konstrukt die Stirn zu bieten. Eine kleine Fee, ein vertrauter diente als Späher aber das Wesen war durch die Schneise der Verwüstung schnell zu finden. Ein paar Streiter des Hexagons wurden gestellt, konnten aber mit einer List fliehen.

Als das Heer auf dem Golem traf, versteinerte es die Moral der tapferen Streiter. Soviel Bosheit und Hass wurden nur den wenigsten entgegengesetzt.

Der Heerführer des Hexagon schien diese Kreatur zu lenken, das viel dem Heerführer des Bündnisses auf und er lenkte den Angriff auf diesen. Es erwies sich als richtig, als dieser fiel, konnte auch dieses Monster zu Fall gebracht werden.

So zogen die „Guten“ nach einer gewaltigen Detonation Richtung Hexagontempel, fanden aber den Eingang nur noch zusammengefallen und unpassierbar. Und so ging die Gruppe wieder richtung  Brokscal, doch die Gruppe löste sich auf dem Weg langsam auf und die Bündnispartner trennten sich auf halbem Wege. Die Zwerge gingen in ihre Binge, die Elfen in ihr Elfendorf, die Menschen zurück in die Stadt.

Scheinbar war das Bündnis erfolgreich, doch zerbrechlich wie eh und je. Die Wenigen die Zurück nach Brokscal einkehrten sprachen sich aus und bekamen den Dank von Inquisitor Fergas zu hören.

In der Taverne wurden die verwundeten versorgt, es gab einige Verluste und viele verwundete. Ein hoher Preis für die Freiheit und den errungenen Sieg. Doch der Kampf wurde ja erzwungen und nicht gefordert. Hoffentlich kehrt nun Ruhe ein. Eine verdiente Ruhe, für ein Dorf, was schon zuviel ertragen musste.

Dann dämmerte der Morgen und die Brigade versuchte Nekromanten ausfindig zu machen, doch sie waren wie vom Erdboden verschluckt. Man einigte sich mit der Inquisition, dass diese sich nun um die Angelegenheit kümmert, da sie direkt vor Ort lebten.

Der Morgen und die Tage danach

Noch am frühen Morgen machte sich Clara gleich auf und ging noch mal zu dem ehemaligen Nekromantentempel ... Lange sah sie sich die schwarzen Ruinen an, sie entnahm einzelne Proben von der Erde und auch den Gesteinen. Sie steckte sie in einen Leder-Beutel und befestigte ihn an ihrem Rucksack. Irgendwie musst man doch noch die Erklärung finden können, warum der Tempel ebenfalls explodierte als der Knochengolem besiegt wurde ...

Sie ging zurück ins „Rostige Beil“ und packte mit Markes ihre Sachen zusammen. Dann sammelten sich alle unten im Schankraum und nach einem kleinen Frühstück machte sich die Brigade wieder nach Lautwasser auf. Den ganzen Heimweg hing Clara ihren Gedanken nach. Wie war es möglich? Gab es eine Verbindung? Wenn ja, welche war diese?

Nachdem die Brigade wieder in Lautwasser angekommen war und sich ihrem Alltag widmete, ging Clara an ihren Schreibtisch und begann mit den Untersuchungen der Gesteinsbrocken und der verbrannten Erde. Sie führte mehrere Untersuchungen durch.

Mehrere Tage sind vergangen als Pater Alexander Andersen ihr einen Stein gab, den er an der Stelle fand an der der Heerführer des Hexagon vernichtet wurde. Clara schaute ihn sich an und sie hatte nun ihre Spur gefunden ...

Sie ging noch mal ihre Unterlagen durch, sie besuchte noch mal die öffentlichen Bibliotheken. Und dann fand sie die Lösung. Sie eilte zu Markes und erzählte ihm, dass der Stein, den der Heerführer bei sich trug der Kontrollstein für den Knochengolem war. Dieser Stein war an einen magischen Schutzkreis gebunden, welcher sich im Tempel befand. Als der Heerführer fiel und kurz darauf auch der Knochengolem besiegt worden war, ist auch der magische Schutzkreis zerstört worden. Deshalb brach der Schwarze Tempel in sich zusammen.
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Rise from oblivion - Initiate the grand corrosion


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« Antworten #4 am: 09. Januar 2009, 09:34:18 »

"Vor langer, langer Zeit, am Rande des gewaltigen Hochwaldes, wurden einer Elfenfrau mit Namen Melissina Zwillinge geboren. Bei den Elfen sind Kinder immer ein Segen der Götter, und gerade Zwillinge sind so selten, dass es die ganze kleine Elfensiedlung erfreute. Die beiden Jungen wurdem Alain und Alarin genannt, und alle bewunderten diese beiden über alles.
Die beiden wuchsen auf, und wurden so quirrlich und putzig, wie nur junge Elfen sein konnten. Die Gemeinschaft erfreute sich an ihren kleinen Scherzen und Spielen. Alle... bis auf ihren jüngere Cousine Maeve, dessen Fähigkeiten an Klinge und Bogen eher bedauerlich waren. Maeve war eifersüchtig auf die beiden, und er nutzte jede Gelegenheit, um das, was die beiden erreichten, als klein darzustellen, oder aber ihnen Ärger zu machen bei den Älteren. doch dies gestaltete sich als recht schwierig, da die Zwillinge alles mit Leichtigkeit zu lernen schienen, und ihnen einfach alles gelang, was sie anpackten. Besonders mit dem Bogen lernten sie schnell und ausgezeichnet umzugehen, und recht bald traten sie der Gemeinschaftswache bei, und gemeinsam auf Patrouille zu gehen.
Doch Maeve wusste, dass die beiden keinem Geheimnis widerstehen konnten, wie so viele Elfenkinder, und so versuchte sie die beiden immer wieder von ihren Kameraden der Patrouille fortzulocken, um in Schwierigkeiten zu geraten, oder zumindest Ärger mit dem Meister der Wache zu bekommen.
An einem Tag legte sie eine Spur zu einem Flecken Treibsand, den sie entdeckt hatte, in der Hoffnung, dass sie dort hineintraten, und verenden würden. Und wie sie es sich gedacht hatte, fanden die beiden Jungen die Spur auch, und folgten ihr. Doch anstatt selbst hinein zu treten, kamen sie genau rechtzeitig, um einen Menschen zu retten, der aus der anderen Richtung in den Treibsand gefallen war. Wie es sich herausstellte, war dieser Mensch der Sohn eines Königs, welcher dann die Elfen mit Geschenken überhäufte, und ihnen ewige Freundschaft garantierte, so dass sein Volk und seine Nachfahren niemals Krieg gegen die Elfen der Region führen sollte.
Das nächste mal streute Maeve das Gerücht, dass ein Flüstern zu hören war, am Rande einer Klippe. Als die Zwillinge dies untersuchen wollten, folgten sie einem Pfad, der sie genau an einem Dryadenbaum vorbei kamen, der gerade von zwei Orks geschlagen wurde. Die beiden konnten die Orks vertreiben mit ihren Bögen, und die Dryade konnte ihren Baum wieder heilen. Dankbar über die Rettung, versprach auch die Dryade den Elfen Freundschaft, und so gewann das Dorf weitere Freunde und Verbündete, was die Freude der Elfen über die Zwillinge nur noch erhöhte.
Schließlich sah sie ihre Chance gekommen, die beiden nun endgültig los zu werden. Während sie Kräuter sammelte, sah sie, in einiger Entfernung, zwei Hügelriesen gerade Nahrung suchen, und sich in einer Höhle niederlassen. Maeve sah sich dann in der Gegend weiter um, und fand eine kleine Gruppe Orks dort jagen. Im großen Abstand folgte sie diesen, um dann eine zerbrochene Speerspitze zu finden, und einzustecken, um sie dann auf dem Pfad zwischen der Riesenhöhle und dem Dorf hinzulegen.
Zurück im Dorf erzählte sie dem Meister der Wache, dass eine Gruppe Orks in den Hügeln marodierte, und dieser schickte die Patrouille der Zwillinge los. Wie es zu erwarten war, fanden die beiden die Speerspitze, und suchten alleine die Orks, um sie dann den anderen zu zeigen. Was sie allerdings fanden, waren zwei hungrige Hügelriesen, die schon auf dem Weg in Richtung Elfensiedlung waren. Rasch gingen die beiden in Deckung in den Büschen links und rechts des Pfades, doch die Riesen hatten Alain schon entdeckt.

"Komm heraus, kleiner Elf!"

brüllten sie, und rannten auf das Gebüsch zu, in dem er sich verborgen hatte. Doch dann traf ein Pfeil das Bein des Riesenmannes.

"Ich bin doch hier, ihr fetten Ochsen!"

rief Alarin von seiner Position aus. Die beiden Riesen drehten sich um, und rannten nun in Richtung Alarin, der sich rasch in den Büschen wieder verbarg. Alain hatte jedoch die Gelegenheit genutzt, um sich ein wenig zurück zu ziehen, und schoss einen Pfeil auf die Riesenfrau.

"Habt ihr keine Augen im Kopf? Ich bin doch hier!"

Hin und her rannten die Riesen, immer wieder Pfeile von den Zwillingen einsteckend, und vor Frust aufbrüllend, dass ihr Opfer immer wieder verschwand und woanders auftauchte. Die Zwillinge führten die Riesen auf einem Zickzackkurs zurück zum Pfad, den ihre Patrouille nahm, und waren dabei so laut, wie sie nur konnten, in der Hoffnung, Unterstützung zu bekommen.
Tatsächlich dauerte es nicht lange, bis der Anführer der Patrouille den Lärm hörte, und selbst nachsah, was dort vor sich ging. Rasch erkannte er, wohin die beiden die Riesen lockten, und kehrte zu seiner Gruppe zurück, eiligst einige Anweisungen gebend. Schnell waren die Elfen dabei, ein großes Loch zu tarnen, so gut, dass sie selbst nicht mehr sehen konnten, wo es war, und verbargen sich dann hinter den Bäumen, und warteten.
Die Zwillinge lockten die Riesen näher und näher zur Falle hin, und als ihre Gruppe sie sehen konnte, gab der Anführer ihnen ein Zeichen, indem er einen Vogelsang nachahmte. Sofort verstanden die beiden, und führten die Riesen weiter zum Loch. Und wie es geplant war, trat die Frau genau auf das verborgene Loch, doch der Riesenmann blieb genau am Rand stehen, und ruderte mit den Armen. Übereifrig die Riesen endlich los zu werden, rannte Alain los, und sprang gegen den Riesen, brachte ihn aus dem Gleichgewicht, und er stürzte hinab. Doch leider gelang es dem Riesen nach dem Elfen zu greifen, und er zog ihn mit hinab.
Alarin reagierte rasch, und sprang zum Rand der Grube, und schoss den Riesen erneut an. Wütend schreiend ließ dieser Alain los, welcher schnell zum anderen Rand der Grube lief, wo ihm von den anderen hinaus geholfen wurde. Die beiden Riesen sprangen wieder auf, und sie waren so groß, dass sie über den Rand der Grube ragten, doch die Elfen waren bereit. Salve nach Salve von tödlichen Pfeilen prasselten auf die Riesen herab, während die Elfen ihren Abstand hielten, so dass die Riesen erst aus der Grube klettern musste, bevor sie sie verfolgen konnten. Als sie es endlich geschafft hatten, konnten sie noch ein paar Schritte laufen... bevor sie dann, über und über gespickt mit Pfeilen, tot zu Boden sanken.
Wieder einmal wurden den Zwillingen gedankt für ihr schnelles Handeln und ihre guten Ideen, und dafür, dass sie die Siedlung gerettet hatten. Und wieder einmal siegten sie über die Missgunst der Maeve, welche sich wohl bis heute noch darüber grämt."
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Dorn von Donnerfurt
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« Antworten #5 am: 31. März 2009, 00:12:38 »

Die Schneekönigin

Vor langer, langer Zeit erschuf ein böser Zauberer einen Spiegel, der alles Schöne und Gute verzerrte und hässlich aussehen ließ. „Die schönste Landschaft sah wie gekochter Spinat aus.“ Das Böse trat darin gut hervor. Eines Tages jedoch fiel der Spiegel dem bösen Zauberer aus den Händen und zersprang in viele tausend Stücke, große und kleine, die, je nach Verwendung durch die Menschen, viel Ärger und Verwirrung stifteten. Trafen sie einen im Herzen, so wurde es so kalt wie Eis und trafen sie einen in die Augen, so sah er alles um sich herum nur noch hässlich und böse. So verteilten sich die Splitter des Zauberspiegels über die ganze Welt.

Für die Kinder Quilene und Clara gibt es im Sommer nichts Schöneres, als unter dem Rosenbusch eines Pflanzkastens, der auf der überaus großen gemeinsamen Dachrinne zweier städtischer Häuser steht, zu spielen und zu träumen. Da wird Clara von Splittern des Zauberspiegels getroffen: Ein Splitter trifft ihr Herz, das sich in einen Eisklumpen verwandelt. Ein anderer Splitter gerät ihr ins Auge und sie findet das Schöne nur noch hässlich. Nicht nur, dass sie sogleich die Rosen abreißt, die sie wurmig findet, sie verspottet Quilene, ist rüpelhaft gegen alle, die es gut mit ihr meinen, und schließt sich dann den bösen Dunkelbrunnern an.

Im Winter ist es der größte Spaß der Jungen, ihre Schlitten an vorbeifahrende Kutschen anzuhängen. Als die prächtige Kutsche mit der weiß bepelzten schönen Schneekönigin vorbeifährt, hängt Clara sich an und wird entführt. Die Königin zieht sie zu sich in die Kutsche. Die Kälte ihres Kusses tötet sie beinahe, aber sie spürt es nicht. Sie verfällt ihrer kalten Schönheit und plappert stolz, „dass sie sogar Kopfrechnen mit Brüchen“ könne. Nun lebt sie in einem kalten Traum in ihrem Palast.

Als Sie im Frühling immer noch nicht zurück ist, beschließt Quilene, sie zu suchen. In einem Boot treibt sie stundenlang einen großen Fluss abwärts, bis sie bei einer guten Zauberfee landet, einer alten Frau, die in einem Häuschen inmitten prächtiger Sommerblumen wohnt. Sie ist einsam und macht Quilene ihr Vorhaben vergessen, so dass diese viele Monate glücklich in dem Garten verbringt. Als sie sich wieder erinnert und aus dem ewigen Sommergarten flieht, ist es schon Spätherbst.

Im Laufe ihrer Suche kommt sie in ein königliches Schloss. Prinz und Prinzessin, die von ihrer Geschichte gerührt sind, versehen sie mit Winterkleidern, darunter einem Muff, und stellen ihr für die Weiterreise eine goldene Kutsche mit Bediensteten zur Verfügung.

In einem Wald wird die Kutsche von Räubern überfallen, und alle Bediensteten werden ermordet. Die Räubermutter jedoch hat eine recht wilde Tochter, die von Quilenes Kleidern und auch ihrer natürlichen Anmut fasziniert ist und Quilene unter ihre Obhut nimmt, nicht ohne sie mit ihrem langen Messer zu kitzeln. Auch sie lässt sich durch Quilenes Geschichte erweichen. Sie schenkt Quilene ihr Lieblingsrentier, das recht froh ist, den Messerspielchen entronnen zu sein, und lässt sie weiterziehen.

Mit der Hilfe weiser Frauen, findet Quilene schließlich das Schloss der Schneekönigin, eine Ansammlung hunderter leerer kalter Eissäle, alle von kaltem Nordlicht erhellt. Im größten, der mehrere Meilen lang ist, ist der Thron der Königin. Hier schleppt Clara, fast schwarz gefroren vor Kälte, die sie wegen seines Eisklumpens im Herzen und des Kusses der Königin nicht spürt, Eisplatten herum und versucht vergeblich, das Wort „Ewigkeit“ zu legen. Die Königin hat versprochen, dass dieses Wort ihre Freiheit ermöglicht. Sie weiß aber nicht, wie sie es schaffen soll, denn der Splitter im Auge verhindert es. So legt sie denn ständig wie in einem bösen Traum rätselhafte Muster.

So findet sie Quilene vor. Clara erkennt sie nicht einmal. Quilene weint um sie und die Tränen lassen ihr Eisherz schmelzen und die Splitter verschwinden. Von selbst erscheint das Wort „Ewigkeit“ und die beiden können davonziehen. Als sie schließlich zu Hause ankommen, sind sie erwachsen geworden.
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« Antworten #6 am: 31. März 2009, 19:36:51 »

Einst saß im tiefen Wald der Mensch alleine auf einem Stein, und war traurig. Da kamen die Tiere des Waldes vorbei, um nach dem rechten zu sehen. "Warum bist du so traurig?" wollten sie wissen. Und der Mensch sprach: "Ich bin so traurig, weil ich so einsam bin." Und so kamen die Tiere näher, und versprachen dem Mensch, dass sie ihm alle ein Geschenk übergeben würden, wenn er dann nur nicht mehr traurig wäre. Als erstes wünschte sich der Mensch, dass er gerne gute Augen hätte, damit er das Land besser sehen könnte. Und der Adler trat vor, und bot ihm seine Augen an, damit er nicht mehr traurig war. Dann wünschte der Mensch sich, dass er gerne stärker wäre, damit er in der Lage war, besser zu überleben. Und so trat der Wolf vor, und gab ihm seine Stärke, damit der Mensch nicht mehr traurig war. Dann wünschte er sich, dass er gerne die Geheimnisse der Erde kennen würde. Und so kam die Schlange, und gab sie ihm, damit er nicht mehr traurig war. Und so ging es eine ganze Weile weiter, bis ein jedes Tier dem Menschen etwas von sich gab. Und der Mensch stand auf, und ging davon.

Dann trat die Eule vor, und sah in die Runde der Tiere. "War dies wohl weise...?" fragte sie. "Wieso?" fragte der Hirsch, "der Mensch hat doch nun alles, was er sich wünscht. Was soll denn nun noch passieren...?" Doch die Eule schüttelte nur den Kopf. "Ich habe eine Leere in dem Menschen gespürt, die unersättlich ist. Er wird niemals genug haben, und immer mehr haben wollen. Er wird sich nehmen von der Welt, was er sich nehmen kann, bis eines Tages die Welt selbst sagt: "Ich habe nichts mehr, und ich bin nicht mehr", und in sich zusammenbricht."


Eine Fabel der Wildelfen.



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« Antworten #7 am: 19. April 2009, 12:26:34 »

Das perfekte Herz

Eines Tages stand ein junger Mann mitten in der Stadt und erklärte, dass er das schönste Herz im ganzen Tal habe. Eine große Menschenmenge versammelte sich und sie alle bewunderten sein Herz, denn es war perfekt. Es gab keinen Fleck oder Fehler in ihm. Ja, sie gaben ihm Recht, es war wirklich das schönste Herz, das sie je gesehen hatten. Der junge Mann war sehr stolz und prahlte noch lauter über sein schönes Herz.

Plötzlich tauchte ein alter Mann vor der Menge auf und sagte:

"Nun, Dein Herz ist nicht mal annähernd so schön wie meines!"

Die Menschenmenge und der junge Mann schauten das Herz des alten Mannes an. Es schlug kräftig, aber es war voller Narben, es hatte Stellen, wo Stücke entfernt und durch andere ersetzt worden waren. Aber sie passten nicht richtig und es gab einige ausgefranzte Ecken...genau gesagt... an einigen Stellen waren tiefe Furchen, wo ganze Teile fehlten. Die Leute starrten den alten Mann an: Wie kann er behaupten, dass sein Herz schöner sei?

Der junge Mann schaute auf des alten Mannes Herz, sah dessen Zustand und lachte:

"Du musst scherzen", sagt er, "Dein Herz mit meinem zu vergleichen. Meines ist perfekt und Deines ist ein Durcheinander aus Narben und Furchen."

"Ja", sagte der alte Mann, "Deines sieht perfekt aus, aber ich würde niemals mit Dir tauschen. Jede Narbe steht für einen Menschen, dem ich meine Liebe gegeben habe. Ich reiße ein Stück meines Herzens heraus und reiche es ihnen und oft geben sie mir ein Stück ihres Herzens, das in die leere Stelle meines Herzens passt. Aber weil die Stücke nicht genau sind, habe ich einige raue Kanten, die ich sehr schätze. Denn sie erinnern mich an die Liebe, die wir teilten. Manchmal habe ich auch ein Stück meines Herzens gegeben, ohne dass mir der Andere ein Stück seines Herzens zurückgegeben hat. Das sind die leeren Furchen. Liebe geben heißt manchmal ein Risiko einzugehen. Ach wenn diese Furchen schmerzhaft sind, bleiben sie offen und auch sie erinnern mich an die Liebe, die ich für diesen Menschen empfinde.

Ich hoffe, dass sie eines Tages zurückkehren und den Platz ausfüllen werden. Erkennst Du jetzt, was wahre Schönheit ist?"


Der junge Mann stand still da und Tränen rannen über seine Wangen. Er ging auf den alten Mann zu, griff nach seinem perfekten Herz und riss ein Stück heraus. Er bot es dem alten Mann mit zitternden Händen an. Dieser nahm das Angebot an und setzte es in sein Herz. Er nahm dann ein Stück seines alten Herzens und füllte damit die Wunde in des jungen Mannes Herz. Es passte nicht perfekt, da es einige ausgefranste Ränder hatte.

Der junge Mann sah sein herz an, nicht mehr perfekt, aber schöner als je zuvor, denn er spürte die Liebe des alten Mannes in seinem Herzen fließen. Sie umarmten sich und gingen weg. Seite an Seite.

Narben auf dem Körper bedeuten, dass man gelebt hat ... Narben auf der Seele bedeuten, dass man geliebt hat ...
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« Antworten #8 am: 21. April 2009, 13:55:02 »

Der Prinz und die Frauen.

Ein junger Prinz beschließt, Abenteuer zu suchen und einen Drachen zu töten. Er kauft sich ein Schwert und eine Rüstung und macht sich auf den Weg. In der Höhle des Drachen angekommen, sieht er sich gerade um, als er plötzlich etwas auf seiner Schulter spürt. Er dreht sich herum und vor ihm steht ein RIESIGER Drache, der einen Finger auf seine Schulter gelegt hat.

"Hallo! Was machst denn Du hier?"

"Äh - häm - also ...."

"Immer das gleiche mit den jungen Rittern. Gib's zu, du wolltest mich töten!"

"Naja - also - ja ..."

"Hör zu, das ist nicht das erste Mal. Die dummen Jünglinge kommen an und meinen, wir Drachen wären so doof, daß man uns einfach so abmurksen könnte, und dabei haben sie noch nie einen von uns gesehen. Ich mache Dir einen Vorschlag: wenn Du versprichst, Weisheit zu suchen, lasse ich Dich am Leben. Du hast von jetzt an ein Jahr Zeit, mir eine Frage zu beantworten. Wenn mich die Antwort zufriedenstellt, bekommst Du die Hälfte meines Drachenschatzes, ansonsten fresse ich Dich auf."

"Hm - bleibt mir ja wohl nichts anderes übrig ..."

"Genau. Ach ja, und komm nicht auf die Idee, abzuhauen und nie wieder zu kommen - ich finde Dich!"

"Na gut - und wie lautet die Frage ?"

"Die Frage lautet: Was ist Frauen wirklich wichtig?"

Daheim angekommen, befragte der Prinz jede Frau im Schloss, was ihr wichtig sei, von der Königin bis zur einfachsten Magd. Er bekam viele Antworten wie "Schönheit", "Reichtum", "Macht", "Einen lieben Mann ...". Aber zu jeder Antwort gab es auch viele Frauen, die das für
 völlig falsch hielten. Er war schon am Verzweifeln, bis ihm jemand den Vorschlag machte, die alte weise Hexe im Sumpf zu befragen, die einige Tagesreisen weit weg wohnte. Als er bei der Hexe ankam, schilderte er ihr sein Problem. Diese meinte, die Antwort zu kennen, aber um den Preis,
 dass er sie heiraten würde.

Da bekam der Prinz einen Riesenschreck, denn die Hexe war die hässlichste Frau, die er jemals gesehen hatte: ein Buckel, die
 Beine unterschiedlich lang, eine große Warze auf der Nase; sie roch fürchterlich, und ihre Stimme war ein ekelhaftes Gekrächze. Nach einiger Zeit beschloss er jedoch, dass dies gegenüber dem Drachen das geringere Übel sei und versprach, die Hexe zu heiraten, wenn der Drache die Antwort akzeptieren würde. Daraufhin gab sie ihm ihre Antwort:

"Was sich jede Frau wünscht ist, über die Dinge, die sie persönlich betreffen, selbst bestimmen zu können."

Der Prinz kehrte als zum Drachen zurück, und teilte ihm die Antwort der Hexe mit. Der Drache akzeptierte die Antwort und überließ dem Prinzen einen Teil seines Schatzes. Fröhlich ritt der Prinz nach Hause, bis er wieder an die alte Hexe dachte. Da er jedoch ein Prinz war, blieb ihm nichts übrig, als sein Versprechen einzuhalten, und die Hochzeit wurde angesetzt.


Das war ein trauriges Fest! Die Hexe sah nicht nur furchtbar aus und stank; sie hatte auch die schlechtesten Manieren, rülpste, furzte und beleidigte die Gäste. Die einen bemitleideten den Prinzen, die anderen machten sich über ihn lustig, aber jeder fand schnell eine Entschuldigung, sich verabschieden zu müssen, so dass am frühen Abend die Feier zu Ende war. Danach verabschiedete sich die Braut ins Schlafzimmer, nicht ohne dem Prinzen mitzuteilen, dass sie sich auf das, was jetzt kommen sollte, besonders freuen würde.

Der arme Prinz überlegte sehr, ob der Drache nicht doch das kleinere Übel gewesen wäre. Wie staunte er jedoch, als er das Schlafzimmer betrat und die schönste Frau im Bett lag, die er jemals gesehen hatte! Diese duftete angenehm, hatte eine schöne Stimme und erklärte ihm, dass sie sehr wohl die Hexe sei, aber als Hexe auch die Fähigkeit hätte, ihr Aussehen zu verändern, und dass sie beschlossen hätte, ihn für das gehaltene Versprechen zu belohnen. Sie wäre zukünftig am Tag die alte Hexe und in der Nacht die junge schöne Frau - oder auch genau andersherum, am Tag schön und in der Nacht die Hexe. Der Prinz könne sich heraussuchen, was ihm lieber wäre.

Der Prinz überlegte lange, was besser wäre - tagsüber eine schöne Frau, um die ihn alle beneiden würden, aber schreckliche Nächte, oder tagsüber das Gespött eines jeden zu sein und dafür die Nächte genießen zu können. Wie sollte er sich nur entschieden?

Der Prinz erinnerte sich dann an die Frage des Drachen und antwortete schließlich, daß sie dies selbst bestimmen solle. Daraufhin freute sich die Hexe und meinte, dass der Prinz damit erst wirklich seine Weisheit bewiesen habe und sie als Belohnung nun immer die schöne Gestalt tragen würde.
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« Antworten #9 am: 04. Mai 2009, 21:24:55 »

Die kleine Drossel und der Kuhfladen

An einem kalten Herbsttag, als Tausende von Vögeln in Richtung Süden flogen, um dem Eis und dem Schnee des Winters zu entfliehen, beschloss eine kleine Drossel, nicht mitzufliegen. "Das ist ja nur Zeitverschwendung", überlegte sie sich. "Im nächsten Frühjahr muss ich den ganzen weiten Weg wieder zurückfliegen."
 
Doch bald brach eine besonders strenge Kälteperiode über das Land herein, und dem kleinen Vogel wurde klar, dass ihm nichts anderes übrigbleiben würde, als doch wegzufliegen. Er flatterte in den Himmel hinein; doch bald umhüllte ihn eisige Luft, seine kleinen Flügel erstarrten, und er stürzte zu Boden. Zum Glück landete sein fast schon lebloser Körper in einem grossen Heuhaufen und rollte dann auf den harten Boden eines Viehgeheges.
 
Gerade als das fast schon erfrorene Herz der kleinen Drossel aufhören wollte zu schlagen, kam zufällig eine der Kühe vorbei und liess direkt auf den kleinen Vogel einen dampfenden Kuhfladen fallen. Der warme Mist hüllte den Vogel ein und rettete ihm das Leben; sein kleines Herz begann wieder kräftig zu pochen, und seine gefrorenen Flügel tauten auf. Die Drossel freute sich, dass sie noch am Leben war und begann ein schönes Lied vor sich hin zu zwitschern.
 
Das Schicksal wollte es, dass dadurch die Katze des Bauern auf den Vogel aufmerksam wurde. Auf Samtpfoten schlich sie hinüber, untersuchte den Kuhfladen, entdeckte den kleinen Vogel und frass ihn.
 
Aus dieser Geschichte können wir zweierlei lernen:
1. Nicht jeder, der uns mit Mist bewirft, muss deshalb gleich unser Feind sein.
2. Nicht jeder, der uns aus einer misslichen Lage befreit, ist deshalb gleich unser Freund.
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« Antworten #10 am: 13. November 2009, 10:33:29 »

Selinda und der Fürst


Vor langer Zeit zog eine Karawane von Halblingen durch die Lande, wie es dieses Volk zumeist tat. Bei ihnen lebte eine junge Hin mit dem Namen Silinda. Zu ihrem zwanzigsten Geburtstag beschloss sie, alleine los zu ziehen, um ihre eigenen Abenteuer zu erleben, nicht ohne einige Verlobungen lächelnd abzulehnen. Sie verließ ihre Leute nur mit einem Satz Wechselkleidung, einer Decke, ihrem Kurzschwert, einiger Werkzeuge für Schlösser und Türen, die ihre Tante für sie gemacht hat, etwas Salbe für kleinere Wunden, und genug Nahrung für einen Tag. Sie kannte keine Angst vor dem Verhungern oder Unglücke, vielmehr ging sie mit großen, neugierigen Augen in die Welt hinaus. Nach wenigen Stunden des Wanderns, hörte Silinda einen leisen Schrei aus dem Wald, an dem sie gerade vorbei lief.

"Helft mir!"

Rasch lief sie durch das Unterholz, so schnell sie konnte, und hielt Ausschau nach dem Ursprung des Geräusches... doch konnte sie nichts finden. Schließlich sah sie nach oben, und fand einen Mann, welcher in einem Netz gefangen war, und vom höchsten Ast eines Baumes hing.

"Bitte, lass mich runter! Ich habe mein Schwert verloren, als die Falle mich fing, und komme nicht frei!"

"Natürlich!"


Und rasch breitete sie ihre Decke unter ihm aus, um den Fall etwas abzufedern, bevor sie hinauf kletterte, und ihm mit ihrem Kurzschwert freischnitt.

"Danke, kleine Frau. Ich habe nach der Jagdgruppe des Fürstensohnes gesucht, als mich diese Orkfalle gefangen hat. Sie hätten mich in der Nacht sicher getötet, wenn ihr nicht gekommen wärt."

"Eine meiner leichtesten Übungen. Ich bin Silinda."

"Hm... ich habe kein Silber und kein Gold bei mir... aber ich will dir einen Gefallen tun, wenn ich kann."


Und Silinda bedankte sich, und man zog seiner Wege. Einige Zeit später begann sie langsam aber sicher großen Hunger zu verspüren. Also suchte sie sich eine kleine Lichtung auf, und packte Brot und Käse aus, schnitt sich etwas von beidem ab, und wollte gerade hinein beißen, als sie wieder eine Stimme hörte, diesmal viel höher und leise.

"Zu Hilfe! Hilfe!"

Silinda blickte sich um, und schaute auch im Gras nach, und fand in einer kleinen Senke einige Feen, an einen kleinen Pfahl gebunden. Durch den vielen Regen der letzten Zeit stand ihnen das Wasser bis zum Hals, und es schien schon wieder nach Regen auszusehen.

"Wie ist denn das passiert?"

"Wir haben dem falschen Großen einen Streich gespielt. Zu spät sahen wir das böse, grüne Glimmen in seinen Augen, doch dann hat er uns schon gepackt und hier festgebunden."

"Ganz offensichtlich hatte er keinen Sinn für Humor."


Und so schnitt Silinda die Feen los, welche nicht nur vollkommen durchnässt waren, sondern auch unglaublich dünn.

"Wie lange ward ihr denn dort drin...?"

"Tagelang! Wir wussten nicht, ob wir zuerst verhungern oder ertrinken würden."

"Hm... ihr könnt etwas von meinem Essen haben."


Und damit hielt sie den Feen ihren Käse und das Brot hin. Diese seufzten, und stürzten sich darauf, bis nichts mehr davon übrig war. Etwas betrübt gab Anne, dee Anführerin der Feen von sich:

"Oh nein.. nun haben wir dir alles weg gegessen!"

"Nicht so schlimm... ich kann jederzeit neues finden."

"Wir können dir nichts geben, außer unserer Dankbarkeit, aber wir werden dir irgendwann einen Gefallen tun, wenn wir können."


Silinda verabschiedete sich, und wanderte weiter durch den Wald. Nach einiger Zeit fand sie dann einen verletzten Mann in seinem eigenen Blute liegen, inmitten einiger anderer, welche offenbar nicht mehr zu retten waren.

"Bitte, hilf mir..."

"Oh, natürlich!"


Silinda holte sofort ihre Heilsalbe aus dem Rucksack, und begann den armen Mann zu versorgen, und gab ihm auch ihre Decke, damit er sich aufwärmen konnte.

"Wie ist dies passiert?"

"Ich war unterwegs mit der Eskorte des Fürstensohns, als wir einen Mann auf der Straße trafen. Noch als wir ihn ansprachen, verwandelte er sich in ein bösartiges Monster, und griff uns an. Wir konnten ihn besiegen, doch ich befürchtete schon, dass auch ich es nicht überleben würde, wie meine Kameraden."

"Was ist mit dem Fürstensohn?"

"Ich weiß es nicht. Er rannte fort, und floh in den Wald, glaube ich. Ich habe... versagt."

"Hier in der Nähe ist eine kleine Höhle, meine Familie übernachtet dort hin und wieder. Schlaf dort, du wirst dort sicher sein.."

"Ihr seid zu freundlich, kleine Dame. Ich habe nichts, was ich euch geben könnte, aber ich werde euch irgendwann einen Gefallen tun, wenn ich kann."


Nachdem sie also dafür gesorgt hatte, dass es dem Mann gut ging, zog Silinda weiter.

"Ich hatte eigentlich vor, selbst dort zu übernachten. Nun gut, dann muss ich mir ein anderes Lager für die Nacht suchen."

Und so wanderte sie weiter bis nach der Dämmerung, wo sie dann eine Höhle fand. Und dort konnte sie ein leises, gedämpftes Weinen hören. Rasch sah sie sich um, und fand einen kleinen Tunnel, der verschüttet schien, hinter dem das Weinen herkam. Ohne zu zögern zog sie ihre kurze Klinge, und begann das Geröll beiseite zu räumen. Nach einigen Stunden der Arbeit zerbrach sogar ihre Klinge an einem besonders großen Stein, doch zum Glück fehlte dann nicht mehr viel, bis sie schließlich einen kleinen Jungen in reicher Kleidung freilegen konnte, welcher zerschlissen und schmutzig, wenngleich unverletzt aus dem Loch herausgekrochen kam. Dieser schniefte noch ein wenig, und sprach dann:

"Ich danke dir. Ich sah diese schreckliche Kreatur, und rannte dann fort. Ich rannte hier hinein, aber... aber der Tunnel stürzte hinter mir ein!"

"Glücklicherweise nicht auf dich drauf..."


Und so schob sie ihre zerbrochene Klinge in ihre Schwertscheide zurück. Müden Fußes machten die beiden sich dann auf den Weg zurück nach Fürstenborn, durch den Strömenden Regen, der wieder eingesetzt hatte. Es war tiefste Nacht mittlerweile, und die Wache am Tor war scheinbar eingeschlafen. Vorsichtig schlichen sie sich vorbei, als Selinda den Dolch am Gürtel der Wache bemerkte.

"Ich habe kein Schwert mehr, und der Dolch hätte die richtige Größe. Und ich könnte in der Stadt vielleicht wirklich eine Waffe gebrauchen..."

Und so machte sie sich daran, den Dolch gegen ihre zerbrochene Klinge zu tauschen. Doch dann hörte sie eine Stimme:

"Halt! Halt! Dieb! Ein Dieb!"

Offenbar gab es zwei Wachen, die am Tor Wache hielten, und die andere hatte sie entdeckt. Sie gab sofort Fersengeld, doch nach einer kurzen Jagd wurde sie gefangen, durchsucht, und in den Kerker geworfen. Ihre Werkzeuge wurden gefunden, und die Wache sagte ihr salopp

"Professionelle Diebin, eh? Ah, morgen wirst du gehängt dafür."

So saß sie also da, hungrig, in durchnässter Kleidung, ohne Nahrung und ohne Waffe.

"Aber es kann noch immer etwas gutes passieren..."

Und so harrte sie aus bis kurz vor Morgengrauen, als ein gar lieblicher Geruch in ihre Nase stieg. Und tatsächlich, da flog schon ein gar köstliches, frisch gebackenes Küchlein durch die Gitter von draussen auf ihre Schlafstätte, und zwischen den Gitterstäben tauchte Anne, die Anführerin der Feen auf.

"Wir sind dir gefolgt, und ich dachte mir, dass du Hunger haben könntest..."

"Ich danke dir. Nun muss ich nur noch einen Weg finden hier heraus zu kommen..."


Und während sie begann, das Küchlein in sich hinein zu stopfen, hörte sie die Stimme der Wache, welche sie verletzt auf der Straße fand von der Türe aus.

"Darum kann ich mich kümmern. Ich habe soeben die Wache abgelöst, die hier Dienst hatte. Die Feen haben mir erzählt, dass du hier gefangen bist."

Er öffnete die Türe, und gab ihr ihre Sachen.

"Es ist noch alles hier drin, schätze ich. Nun sieh zu, dass du verschwinden kannst, ja?"

"Ich danke dir. Du hast mir das Leben gerettet!"

"So wie du das meine. Nun geh endlich, bevor man dich entdeckt."


Silinda wechselte schnell in ihre trockene Kleidung, und schlich dann leise durch die Korridore hinaus. Einge male musste sie sich verbergen, wenn schwere Stiefel sich ankündigten. Schließlich fand sie den Ausgang, bestückt mit zwei Wachen. Dann hörte sie zwei leise Bögensehen sirren, und beide Wachen fielen in einen tiefen Schlaf. Dank der Feenfreunde konnte sie also nun entkommen. Doch dann hörte sie eine dunkle Stimme hinter sich.

"Wer bist du denn? Ich sollte heute eine kleine Frau hängen, doch die Wachen können sie nicht finden. Bist du das vielleicht...?"

Erschreckt wich sie vor dem Henker zurück, welcher schon die Hand nach ihr ausstreckte.

"Nanananein... ich... bibin nur hier, um die Nahrung für die Gefangenen zu bringen. Meine Mutter schickt mich..."

Nicht wirklich überzeugt wollte der Henker sie ergreifen, doch dann sprach eine Stimme:

"Sie spricht die Wahrheit."

Und dort stand der Jäger, den sie aus der Orkfalle befreit hatte am Vormittag.

"Komm mit mir."

Und damit nahm er sie mit zum Fürstenpalast, und brachte sie vor den Fürsten persönlich.

"Hier ist sie, die kleine Dame, von der ich und euer Sohn erzählten."

Silinda staunte nicht schlecht, und gerade noch rechtzeitig fiel ihr ein, dass sie sich verbeugen sollte vor dem Herrscher Fürstenborns.

"Ich stehe tief in deiner Schuld, Junge Dame, da du meinen Jäger und meinen Sohn und Erben gerettet hast. Bitte, Akzeptiere meine Entschuldigung dafür, dass du wegen eines Missverständnisses im Kerker gelandet bist."

"Ich.. ich bin froh, dass ich helfen konnte, euer Majestät!"

"Um meine Dankbarkeit auszudrücken, will ich dir Land schenken, genau vor meinen Stadttoren, welches dir gehören soll."

"Ich danke euch, euer Majestät, aber ich hatte eigentlich vor weiter zuziehen, und mein Glück zu suchen."

"Hm... dann... sei deinem Volk und deiner Familie dieses Land geschenkt. So lange Halblinge auf diesem Land leben, soll es deinem Volk gehören. Sollte es jemals verlassen werden, soll es wieder dem Thron gehören. Klingt dies gerecht?"

"Mehr als Gerecht, mein Fürst. Ich danke euch!"


Und so geschah es, dass Weilersbach von den Halblingen gegründet wurde. Selinda hingegen, zog aus , um weitere Abenteuer zu erleben. Doch diese Abenteuer sollen ein andermal erzählt werden...



« Letzte Änderung: 13. November 2009, 10:39:07 von Quilene » Gespeichert

Elyrien - Die Königsblut Saga


Dorn von Donnerfurt
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« Antworten #11 am: 16. November 2009, 03:07:41 »


Die Fabel von den Fröschen

Diese Geschichte zeigt, dass es manchmal ganz gut ist, nicht auf die Einschätzung und das Gerede von anderen zu hören!

Eines Tages entschieden die Frösche, einen Wettlauf zu veranstalten. Um es besonders schwierig zu machen, legten sie als Ziel fest, auf den höchsten Punkt eines grossenTurms zu gelangen. Am Tag des Wettlaufs versammelten sich viele andere Frösche, um zuzusehen. Dann endlich - der Wettlauf begann.

Nun war es so, dass keiner der zuschauenden Frösche wirklich glaubte, dass auch nur ein einziger der teilnehmenden Frösche tatsächlich das Ziel erreichen könne. Statt die Läufer anzufeuern, riefen sie also "Oje, die Armen! Sie werden es nie schaffen!" oder "Das ist einfach unmöglich!" oder "Das schafft Ihr nie!"

Und wirklich schien es, als sollte das Publikum recht behalten, denn nach und nach gaben immer mehr Frösche auf.

Das Publikum schrie weiter: "Oje, die Armen! Sie werden es nie schaffen!"

Und wirklich gaben bald alle Frösche auf - alle, bis auf einen einzigen, der unverdrossen an dem steilen Turm hinaufkletterte - und als einziger das Ziel erreichte.

Die Zuschauerfrösche waren vollkommen verdattert und alle wollten von ihm wissen, wie das möglich war.

Einer der anderen Teilnehmerfrösche näherte sich ihm, um zu fragen, wie er es geschafft hätte, den Wettlauf zu gewinnen. Und da merkten sie erst, dass dieser Frosch taub war!
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Rise from oblivion - Initiate the grand corrosion


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« Antworten #12 am: 06. Januar 2010, 00:07:33 »


Ich sing nicht gut, denn ich sing manchmal falsch;
doch das Singen, das macht mir viel Spaß.
Ich sing nicht schön, nein, ich sing lieber laut.
Wenn's dich stört, dann erzähl' ich dir was:

Alles ist gut, wenn man froh ist und singt.
Alles ist gut, wenn ein Lied Freude bringt
Alles ist gut, wenn man froh ist und singt.

Wenn einer singt, ist es doch ganz egal,
ob es jemals für den Saphir reicht.
Merkst du denn nicht, wie bei frohem Gesang
überall gleich die Stimmung steigt?

Alles ist gut, wenn man froh ist und singt.
Alles ist gut, wenn ein Lied Freude bringt
Alles ist gut, wenn man froh ist und singt.

Sing mit mir ... wenn du Lust hast,
sing einfach - hab' keine Angst.
Sing mit mir - du wirst sehen,
daß du sehr gut singen kannst!

Mein Lehrer sagt, ich sing fast wie ein Pferd.
Nur das Wiehern das klappt noch nicht so.
Ich weiß zwar nicht, wie er das wirklich meint,
doch das Singen, das macht mich ganz froh.

Alles ist gut, wenn man froh ist und singt.
Alles ist gut, wenn ein Lied Freude bringt
Alles ist gut, wenn man froh ist und singt.

Sing mit mir ... wenn du Lust hast,
sing einfach - hab' keine Angst.
Sing mit mir - du wirst sehen,
daß du sehr gut singen kannst!

Alles ist gut, wenn man froh ist und singt.
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« Antworten #13 am: 05. Februar 2010, 15:19:43 »

Die Einladung!

Eine Frau beobachtete vor ihrem Haus drei alte Männer. Sie hatten lange weisse Bärte und sahen aus, als wären sie schon weit herum gekommen.  Die Frau war neugierig und ging nach draussen. Sie fragte die Männer nach ihren Namen.

"Reichtum, Erfolg und Liebe", antwortete einer von ihnen.

Die Frau fragte die Männer, ob sie hungrig seien und ob sie ins Haus kommen wollen.

Einer antwortete: "Vielen Dank für die Einladung, aber es kann nur einer von uns in Ihr Haus kommen. Sie müssen sich entscheiden, wen Sie von uns in Ihr Haus bitten wollen."

Die Frau ging ins Haus zurück und erzählte ihrem Mann, was die drei auf die Einladung geantwortet haben. Ihr Mann freute sich und sagte: "Toll, laden wir doch den Reichtum ein!"

Die Frau widersprach: "Nein, ich möchte lieber den Erfolg in unser Haus holen."

Die Tochter aber sagte: "Es wäre doch viel schöner, wenn die Liebe in unser Haus kommt."

Damit waren auch die Eltern einverstanden und die Frau ging wieder raus zu den drei Männern. "Wer von euch ist Liebe? Bitte seien Sie unser Gast."

Liebe stand auf und begleitete die Frau ins Haus. Und auch die anderen beiden Männer folgten ihr.

Überrascht fragte die Frau Erfolg und Reichtum: "Ich habe nur Liebe eingeladen. Gerne könnt Ihr auch mitkommen. Aber ich habe geglaubt, das ist nicht möglich?"

Die alten Männer antworteten einstimmig: "Wenn Sie Erfolg oder Reichtum eingeladen hätten, wären die beiden anderen draussen geblieben. Da Sie aber Liebe ausgewählt haben, gehen die anderen dorthin, wohin die Liebe geht."
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« Antworten #14 am: 17. Februar 2010, 03:34:41 »

Steig auf aus der Finsternis, laß ins Licht dir helfen.
Sieh hinauf zum Himmel, dem Gebrutsrecht der Elfen.
Tanze im Wald, sing mit der Brise
Nimm im Mondschein deinen Platz ein auf der Wiese.
Gib deine Kraft den Bedürftigen; bekämpfe das Böse mit Stahl.
Schließ dich der Jagt an, andre Götter kennen keine Moral.
Befreihe dich vom Monster in dir und an dir dran.
Ihr Blut wäscht dich rein, zweifle nicht daran.
Vertrau deinen Schwestern; in ihr Lied stimme ein.
Schließ den Kreis, auf dass die Schwachen stark werden sein.
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« Antworten #15 am: 20. Februar 2010, 23:20:51 »

Mein Engel

Es war einmal ein Kind, das bereit war, geboren zu werden.

Das Kind fragte seinen Gott: "Sie sagen mir, dass du mich morgen auf die Erde schicken wirst, aber wie soll ich dort leben, wo ich doch so klein und hilflos bin?"

Gott antwortete: "Von all den vielen Engeln such ich einen für dich aus. Dein Engel wird auf dich warten und auf dich aufpassen."

Das Kind erkundigte sich weiter: "Aber sag, hier im Himmel brauche ich nichts zu tun, außer singen und lachen, um fröhlich zu sein."

Gott sagte: "Dein Engel wird für dich singen und auch für dich lachen, jeden Tag. Du wirst die Liebe deines Engels fühlen und sehr glücklich sein."

Wieder fragte das Kind: "Und wie werde ich in der Lage sein, die Leute zu verstehen, wenn sie mit mir sprechen und ich die Sprache nicht kenne?"

Gott sagte: "Dein Engel wird dir die schönsten und süßesten Worte sagen, die du jemals hören wirst und mit viel Ruhe und Geduld wird dein Engel dich lehren zu sprechen."

"Und was werde ich tun, wenn ich mit dir reden möchte?"

Gott sagte: "Dein Engel wird deine Hände aneinanderlegen und dich lehren zu beten."

"Ich habe gehört, dass es auf der Erde böse Menschen gibt. Wer wird mich beschützen?"

Gott sagte: "Dein Engel wird dich verteidigen, auch wenn er dabei sein Leben riskiert."

"Aber ich werde immer traurig sein, weil ich dich niemals wiedersehe."

Gott sagte: "Dein Engel wird mit dir über mich sprechen und dir den Weg zeigen, auf dem du immer wieder zu mir zurückkommen kannst. Dadurch werde ich immer in deiner Nähe sein."

In diesem Moment herrschte viel Freude im Himmel, aber man konnte schon die Stimmen von der Erde hören und das Kind fragte schnell: "Gott, bevor ich dich jetzt verlasse, bitte sage mir den Namen meines Engels."

"Ihr Name ist nicht wichtig, du wirst deinen Engel einfach "Mama" nennen."
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« Antworten #16 am: 01. März 2010, 10:02:12 »

Mein Vater war ein reicher Herr
Der fragt mich was mir wichtig wär
Wenn ich ein’ Mann mir nehmen wollt
Darauf ich im berichten sollt
Welch’ Männlein ich nicht fände schlecht
Ich dachte an ein lang’ …Gedicht
Worauf man besser nicht verzicht
Worauf man besser nicht verzicht

Ach Vater sprach ich mit bedacht
Die Männlein die ich nicht veracht
Sind edle stolze recken
Die voller Tugend strecken
Und nach den alten Sitten
Fest halten mir die …treue
Damit ich nichts bereue
Damit sie nichts bereue

Doch nicht nur sitten auch viel mut
Das täte seinem anseh’n gut
Und kämpfte er mit erhob’nem Speer
Gefällt er mir gleich noch viel mehr…
So würd ich in die Schlacht ihn schicken
Zum lohne lange mit ihm … fechten
Das macht ihn mir zum rechten
Das macht ihn ihr zum rechten

Doch wär ein edler Ritter oft auch fort
Und ich allein an diesem Ort
So wünscht’ ich mir nen Knecht wohl hier
Zu putzen meines Mannes Speer
Und manchmal auch die Lanze
Nur ich allein schärft ihm sein … Schwert
Ein solcher Knecht wär Gold mir wert
Ein solcher Knecht wär Gold ihr wert

Mein Kind du sprichst so zart und rein
Ich wüsste einen Mann sehr fein
Der deiner sei du kennst ihn gut
Sein ruf ist ehrbar blau sein Blut
Ich sehe schon du bist entzückt
Er ist auch wirklich gut … betucht
Ich hab ihn für dich ausgesucht
Er hat ihn für sie ausgesucht
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« Antworten #17 am: 20. März 2010, 22:37:35 »

Der König und seine Söhne

Ein König hatte zwei Söhne. Als er alt wurde, da wollte er einen der beiden zu seinem Nachfolger bestellen. Er versammelte die Weisen des Landes und rief seine beiden Söhne herbei. Er gab jedem der beiden fünf Silberstücke und sagte: Ihr sollt für dieses Geld die Halle in unserem Schloss bis zum Abend füllen. Womit ist eure Sache." - Die Weisen sagten: "Das ist eine gute Aufgabe."

Der älteste Sohn ging davon und kam an einem Feld vorbei, wo die Arbeiter dabei waren, das Zuckerrohr zu ernten und in einer Mühle auszupressen. Das ausgepresste Zuckerrohr lag nutzlos umher. - Er dachte sich: "Das ist eine gute Gelegenheit, mit diesem nutzlosen Zeug die Halle meines Vaters zu füllen." Mit dem Aufseher der Arbeiter wurde er einig, und sie schafften bis zum späten Nachmittag das ausgedroschene Zuckerrohr in die Halle. Als sie gefüllt war, ging er zu seinem Vater und sagte: Ich habe deine Aufgabe erfüllt. Auf meinen Bruder brauchst du nicht mehr zu warten. Mach mich zu deinem Nachfolger." - Der Vater antwortet: Es ist noch nicht Abend. Ich werde warten."

Bald darauf kam auch der jüngere Sohn. Er bat darum, das ausgedroschene Zuckerrohr wieder aus der Halle zu entfernen. So geschah es. Dann stellte er mitten in die Halle eine Kerze und zündete sie an. Ihr Schein füllte die Halle bis in die letzte Ecke hinein.

Der Vater sagte: "Du sollst mein Nachfolger sein. Dein Bruder hat fünf Silberstücke ausgegeben, um die Halle mit nutzlosem Zeug zu füllen. Du hast nicht einmal ein Silberstück gebraucht und hast sie mit Licht erfüllt. Du hast sie mit dem gefüllt, was die Menschen brauchen."
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« Antworten #18 am: 25. Februar 2011, 22:15:47 »

Der Alte Mann

Es war einmal ein alter Mann. Der lebte ganz allein im Wald in einer kleinen Hütte und wahr sehr, sehr unglücklich. Jeden Tag saß er auf einer Bank vor seinem Häuschen und starrte vor sich hin. Er hörte nicht wie die Vögel sangen, er spürte den Wind nicht, der mit den Blättern der Bäume spielte, er fühlte nicht die Sonnenstrahlen auf seiner Haut, er roch den würzigen Tannenduft nicht, und er sah nicht, wie die Tiere des Waldes immer wieder zutraulich herankamen.

Er hielt den lieben langen Tag den Kopf gesenkt und dachte nach. Seine Gedanken kreisten immer nur um eine Sache. Warum, so fragte er sich wieder und wieder, warum nur war die Prophezeiung der schönen Fee nicht in Erfüllung gegangen? Dabei war der Fall doch ganz klar. Seine Mutter hatte ihm die Geschichte oft erzählt. Damals, als er vor vielen Jahren in dem tausend Jahre alten Wasserschloss, in der Mitte des Waldsees geboren wurde, damals, genau eine Stunde nach der Geburt, hatte plötzlich eine Fee an seiner Wiege gestanden.

Sie hatte wunderschöne lange Haare, erinnerte sich seine Mutter. Fein und schimmernd wie Spinnweben, auf die die Sonne scheint. Und sie hatte ein Lächeln auf den Lippen, das jeden, ob Mann oder Frau, dahinschmelzen ließ. Was die Fee dann gesagt hatte, das hat sich der Mann genau gemerkt, zu oft hatte es ihm seine Mutter, die nun natürlich längst gestorben war, wiederholen müssen. Am Ende des Regenbogens liegt ein großer Schatz für dich. Genau diese Worte hatte die Fee zu dem Säugling gesprochen. Dann war sie verschwunden.

Kaum war er alt genug, hatte der Mann auf der ganzen Welt nach diesem Schatz geforscht. Er war von Land zu Land gereist, hatte in den Bergen nach Edelsteinen, in den Flüssen nach Gold gesucht, und er war nach versunkenen Schiffen auf den Meeresgrund getaucht. Es war ein wildes, abenteuerliches Leben gewesen, voller Ungeduld und Gier. Doch den Schatz, nein, den hatte er nie gefunden. Er war arm wie eine Kirchenmaus geblieben, und sein Erbe, das schöne Wasserschloss, fiel an seinen jüngeren Bruder, weil er sich nie darum gekümmert hatte.

"Am Ende des Regenbogens, so ein Unsinn!" pflegte er regelmäßig am Ende seiner Grübeleien zu sagen und missmutig in die Hütte zurückzustampfen, um sich schlafen zu legen.

So lebte er dahin, bis eines Tages etwas geschah. Es hatte tagelang geregnet, doch plötzlich war mit Macht die Sonne durchgebrochen, obwohl es noch etwas nieselte. Der alte Mann saß mal wieder mit gesenktem Kopf vor seiner Hütte und zertrat wütend eine kleine Blume. Doch plötzlich veränderte sich das Licht, und der alte Mann schreckte auf. Und da sah er es. Ein riesiger Regenbogen spannte sich über den Wald, hoch über die höchsten Wipfel der Bäume. Ein Regenbogen in den schönsten Farben, so prächtig, wie er es noch nie gesehen hatte. Und das Ende des Regenbogen zeigte genau auf ihn.

Ja, der alte Mann saß direkt am Ende des Regenbogens. Da kam ihm die Erleuchtung. Der Schatz am Ende des Regenbogens, das war er selber. Der alte Mann begann zu weinen. Er ging in seine Hütte und weinte drei Tage und drei Nächte lang.

Dann trat er wieder heraus. Er holte tief Luft und spürte, wie das Leben in ihn zurückströmte. Er fühlte sich um Jahrzehnte jünger. Er sah auf den Boden und bemerkte einen kleinen Käfer, der auf den Rücken gefallen war. Er bückte sich und drehte ihn behutsam herum. Dann blickte er hoch und nahm wahr, dass der Himmel leuchtend blau war.

Da wusste er, dass ein langes, glückliches Leben vor ihm lag.
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