Das Weltentor
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Autor Thema: [Gilon Axtmeister] Das Handbuch des Darsamkuldar  (Gelesen 1058 mal)
Durgarnkuld
Spieler

Beiträge: 2.112


Der perverse Koala


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« am: 18. Januar 2011, 01:39:11 »

Dieses Werk ist all jenen gewidmet, welche ahnungslos in der Welt nach ihrem Platz suchen, ungebunden frei umhertreiben und dabei mehr hilflos, denn wahrlich frei sind; all jenen, welche nach mehr suchen, als das bloße Auge ihnen offenbaren vermag, den Tüchtigen, aber auch den Faulen, den Tapferen ebenso, wie den Feigen - es soll den göttlichen Funken heller lodern lassen, der in uns allen ruht, eine Anleitung zu dem sein, was einen wahren Darsamkuldar bewegt und beflügelt, mit all seinen Fehlern und Idealen, auf dass sich einige ihm annähern oder ihn gar verstehen mögen.
Es ist das Handbuch des Darsamkuldar.


  • Der Darsamkuldar achtet auf die Sichtweise eines Kindes. Denn ein Kind kann die Welt ohne Bitterkeit so sehen, wie sie ist. Wenn er wissen möchte, ob sein Gegenüber sein Vertrauen wahrlich verdient, schaut er ihm mit den Augen eines Kindes in das Angesicht.
  • Der Darsamkuldar vergisst niemals auch dankbar zu sein. Die höheren Mächte haben ihm im Kampfe beigestanden, die celestischen Heerscharen haben jedem Ding seinen rechten, wahren Platz zugewiesen und dem Darsamkuldar erlaubt sein Bestes zu geben. Seine Gefährten mögen meinen: „Was hat er doch für ein Glück!“, denn ein Darsamkuldar erreicht oft mehr, als seine Fertigkeiten allein erwarten lassen würden. Daher kniet er zur Gebetszeit nieder und dankt dem schützenden Mantel, dem er dient. Aber seine Dankbarkeit beschränkt sich nicht allein auf seinen Gott, denn er vergisst auch niemals seine wahren Freunde, seine Mer. Denn ihr Blut hat sich auf dem Schlachtfeld mit dem ihren vermischt. Einen Darsamkuldar braucht man nicht an die ihm gebotene Hilfe zu erinnern, er erinnert sich von allein daran und teilt seinen Lohn mit ihm.
  • Alle Wege führen durch das Herzen des Darsamkuldar. Er weiß, dass er letztlich seinen Weg selbst bestimmt und trifft dabei seine Entscheidungen mit Mut, Selbstlosigkeit und zuweilen auch einer Winzigkeit an schierer Verrücktheit. Er nimmt seine Leidenschaften an, doch zügelt er sich, dass er nicht ihr Sklave ist. Sie sind ein natürlicher Teil des Lebens, nichts, worauf er ganz und gar verzichten müsste. Er verliert dabei die Dinge von Bestand und die Bande, welche ihn festhalten, niemals aus dem Auge. Ein Darsamkuldar weiß genau zu unterscheiden zwischen dem, was vergänglich ist, und dem, was endgültig ist.
  • Der Darsamkuldar verlässt sich nicht nur auf seine eigenen Kräfte. Er benutzt auch die Energie und Wucht seines Gegners. Zu Beginn des Kampfes besitzt er nichts als seinen feurigen Eifer und die Kampftechnik, welche er sich durch jahrelange Übungen angeeignet hat. Bald stellt er jedoch fest, dass Übung und Eifer nicht allein ausreichen, um den Sieg zu erringen - es braucht dazu noch die Erfahrung. Da öffnet der Darsamkuldar sein Herz ganz und gar für seinen Gott und bittet ihn inbrünstig, dass er ihn erleuchtet, auf dass er aus den Hieben seines Gegners lernen vermag und sie zu seiner eigenen Verteidigen nutzen kann. Seine Gefährten könnten ihn für einfältig halten, wenn sie sagen: „Er hat den Kampf unterbrochen, um zu beten. Und er respektiert die Finten seines Gegners.“ Der Darsamkuldar lässt sich dadurch nicht provozieren. Er weiß, dass Übung allein, ohne Inspiration und Erfahrung, nichts zu bewirken im Stande ist.
  • Der Darsamkuldar ist wahrlich kein Betrüger, doch weiß auch er seinen Gegner abzulenken. Er geht dabei immer strategisch vor, um seine Ziele zu erreichen. Sollte er erschöpft und müde sein, wird er seinen Gegner in dem Glauben lassen, dass er geduldig ist und es nicht eilig hat in seinem Handeln. Wenn jener erwartet, dass er rechts angreift, zieht er seine Truppen nach links. Wenn jener sofort kämpfen will, so wird er im Berge einkehren und ihn warten lassen und ermüden. Seine Gefährten mögen wieder sprechen: „Seht wie schnell seine Begeisterung verrinnt“ Doch er schert sich nicht um ihr Gerede, denn sie kennen seine wahre Taktik dabei nicht. Ein Darsamkuldar weiß, was er will. Er muss sich dabei niemandem erklären. Viele Strategien eines Darsamkuldar richten sich nach den weisen Worten eines Horm de Clangeddin, der vor Äonen folgendes verhieß:
    „Lass deine Feinde glauben, dass der Ausgang des Kampfes dir nicht viel bedeutet und siehe, wie ihre eigene Begeisterung schlagartig verebben wird. Schäme dich keineswegs vorübergehend dich aus der Schlacht zu ziehen, wenn du spürst, dass der Feind im Moment stärker ist, als du. Was zählt ist nicht jede Schlacht allein, sondern der Ausgang des ewigen Krieges. Bist du stark genug, so scheue nicht davor zurück eine Schwäche einfach nur vorzutäuschen. Das lockt deinen Feind aus der Reserve und verführt ihn dazu zu früh anzugreifen. Im Kriege ist der Schlüssel zum Erfolg der Überraschungsangriff.“
  • Der Darsamkuldar wundert sich, dass sie viele Männer und Frauen, denen er im Verlaufe seines Lebens begegnet, immer als erstes von ihrer schlechtesten Seite zeigen. Sie verbergen ihre innere, göttliche Kraft hinter dem Mantel der Aggressivität, ihre Angst vor der Einsamkeit hinter der Maske der Unabhängigkeit. Sie können nicht einmal an ihre eigenen Fähigkeiten glauben, vertuen aber dennoch ihre Zeit damit ihre vermeidlichen Vorzüge in alle Winde des Berges zu verkünden. Der Darsamkuldar liest diese Zeichen bei vielen Leuten, denen er begegnet. Er lässt sich keineswegs von solch eitlem Schein täuschen und schweigt lieber, wenn sie versuchen, ihn zu beeindrucken. Doch ergreift er die erstbeste Gelegenheit, um seine eigenen Fehler zu korrigieren, denn er ist keineswegs blind für seine eigene Schwäche. Die anderen sind stets ein guler Spiegel unseres innersten Selbst. Der Darsamkuldar ist stets bestrebt sein eigener Meister zu werden.
  • Der Darsamkuldar kämpft manchmal mit jenen, die er liebt. Der Krieger, welcher seine Mer bei sich behält, wird niemals von den Beben des Lebens beherrscht und verunsichert.  Er hat die Kraft seine Schwierigkeiten zu überwinden und voranzuschreiten auf seinem Wege. Häufig jedoch fühlt er sich von jenen, welche er in der Kunst des Kampfes unterweist, auch herausgefordert. Seine Schüler fordern ihn zum Kampf heraus. Und dann zeigt der Darsamkuldar auch, wozu er in der Lage ist. Mit wenigen Paraden entwaffnet er seinen Schüler und die Harmonie kehrt wieder ein. „Warum tust du das, wo du ihnen doch höher bist, als der Gipfel dem Fuße des Berges?“, fragt ihn ein Reisender. „Weil sie, wenn sie mich herausfordern in Wahrheit mit mir in Kontakt treten wollen. Und ich so den Dialog zwischen uns aufrecht erhalten kann.“, entgegnet dann der Darsamkuldar. Bevor er einen Kampf bestreitet, fragt er sich wie weit seine Kampfkunst gereift ist. Er weiß, dass er aus vergangenen Schlachten bereits seine Lehren gezogen hat, auch wenn jene oft unendlich schmerzvoll war. Er mag einmal geblendet für eine falsche Sache gestritten haben oder für Menschen, die seiner aufrichtigen Liebe nicht gänzlich würdig waren. Aber Sieger machen niemals zweimal den gleichen Fehler. Daher riskiert der Darsamkuldar sein Herz auch nur dafür, wofür es wert ist.
  • Der Darsamkuldar verfolgt stets diesen Leitspruch: „Die Beharrlichkeit ist günstig.“ Er weiß, dass Beharrlichkeit nichts mit Trotz zu tun haben muss. Es gibt Zeiten in denen sich die Kämpfe des Lebens unnötig hinziehen, an seinen Kräften zehren und sein Eifer schwinden scheint. In diesen Augenblicken kehrt sich der Darsamkuldar in sich selbst und denkt nach. Ein Krieg, der zulange tobt, wird letztlich auch das Land, welches gesiegt hat, zerstören. Daher zieht er seine Truppen vom Schlachtfeld ab und gönnt ihnen eine wohlverdiente Pause. Er bleibt beharrlich im Wollen, doch weiß er den besten Augenblick für einen erneuten Angriff abzuwarten. Der Darsamkuldar kehrt niemals seinem Kampf den Rücken und kehrt stets zurück, allerdings nicht aus Trotz, sondern, weil sich das Blatt gewendet hat, zu seinen Gunsten.
  • Der Darsamkuldar ist stolz auf seine Herkunft. Niemals wird er, egal aus welchen Verhältnissen er stammt, jene verleugnen. Er zieht seine eigene Bilanz daraus und sieht es als einen Ansporn aus seinen Wurzeln heraus zu handeln.
  • Der Darsamkuldar tut immer Außergewöhnliches. Er mag einer verrückt anmutenden Idee anhängen und sie verfolgen, oder einem gänzlich Fremden die Hand reichen und ihn als Freund aufnehmen. Er schämt sich nicht über vergangenen Schmerz zu weinen oder über neue Entdeckungen ehrlich zu jauchzen. Wenn er spürt, dass der Ruf seines Gottes ihn ereilt, so wird er alles zurücklassen und aufbrechen zu einer Mission von der er immer schon träumte. Wenn er erkennt, dass er an seine Grenze gekommen ist, so lässt er den Kampf hinter sich und zieht sich zurück, ohne dabei an Vorwürfe zu denken. Ein Darsamkuldar verbringt seine Tage nicht damit einer Rolle gerecht zu werden, die andere für ihn bestimmt haben. Er wandelt auf dem Pfad seines Gottes, der Gerechtigkeit und der Rechtschaffenheit, um jenen Gules zu bringen, welche dessen allzu sehr entbehren müssen.
  • Der Darsamkuldar verliert niemals seinen leuchtenden Blick. Er steht mit beiden Füßen fest auf dem Boden und nimmt am Leben Anderer teil, tritt dabei seine Reise ohne Rucksack und Sandalen an, wenn es verlangt wird. Nicht immer kann er dabei all dem gerecht werden, wonach er strebt, doch verliert er dabei niemals den Mut.
  • Der Darsamkuldar leidet oft unter den Dingen, welch es gar nicht wert sind. Manchmal ist er kleinlich und kann sich nicht vorstellen, dass er auch er selbst fähig ist noch zu wachsen. Doch hält er sich ebenso auch häufig eines Segens oder eines Wunders seines Gottes für unwürdig. Er weiß nicht immer, was er genau hier tuen soll, verbringt schlaflose Nächte auf der Suche nach dem wahren Sinn seines Seins. Deshalb ist er ein Darsamkuldar. Weil er sich irrt, weil er sich die wichtigen Fragen stellt, weil er einen Sinn sucht. Und er wird ihn sicherlich in der Umarmung seines Gottes finden.
  • Der Darsamkuldar wählt sich seine Feinde selbst. Er kennt seine Fähigkeiten und Talente und braucht sie nicht in alle Welt hinauszuposaunen. Dennoch erscheint stets jemand, der ihn herausfordern will. Für den Darsamkuldar gibt es kein „besser“ oder „schlechter“. Jeder hat die Talente, die er für seinen eigenen Weg braucht. Doch es gibt Leute, die werden unermüdlich weiter bohren. Sie setzen alles daran ihn zu verärgern und seine Geduld zu überwinden. In solchen Momenten sagt sein Herz: „Kümmere dich nicht um diese Beleidigungen, sie werden deine Geschicklichkeit im Kampfe nicht schmälern. Du würdest dich nur sinnlos verausgaben mit ihnen.“ Der Darsamkuldar verschwendet seine Zeit nicht, sich auf Provokationen einzulassen. Er hat ein Schicksal, welches es zu erfüllen gilt.
  • Der Darsamkuldar erinnert sich an die alten Worte von Gromgar Hammerfaust, dem einstigen Taktiker der Großen Spalte: „Auch wenn ich all dies durchgemacht habe, was ich durchgemacht habe, so bereue ich die Schwierigkeiten nicht, in welche ich mich begeben habe. Denn sie sind es, welches mich hierhin geführt haben, wohin ich zu gelangen wünschte. Jetzt ist alles, was mir geblieben ist, jenes Kuld und ich übergebe es jedem, der bereit ist jenen Weg ebenfalls zu beschreiten. Ich trage die Spuren und Narben zahlloser Schlachten, sie sind Zeugen dessen, was ich erlebt habe, sowie Belohnungen für das, was ich errungen habe. Diese Spuren und Narben sind es, welche mir die Pforte zu den heiligen Hallen der Seelenschmiede und an der Seite von Clangeddin öffnen werden. Es gab einmal eine Zeit in der ich nur Heldentaten lauschte, statt sie zu vollbringen, eine Zeit in der ich nur lebte, weil ich es eben musste. Aber jetzt lebe ich, weil ich ein Krieger bin. Und weil ich eines Tages an der Seite desjenigen sein will, für den ich so gekämpft habe.
  • In dem Moment ab dem er losmarschiert, erkennt der Darsamkuldar bereits den Weg. Jeder Stein, jede Biegung des Weges heißen ihn willkommen. Er wird eins mit den Bergen und ist in diesem Moment offen in seinem Herzen für seinen Gott, bereit für die Wirrungen, welche das Leben für ihn bereit halten wird. Und gleich, was ihm dort begegnen wird, so hat er ab diesem Punkt alles in seiner Macht, denn er selbst war es, der diesen Weg gewählt hat. Daher hat er auch keinen Grund sich zu beklagen.
  • Die Götter sind mit dem Darsamkuldar, denn er ist ihre Verkörperung auf Erden. Alle Welt wird sich stets erneuern und jede Hoffnung, jeder Gedanke, der nicht auf schierem Eigennutz beruht, wird einmal auch Wirklichkeit werden. Wichtiges überdauert, Unwichtiges vergeht. Doch der Darsamkuldar weiß, dass er nicht über die Träume anderer zu richten hat und verschwendet seine Zeit nicht damit die Entscheidungen der Anderen zu kritisieren. Um an seinen eigenen Weg zu glauben, muss er nicht beweisen, dass der Weg des Anderen falsch ist.
  • Der Darsamkuldar überlegt sehr genau welche Ziele er erreichen muss. Ungeachtet wie überwältigend die Hindernisse auch scheinen mögen, findet er immer einen Weg sie zu erreichen. Er wird jede Herangehensweise überprüfen, seine Waffe bereit zum Kampf machen und sein Herz mit der nötigen Zuversicht füllen, um der Herausforderung gewachsen zu sein. Doch unterwegs begegnet der Darsamkuldar auch stets Schwierigkeiten mit denen er nicht gerechnet hat. Wenn er auf den idealen Augenblick wartet, wird er niemals von der Stelle kommen. Um den nächsten Schritt zu tun, bedarf es stets dem göttlichen Funken ihn einem jeden von uns, der den Entschluss stärkt. Der Darsamkuldar vertraut auf seinen Funken, denn es lässt sich in keinem Bereich des Lebens immer alles vorausplanen.
  • Der Darsamkuldar kennt seine Fehler genau, aber auch seine eigenen Vorzüge. Einige seiner Gefährten mögen sich beklagen: „Andere haben stets mehr Glück als wir“ - Es kann sein, dass sie im Recht sind, aber ein Darsamkuldar lässt sich davon nicht lähmen und versucht seine Talente so gul zu nutzen, wie er es vermag. Er weiß, dass die Stärke des Bären in seinen Pranken liegt, die Stärke des Adler, wie er auf sein Ziel hinabstößt in völliger Zielsicherheit. Daher versucht der Darsamkuldar ebenfalls herauszufinden worauf er sich verlassen kann und überprüft stets seine Ausrüstung, welche aus derer Drei besteht: Glaube, Liebe und Hoffnung. Sind alle drei vorhanden, so zögert er nicht seinen Weg fortzusetzen.
  • Der Darsamkuldar weiß, dass niemand allein töricht ist, weil das Leben uns alle auf die Probe stellt und in die Lehre nimmt, nur braucht es dafür manchmal Zeit. Er gibt immer sein Bestes und erwartet dies auch von den Anderen. Außerdem spornt er großzügig seinen Nächsten ebenfalls dazu an sein Bestes zu geben. Einige Gefährten könnten murren: „Es gibt aber auch undankbare Leute“ Doch davon lässt sich der Darsamkuldar nicht abbringen und spornt weiter seinen Nächsten an, weil er damit letztlich auch sich selbst zugleich anspornt.
  • Jeder Darsamkuldar hatte bereits einmal Angst davor in den Kampf zu treten. Jeder Darsamkuldar könnte auch in der Vergangenheit einmal gelogen oder gar jemanden verraten haben. Jeder Darsamkuldar hat bereits einen Weg beschritten, welcher nicht der seinige war. Jeder Darsamkuldar hat schon wegen bedeutungsloser Dinge gelitten. Jeder Darsamkuldar hat schon gemeint, dass er kein Darsamkuldar sei oder dessen nicht würdig. Jeder Darsamkuldar hat bereits einmal bei seinen spirituellen Verpflichtungen versagt. Jeder Darsamkuldar hat schon einmal einen Geliebten verletzt.
    Darum ist er ein Darsamkuldar. Kraft dieser Erfahrungen und weil er die Hoffnungen niemals aufgegeben hat, sich zu bessern.
  • Der Darsamkuldar steht zu seinen Mer. Jeder einzelne kann sich der vollständigen Unterstützung des Darsamkuldar bewusst sein und wird von ihm stets behandelt wie die nächsten Verwandten, die er kennt. Niemals wird er seine Begleiter im Stich lassen, um sich selbst zu retten. Wenn der Kampf unausweichlich ist, wird er als ihr Schild an ihrer Seite kämpfen und dies mit Stolz auf seine Mer.
  • Der Darsamkuldar hört stets auf den Rat kluger Ältester. Wie auch des hohen Horm de Moradin Drumbar Donnerschild: „Die Folgen unseres Handelns sind der Talk für die Feigen und für die Weisen strahlendes Gold. Die Welt ist ein Strategiebrett und der Verlauf unsere alltäglichen Arbeiten. Die Regeln sind die Gesetze der Götter. Dabei können wir unseren Gegenspieler nicht sehen, doch wissen wir, dass auch er gerecht, geduldig und rechtschaffen ist.“ Es ist dem Darsamkuldar überlassen, ob er die Herausforderung annimmt, oder auch nicht. Denn sein Gott wird denjenigen, welchen er sich annimmt und liebt, keinen Fehler durchgehen lassen und ihnen nicht erlauben so zu tuen, als kennen sie die Spielregeln nicht.
  • Der Darsamkuldar schiebt seine Entscheidungen nicht auf. Er überlegt gründlich bevor er handelt, lässt seine Übungen und Pflichten gegenüber den Bedürftigen und Geliebten niemals außer Acht. Er bemüht sich um Gelassenheit und betrachtet jeden Schritt, als wäre er der Wichtigste von allen. Sobald der Darsamkuldar seine Entscheidung getroffen hat, zweifelt er seine Entscheidung nicht mehr an und setzt seinen Weg fort. Niemals weicht er von seinem gewählten Pfad ab, auch wenn die Widrigkeiten nicht immer dem entsprechen, was er sich vorgestellt hat. War seine Entscheidung richtig, so geht er siegreich aus seinen Begegnungen hervor, auch wenn es länger dauern kann, als er erwarte hat. War seine Entscheidung jedoch falsch, so wird er geschlagen werden und muss von Beginn wieder anfangen - mit mehr Weisheit. Der Darsamkuldar geht den eingeschlagenen Weg bis ans Ende.
  • Seine besten Meister findet der Darsamkuldar unter den Mer, welche mit ihm auf dem Schlachtfeld stehen. Das hat ihn die Erfahrung gelehrt. Es ist gefährlich um einen Rat zu bitten und noch weit gefährlicher einen selbst zu geben. Wenn er Hilfe braucht, wird er sich daran orientieren, wie seine Freunde bisher ihre Probleme bewältigt oder auch nicht bewältigt haben. Wenn er Erleuchtung sucht, so liest er von den Lippen seines Nächsten die Worte ab, die sein Gott ihm mitteilen will. Ist er müde oder alleine, so träumt er nicht von fernen Mer, er wendet sich an die Leute an seiner Seite und teilt mit ihnen den Schmerz, der ihn plagt. Der Darsamkuldar weiß, dass der fernste Stern am Firmament sich in den kleinen Dingen der unmittelbaren Umgebung offenbart.
  • Der Darsamkuldar sucht nicht den Tod in der Schlacht, doch wird er, wenn er seinen Gott, seine Kirche und die Unschuldigen beschützen muss, bis zum letzten Blut kämpfen. Dabei verlässt er sich nicht auf faule Tricks, Lügen und Wortbruch, sondern einzig auf den Schild seines Glaubens. Mit einem Lächeln begegnet er dem, was da kommen mag und wirft sich für seine Kirche und seine Ideale in die Schlacht.
  • Der Darsamkuldar teilt seine Dinge mit den Leuten, welche er liebt. Wenn sie mutlos sind, wird er versuchen sie darin zu bestärken ihren Träumen zu folgen. In solchen Momenten erscheint der Gegner und hält zwei Tafeln in den Händen. Auf einer steht geschrieben: „Denk mehr an dich, behalte deine Segnungen für dich selbst, sonst wirst du am Ende alles verlieren!“ - Auf der anderen steht: „Wie kommst du dazu anderen zu helfen, siehst du etwa deine eigenen Fehler nicht?“ - Der Darsamkuldar weiß um seine Fehler, aber er weiß auch, dass er nicht alleine wachsen kann und sich nicht von seinen Gefährten absondern darf. Daher schleudert er beide Tafeln zu Boden, selbst wenn er glaubt, dass sie vielleicht ein Körnchen Wahrheit enthalten. Sie werden zu Staub und Sand und der Darsamkuldar fährt fort diejenigen anzuspornen, die ihm nahestehen.
  • Der Weg des Darsamkuldar wird so beschrieben: „Der Weg schließt vor allem mit ein, was klein und zart ist. Der Darsamkuldar weiß immer den richtigen Augenblick, um die richtige Haltung einzunehmen. Auch wenn du schon mehrfach mit deiner Waffe einen Streich geführt hast, achte immer erneut auf den Griff der Waffe und wie du zum Angriff ansetzt. Wenn der Anfänger sich dessen bewusst ist, wessen er bedarf, so wird er am Ende geschickte sein, als der zerstreute Weise. Liebe anzuhäufen bedeutet Glück, Hass anzuhäufen bedeutet Unglück. Wer die Probleme nicht kennt, lässt am Ende die Pforte offen und lässt so die Tragödien herein. Der Kampf hat nichts mit Streit zu tuen.“
  • Der Darsamkuldar meditiert. Er setzt sich an einen Platz und überlässt sich ganz und gar dem göttlichen Licht. Tut er dies, so wird er versuchen an nichts zu denke. Er löst sich von Gedanken der Lust, von den Herausforderungen und Offenbarungen. Dabei gestattet er seinen Gaben und Kräften sich zu zeigen. Auch wenn er sie nicht sofort erkennt, so werden diese Gaben und Kräfte sein Leben bestimmen. Während er meditiert ist der Darsamkuldar nicht mehr nur er selbst allein, sondern ein Teil seines Gottes. Diese Augenblicke erlauben ihm seine Verantwortung wahrzunehmen und im Einklang mit ihr zu handeln. Ein Darsamkuldar weiß, dass in der Stille seines Herzens eine Ordnung liegt, die ihm den Weg weisen wird.
  • Der Darsamkuldar denkt manchmal: „Was ich nicht tue, wird niemals getan.“ Das stimmt so nicht. Er soll handeln, aber er soll auch der Fügung der Götter gestatten im günstigsten Augenblick zu handeln. Wer etwas erzwingen will, wird niemals den wahren Weg des Darsamkuldar beschreiten.
  • Hat ein Darsamkuldar ein Unrecht erlitten, so zieht er sich oft zurück, weil er allein sein will und den anderen seinen Schmerz nicht zeigen. Dies ist sowohl gul, wie auch schlecht. Eines ist, zuzulassen, dass das Herz langsam seine eigenen Wunden heilt. Etwas anderes ist es den ganzen Tag vor sich her zu grübeln aus der Furcht seine Schwäche zu zeigen. In jedem von uns wohnt gules, wie böses, deren Stimmen sich sehr ähnlich sind. In schwierigen Zeiten unseres Lebens führt der innere Dämon Selbstgespräche und versucht uns weis zu machen, wie verletzlich wir doch sind. Der Engel in uns hält uns dazu an unsere Haltung zu überdenken und offenbart sich zuweilen durch den Mund unseres Nächsten. Der Darsamkuldar findet einen Mittelweg zwischen Einsamkeit und Abhängigkeit.
  • Ein Darsamkuldar braucht Liebe. Zuneigung und Wertschätzung gehören zu seiner Natur wie das Bedürfnis zu essen, zu trinken und die Lust am gulen Kampfe. Wenn der Darsamkuldar im Angesicht der Schönheit der göttlichen Schöpfung kein Glück empfindet, stimmt etwas nicht. In diesen Momenten sucht sich der Darsamkuldar seine Gefährten, um gemeinsam jene Wunder zu genießen und zu erleben. Denn ein Darsamkuldar nutzt die Einsamkeit - lässt sich aber nicht von ihr benutzen.
  • In vollkommener Entspannung zu leben ist unmöglich. Der Darsamkuldar weiß dies. Vom Bogenschützen hat er gelernt, dass der Bogen, wenn man den Pfeil weit schießen möchte, gut gespannt sein muss. Von den Sternen hat er gelernt, dass nur ihre unermüdliche Hitze sie so hell strahlen lässt. Der Darsamkuldar hat gesehen, dass ein prächtiges Ross alle Muskeln anspannt ehe es zum Überspringen des Hindernisses ansetzt. Trotzdem wird er nie Anspannung mit Nervosität verwechseln.
  • Strenge und Barmherzigkeit sind beim Darsamkuldar stets im Gleichgewicht. Um seinen Traum zu verwirklichen braucht er einen festen Willen und gleichzeitig die Fähigkeit sich hinzugeben. Er hat ein Ziel, doch heißt dies nicht, dass der Weg, der ihn dorthin führt, auch gleichzeitig der ist, den er sich immer vorstellt. Daher macht der Darsamkuldar gebrauch von Disziplin und Mitgefühl. Sein Gott wird keinen Gläubigen jemals im Stich lassen, doch sind die Wege der Götter unergründlich und sie bauen den Weg mit unseren Schritten. Disziplin und Hingabe schüren im Darsamkuldar die Begeisterung. Niemals noch hat Routine die Berge versetzt.
  • Der Darsamkuldar verhält sich manchmal wie Wasser und schlängelt sich durch die Hindernisse hindurch, auf die er trifft. Es gibt Augenblicke in denen bedeutet Widerstand bieten, zerstört zu werden. Darum passt er sich den Gegebenheiten an. Er nimmt ohne zu Murren an, dass die Steine des Lebens in durch die Berge führen. Darin liegt die Kraft des Wassers. Kein Hammer vermag es zu zertrümmern und keine Klinge zu zerschneiden, selbst das mächtigste Schwert aller Welten vermag nicht einmal seine Oberfläche zu ritzen. Ein Fluss passt sich dem Weg an, der möglich ist, vergisst aber nie sein Ziel: das Meer. Zart an der Quelle, schwillt er durch die Flüssen gespeist, welche er auf seinem Weg antrifft, stetig an, bis von einem bestimmten Punkt an seine Macht allumfassend ist.
  • Der Darsamkuldar bewahrt stets die Ruhe und einen kühlen Kopf. Schmähungen seiner Feinde lassen ihn nur milde lächeln, denn nichts wäre ihm mehr zuwider, als unbedacht und in blinder Rage sich in den Kampf zu stürzen. Dies ist nicht sein Kampf, nicht der gule Kampf, den er sucht.
  • Für den Darsamkuldar gibt es nichts abstraktes. Alles ist konkret und alles geht ihn etwas an. Er sitzt nicht gemütlich in seinem Heim und schaut dem Treiben der Welt einfach nur zu. Er nimmt jede Herausforderung an, sich selbst zum Besseren zu verändern. Einige seiner Gefährten verbringen ihr Leben damit sich über den Mangel an Entscheidungsmöglichkeiten zu beklagen. Oder über fremde Entscheidungen herzuziehen. Der Darsamkuldar jedoch setzt seine Gedanken in Taten um. Manchmal wählt er ein falsches Ziel. Dann zahlt er den Preis ohne Wenn und Aber für diesen Fehler. Dann kommt er wieder vom Weg ab und verliert viel Zeit damit auf seinen Pfad zurückzukehren. Aber ein Darsamkuldar verliert sein Ziel nie aus den Augen.
  • Der Darsamkuldar ist wie ein Fels. Befindet er sich auf ebenem Terrain und alles um ihn herum ist in Harmonie, so wankt er nicht. Die Menschen können ihre Häuser und Zukunft auf ihm bauen, während die Stürme des Schicksals ihnen nichts anhaben können. Befindet er sich jedoch auf geneigtem Terrain und um ihn herum ist kein Gleichgewicht, dann zeigt er seine Kraft. Er rollt auf den Feind zu, der den Frieden bedroht. In diesen Augenblicken ist der Darsamkuldar zerstörerisch und niemand wird ihn aufhalten können. Der Darsamkuldar denkt zugleich an den Krieg und an den Frieden und weiß den Umstanden entsprechend zu handeln.
  • Wenn der Darsamkuldar zu sehr auf seine Intelligenz vertraut, wird er am Ende die Kraft des Gegners unterschätzen. Man darf nicht vergessen, dass es auch Augenblicke gibt in denen Kraft wirksamer ist, als Strategie. Ein Arenakampf gegen den wilden Löwen dauert nur wenige Minuten. Der Löwe bemerkt schnell, dass er betrogen wird und reagiert, indem er sich auf den Kämpfer stürzt. In solchen Momenten helfen weder ein Geistesblitz, noch ein Einwand, weder Intelligenz noch Charm dem Kämpfer. Daher unterschätzt ein Darsamkuldar niemals die rohe Gewalt. Wenn sie zu heftig wütet, zieht er sich zurück, bis die Kraft des Feindes erschöpft ist.
  • Der Darsamkuldar ist, wenn seine Stunde schlägt ins Reich seines Gottes aufzusteigen, ehrenvoll und akzeptiert die Wendungen des Kampfes. Der Gegner, der ihm die Klinge an den Hals trägt, wird vergeblich auf Bitten und Betteln warten, denn der Darsamkuldar ehrt selbst den niederträchtigsten Feind, wenn er ihn besiegt und sieht dem Tod ins Auge, denn er weiß, dass sein Glaube ihn dorthin führt, wo sein Gott ihn hinbeordern will.
  • Der Darsamkuldar erkennt, wenn der Feind stärker ist als er. Beschließt er sich ihm zu stellen, so wird er vernichtet werden. Lässt er sich auf die Provokationen ein, wird er in seine Falle gehen. Er wird dann Diplomatie walten lassen, um die schwierige Lage zu meistern. Wenn der Gegner jedoch trotz der Geduld des Darsamkuldar weiter wütet, so wird er sich ihm entgegenstellen, ungeachtet seiner offensichtlichen Unterlegenheit.
  • Ungerechtigkeit lässt den Darsamkuldar nicht gleichgültig. Er weiß, dass alle Dinge eins sind und jede Handlung alle anderen beeinflusst. Daher benutzt er, wenn er auf das Leid eines anderen trifft, seine Waffe, um die Ordnung der Dinge wiederherzustellen. Doch selbst, wenn er gegen die Unterdrückung kämpft, wird er die Unterdrücker nie verurteilen wollen, denn sie werden sich ihren Göttern selbst verantworten müssen. Und hat der Darsamkuldar seine Aufgabe erfüllt, so wird er sie nicht werten und keinen Kommentar dazu abgeben. Der Darsamkuldar ist auf der Welt, um allen zu helfen und nicht, um seinen Nächsten zu verurteilen.
  • Der Darsamkuldar ist niemals feige. Die Flucht kann zur Kunst der Verteidigung zählen, darf aber nicht angetreten werden, wenn die Angst groß ist. Im Zweifelsfalle wird der Darsamkuldar eher die Niederlage in Kauf nehmen und seine Wunden pflegen, weil er weiß, dass er mit seiner Flucht dem Angreifer mehr Macht gibt, als jener verdient. In schwierigen und schmerzlichen Situationen stellt sich der Darsamkuldar der Lage heldenhaft, schicksalsergeben und mutig.
  • Weil er weiß, dass die Zeit für ihn arbeitet, hat es ein Darsamkuldar nie eilig. Er lernt seine Ungeduld zu meistern und vermeidet unüberlegtes Handeln. Geht er langsam, wird er bemerken, wie fest seine Schritte sind. Er weiß, dass er an einem entscheidenden Augenblick der Geschichte teil hat und sich selbst ändern muss, ehe er die Welt verändern kann. Der Darsamkuldar pflückt eine Frucht erst, wenn sie auch wirklich reif ist.
  • Der Darsamkuldar braucht sowohl Geduld, wie auch Schnelligkeit. Die zwei größten strategischen Fehler sind: vor der Zeit handeln, oder aber die Gelegenheit verstreichen lassen. Um dies zu verhindern, behandelt der Darsamkuldar jede Situation als etwas einmaliges und wendet auf sie weder Formeln und Rezepte oder fremde Meinungen an. Als ein Schüler den großen Kommandanten Hammerschlag fragte, worin das Geheimnis seines Erfolges bestehe, antwortete jener: „Ich habe mich niemals in etwas hineingestürzt, ohne einen Rückzug mir überlegt zu haben. Gleichzeitig habe ich mich aber auch niemals auf etwas eingelassen mit der Absicht, mich sofort wieder zurückzuziehen.“
  • Der Darsamkuldar lässt keinen Hass in sein Herz. Wenn er sich in den Kampf begibt, so wird er jeden seiner Feinde ehren, auch wenn sie ihn nicht ehren. Aber er weiß auch, dass Verzeihen und Ehren nicht bedeutet, alles hinzunehmen. Der Darsamkuldar darf den Kopf nicht senken, sonst verliert er den Horizont seines Traumes aus dem Blick. Er akzeptiert, dass die Feinde da sind, um ihn auf die Probe zu stellen. Sie sind ihm ein Segen, denn sie zwingen ihn für seinen Traum zu kämpfen. Der Darsamkuldar geht gestärkt aus der Erfahrung des Kampfes hervor.
  • Die Vergangenheit ist dem Darsamkuldar stets gegenwärtig. Er weiß um die lange Suche von Religion und Spiritualität, weiß, dass sie einige der besten Seiten in der Geschichte geschrieben hat und einige ihrer schlimmsten Kapitel. Massaker, Opfer und Blutvergießen. Sie wurde zu eigennützigen Zwecken benutzt und ihre Ideale wurden zu Bannern schrecklicher Vorhaben pervertiert. Der Darsamkuldar hat immer wieder Kommentare gehört, die auf die Frage hinausliefen: „Wie soll ich wissen, ob dieser Weg der richtige ist?“ und hat viele verzagen sehen, weil es auf diese Frage keine Antwort gab. Den Darsamkuldar plagen keine Zweifel, er folgt einer sicheren Regel. An seinen Erzadern erkennt man den rechten Berge. Der Darsamkuldar befolgt diese Regel und irrt sich nie.
  • Der Darsamkuldar kämpft stets ehrenhaft. Er wird keine niederträchtigen Tricks, Gifte oder Grausamkeit verwenden, um die Schlacht zu gewinnen. Dies entspricht nicht seinem Weg, nicht seinem Traum. Wenn sein Gegner gegen die Regeln verstößt, so nimmt es der Darsamkuldar ohne Murren hin und hält sich selbst weiter an jenen festen Rahmen, auch wenn sein Feind ihn mit Füßen tritt. Dennoch ist auch der Darsamkuldar ein Meister des Kampfes und List und Täuschung sind ihm nicht fremd. Es sind bewährte Mittel des Krieges und, wenn er sich ihrer bedienen kann, wird er einen Überraschungsangriff oder Hinterhalt gegen den Feind führen, um ihn in seinem wunden Moment zu erwischen. Er folgt den militärischen Gesetzmäßigkeiten, die seinem Weg nicht im Widerspruch stehen.
  • Intuition ist dem Darsamkuldar sehr wichtig. Währen des Kampfes hat er keine Zeit, um über die Paraden seines Gegners nachzudenken. Dann benutzt er seinen Instinkt und gehorcht seinem Herzen. In Friedenszeiten entziffert er die Zeichen seiner Götter. Einige Leute sagen, dass er verrückt sei oder in einer Fantasiewelt lebe. „Wie kann er sich auf Dinge verlassen, die jeder Logik entbehren?“ Doch der Darsamkuldar weiß, dass die Intuition der Weg seines Gottes ist und horcht weiter in sein Inneres und achtet die Zeichen um ihn herum.
  • Der Darsamkuldar hat schon häufig Leute sagen hören: „Ich möchte erst einmal die Sache genau verstehen, ehe ich mich entscheide. Ich möchte mir die Möglichkeit offen halten mich umzuentscheiden.“ Der Darsamkuldar betrachtet diese Aussage mit Misstrauen. Auch er kann die gleiche Freiheit besitzen, doch das hindert ihn nicht daran einer Verpflichtung nachzukommen, auch wenn er nicht mehr genau weiß, warum er sie eingegangen ist. Ein Darsamkuldar fällt Entscheidungen. Seine Seele ist so frei wie der Rauch von Kohlen im Winde, doch er ist seinem Traum verpflichtet. Auf seinem freigewählten Weg, muss er zuweilen mit Leuten sprechen, die ihn nicht weiterbringen, oder auf einiges verzichten. Seine Mer meinen: „Du opferst dich umsonst auf. Du bist nicht frei.“ Der Darsamkuldar ist frei. Aber er weiß, dass ein offener Ofen kein Metall schmelzen vermag.
  • Kleine Dinge können der Ursprung großer Übel werden. Daher achtet der Darsamkuldar auf sie. Ein Dorn, sei er auch noch so klein, zwingt einen Wanderer dazu seine Wanderung zu unterbrechen. Die Erinnerung an einen kurzen Augenblick der Angst, lässt die Feigheit jeden Morgen wiederkehren. Ein noch so kleiner Moment der Unachtsamkeit genügt, um dem Gegner den fatalen Stoß zu erlauben. Der Darsamkuldar achtet auf die kleinen Dinge. Machmal ist er hart zu sich selber, aber er denkt, dass es besser so ist. Der Teufel steckt im Detail.
  • Auch der Darsamkuldar droht einmal den Glauben zu verlieren. In diesen Augenblicken fragt er sein Herz, ob sich so viel Mühe überhaupt lohnt. Doch sein Herz schweigt dazu. Dann erinnert sich der Darsamkuldar, dass auch andere vor ihm den Glauben einmal verloren oder meinten, dass sie ihn verloren hätten. Auch sie hätten manche Mühsal lieber erspart bekommen, doch auch wenn sie im Glauben zu wanken drohten, gaben sie doch niemals auf. Der Darsamkuldar kämpft weiter auf seinem Weg und schließlich kehrt die Festigkeit des Glaubens wieder zu ihm zurück.
  • Der Darsamkuldar weiß, dass kein Lebewesen eine einsame Bergspitze ist. Wie auch immer sein Plan aussieht, er wird Mitstreiter dafür brauchen. Er braucht jemanden, den er um Hilfe bitten, dem er seine Strategie berichten und in ruhigen Stunden am Lagerfeuer Geschichten erzählen kann. Doch er lässt nicht zu, dass die Leute seine Zugänglichkeit mit Unsicherheit verwechseln. Er ist durchschaubar in seinem Handeln und verschwiegen in seinen Plänen. Der Darsamkuldar tanzt mit seinen Mer, doch überträgt er niemandem die Verantwortung für seine Schritte.
  • In den Kampfpausen ruht sich der Darsamkuldar aus. Häufig verbringt er lange Tage mit Nichtstun, weil die sein Herz verlangt. Doch seine Intuition bleibt hellwach. Er begeht nicht die Sünde der Faulheit, weil er weiß, wohin jene führt. Der Darsamkuldar nennt dies „Friedlosstille“ und ihm fallen dazu die Worte ein: „Seid kalt oder heiß, denn wenn ihr lauwarm seid, werdet ihr vergehen.“ Der Darsamkuldar ruht sich aus und lacht, aber er ist immer wachsam.
  • Der Darsamkuldar weiß, dass sich jeder vor jedem fürchtet. Diese Angst äußert sich im Allgemeinen in Aggressivität oder Unterwürfigkeit. Es sind dies zwei Seiten von ein und demselben Problem. Stellt er sich also einem furchteinflößenden Gegner, erinnert er sich, dass sein Gegenüber selbst unsicher ist. Doch wankt auch dieser nicht in seinem Handeln. Warum? Weil er die Angst als Antrieb nutzt, nicht als Bremse. Da lernt man vom Gegner und nimmt dies selbst an.
  • Der Darsamkuldar ist immer vorsichtig, wann er seine Waffen zieht. Denn einmal gezogen, verlangen sie nach einem Kampf und der Darsamkuldar will keine Unschuldigen verletzen, oder einen entwaffneten Feind angreifen. Daher handelt er nur mit Bedacht und wägt ab, wann es nötig ist von Waffen Gebrauch zu machen und wann er mit einem mächtigen Wort dem Kampf Einhalt gebieten vermag.
  • Für den Darsamkuldar gibt es keine unmögliche Liebe. Er lässt sich nicht von der kalten Gleichgültigkeit abschrecken und weiß, dass unter der eisigen Maske einiger Menschen ein feuriges Herz schlägt. Daher riskiert er auch mehr, als andere. Unablässig sucht er die Liebe eines Menschen, auch wenn dies bedeutet häufiger das Wort Mos zu hören, besiegt nach Hause zu gehen und abgewiesen zu fühlen. Der Darsamkuldar lässt sich nicht einschüchtern, wenn er holt, was sich gehört. Ohne liebe ist er und jeder sonst nichts.
  • Der Darsamkuldar neigt nicht zu Übertreibungen und verachtet jede Form der Selbsterhöhung. Er weiß warum er tut, was er tut. Es spielt dabei keine Rolle, ob jeder weiß, dass er verantwortlich war für jene Taten, sondern, dass sie etwas bewirkten. Er fühlt sich bei jedem Lob geehrt und sieht sich als ein Werkzeug seines Glaubens, seines Gottes und seiner Mer.
  • Der Darsamkuldar kennt die Stille, die einem Kampf vorausgeht. Diese Stille scheint zu sagen, dass es fürs erste vorbei ist. Es ist ruhig und man sollte die Zeit nutzen, um sich zu vergnügen. Unerfahrene Kämpfer legen in diesen Momenten die Waffe ab und klagen gar über Langeweile. Der Darsamkuldar jedoch achtet auf diese Stille. Er weiß, dass die zerstörerischsten Katastrophen ohne Vorwarnung kommen. Während die anderen sich unterhalten und fröhlich sind, übt sich der Darsamkuldar im Kampf und behält den Horizont im Blick für den aufkeimenden Sturm.
  • Der Darsamkuldar ist ein standhaftes Bollwerk des Glaubens, des Lichts und seines Gottes. Er steht für die Tugenden ein, an die er glaubt und würde auch für sie sterben. Doch sucht er keinen Narrentod auf dem Feld der Schlacht. Er weiß zu unterscheiden, wann der Kampf aussichtslos ist und der Rückzug die weisere Wahl der Taktik ist. Dabei flieht er nicht, denn nur wem Furcht im Herzen steht, begeht einen unehrenhaften Akt. Er zieht sich mit Bedacht und kühlen Kopf zurück, achtet auf seine Begleiter und führt sie aus der verlorenen Schlacht mit so wenig Verlusten, wie er es vermag.
  • Der Darsamkuldar glaubt. Weil er an Wunder glaubt, geschehen auch Wunder. Weil er sich sicher ist, dass seine Gedanken sein Leben verändern können, verändern sie sein Leben. Weil er sicher ist, dass er der Liebe begegnen wird, begegnet sie ihm auch. Manchmal wird er enttäuscht, manchmal auch verletzt, und dann hört er Kommentare wie: „Wie naiv er doch ist“ Aber der Darsamkuldar weiß, dass es sich lohnt. Für jede Niederlage gibt es zwei Siege. Alle die glauben, wissen das.
  • Der Darsamkuldar hat gelernt, dass es besser ist dem Licht zu folgen. Auch er mag schon der Finsternis einmal verfallen sein und alles ging weiterhin gul, als wäre nichts geschehen. Aber es öffnet sich darin stets ein Abgrund. Man vermag tausend sichere Schritte zu tuen und mit dem nächsten ist doch alles zu Ende. Dann hält der Darsamkuldar rechtzeitig inne, ehe er sich und seine Mer zerstört. Wenn er diesen Entschluss fasst, hört er vier Stimmen. „Du hast falsch gehandelt“ - „Du kannst dich nicht mehr ändern“ - „Du bist nicht gul.“ - „Du verdienst es nicht“ Der Darsamkuldar schaut zum Himmel. Und eine Stimme seines Gottes spricht aus seinem Herzen: „Jeder hat schon falsch gehandelt, dir sei vergeben, aber ich kann dir nicht gegen deinen Willen vergeben. Entscheide dich.“ Der wahre Darsamkuldar nimmt die Vergebung an.
  • Jeder Darsamkuldar versucht stets sich zu vervollkommnen. Jeder Schlag seiner Waffe trägt Jahrhunderte alte Weisheit und Studie in sich. Jeder Hieb erfordert die Kraft und Geschicklichkeit sämtlicher Darsamkuldar, die je eine Waffe führten und die noch heute aus der Vergangenheit seinen Kampf segnen. Jede Bewegung im Kampf gegen das Böse und Chaos ehrt die Bewegungen, die vergangene Generationen überliefert haben. Der Darsamkuldar perfektioniert die Schönheit seiner Hiebe.
  • Der Darsamkuldar ist vertrauenswürdig. Er begeht Fehler, manche halten sich auch für wichtiger, als sie in Wahrheit sind, aber er lügt niemals. Wenn er sich mit seinen Mer versammelt, so redet er mit ihnen. Er weiß, dass seine Worte nicht vergessen werden und als Zeugnis seines Denkens bewahrt werden. Und der Darsamkuldar überlegt: „Warum rede ich so viel, wenn ich doch gar allzu häufig das Gesagte nicht in die Tat umzusetzen vermag?“ Sein Herz antwortet ihm: „Wenn du öffentliche diese Ideale und Ideen vertrittst, musst du dich bemühen danach zu leben“ Und da er denkt, was er sagt, wird der Darsamkuldar am Ende zu dem, was er sagt.
  • Der Darsamkuldar weiß, dass der Kampf zuweilen auch unterbrochen wird. Es bringt nichts den Kampf zu forcieren. Man muss Geduld haben, warten bis das Zusammenspiel der Kräfte wieder funktioniert. In der Stille des Schlachtfeldes lauscht der Darsamkuldar seinem Herzen. Er bemerkt, dass es angespannt ist. Da zieht der Darsamkuldar eine Bilanz seines Leben, sieht nach, ob seine Waffe scharf ist, ob sein Herz zufrieden ist und der Glaube in seiner Seele ruht. Er weiß, dass die Vorbereitung ebenso wichtig ist, wie das Handeln. Irgendetwas fehlt immer und der Darsamkuldar nutzt jene Augenblicke, in denen die Zeit stehen bleibt, um sich besser zu rüsten.
  • Der Darsamkuldar weiß, dass ein Engel und ein Dämon die Hand streitig machen, welche seine Waffe führt. Der Dämon sagt: „Du wirst schwach werden, du wirst nicht wissen, wann der richtige Augenblick gekommen ist. Du hast Angst.“ Der Engel sagt: „Du wirst schwach werden, du wirst nicht wissen, wann der richtige Augenblick gekommen ist. Du hast Angst.“ Der Darsamkuldar ist überrascht. Beide haben dasselbe gesagt. Dann fährt der Dämon fort: „Lass nur, ich helfe dir“ Und der Engel sagt: „Ich helfe dir“ Da begreift der Darsamkuldar den Unterschied. Die Worte sind dieselben, aber die Verbündeten unterschiedlich. Dann wählt er die Hand seines Engels.
  • Jedes mal, wenn der Darsamkuldar seine Waffe zieht, benutzt er sie auch. Es kann dazu dienen einen Weg zu bahnen, jemandem zu helfen oder die Gefahr zu bannen. Doch eine Waffe ist eigensinnig und duldet nicht, dass sie grundlos gezogen wird. Daher droht der Darsamkuldar niemals. Er kann angreifen, sich verteidigen oder zurückziehen. All dies gehört zum Kampf. Nicht zum Kampf jedoch gehört die Kraft eines Hiebes zu vergeuden, indem man darüber spricht. Der Darsamkuldar achtet stets auf die Bewegungen seiner Waffe, doch darf er nie vergessen, dass die Waffe auch auf seine Bewegungen achtet. Die Waffe wurde nicht gemacht, um den Mund zu ersetzen.
  • Manchmal wird der Darsamkuldar vom Bösen verfolgt. Dann lädt er es einfach in sein Heim ein. Er fragt das Böse: „Willst du mich verletzten, oder willst du mich benutzen, damit ich die anderen verletze?“ Das Böse stellt sich taub und gibt vor die dunklen Seiten der Seele des Darsamkuldar zu kennen, rührt an alten Wunden und fordert Rache, erinnert ihn daran, dass es ein paar subtile Fallen und Gifte kennt, die ihm dabei helfen würden seine Feinde zu zerstören. Der Darsamkuldar hört zu. Wenn das Böse zerstreut ist, legt er es darauf an, dass es seine Rede wieder aufnimmt und bittet um Einzelheiten. Wenn er alles gehört hat, erhebt er sich und geht. Das Böse hat so viel geredet, ist so erschöpft und leer, dass es ihm nicht mehr folgen kann.
  • Auch der Darsamkuldar macht ungewollt einen Fehltritt und fällt in den Abgrund. Die Gespenster schrecken, die Einsamkeit quält ihn. Da er den guten Kampf sucht, ist er nicht darauf vorbereitet gewesen, dass ihm dies passieren könnte, aber es ist nun einmal passiert. In die Dunkelheit gehüllt, tritt er mit seinem Gott in Verbindung. „Ich bin in den Abgrund gefallen, mein Gott, das Wasser ist dunkel und tief.“ - Er erhält zur Antwort: „Vergiss eines nicht. Man ertrinkt nicht, weil man Unterwasser taucht, sondern, weil man Unterwasser bleibt.“ Und der Darsamkuldar setzt alle seine Kräfte ein, um sich aus seiner Lage zu befreien.
  • Die Wurzel Antwort in dem Wort Verantwortung, weist auf seine Bedeutung hin. Die Fähigkeit zu antworten, zu reagieren. Der Darsamkuldar, der verantwortlich handelt, war fähig zu beobachten und zu üben. Er war durchaus auch schon einmal unverantwortlich, manchmal hat er sich hinreißen lassen und nicht geantwortet, nicht reagiert. Aber er hat die Lektionen gelernt, hat eine Haltung bezogen, einen Rat befolgt und die Demut besessen, Hilfe anzunehmen. Ein verantwortlicher Darsamkuldar ist nicht der, welcher das Gewicht der Welt auf seine Schultern häuft. Es ist jemand, der gelernt hat, mit den augenblicklichen Herausforderungen umzugehen.
  • Der Darsamkuldar hält sich an den Grundsatz den Bedürftigen zu helfen. Er ist dabei großzügig, aber verwechselt Großzügigkeit nicht mit Verschwendung. Er sieht nicht auf jene herab, die seiner Großzügigkeit bedürfen, sondern dankt ihnen für die Gelegenheit, dass er ihnen dienen vermochte. Er gibt dabei nicht alles auf, so dass er seinen Pflichten nicht mehr nachkommen kann, doch wird er stets teilen und sich selbst in Verzicht üben, wenn er es vermag ohne seinen Traum und seine Sendung zu missachten.
  • Der Darsamkuldar kann sein Schlachtfeld nicht immer wählen. Manchmal wird er überraschend zu einem Kampf gezwungen, den er nicht führen wollte. Aber der Rückzug hilft nicht, weil der Konflikt ihn und seine Schützlinge dennoch verfolgen würde. Daher redet der Darsamkuldar, wenn der Konflikt fast unausweichlich ist, mit seinem Gegner. Ohne Angst oder Feigheit zu zeigen, versucht der Darsamkuldar herauszufinden, warum der andere den Kampf will. Was ihn dazu bewogen hat seine Heimat zu verlassen und ihn zum Duell herauszufordern. Ohne seine Waffe zu ziehen überzeugt der Darsamkuldar seinen Gegner davon, dass dieser Kampf nicht sein Kampf ist. Der Darsamkuldar hört auf das, was sein Gegner ihm zu erzählen hat und kämpft nur, wenn es sich nicht vermeiden lässt.
  • Der Darsamkuldar steht zu seinem Lebenstraum. Seine Mer meinen: „Sein Glaube ist bewundernswert“ Der Darsamkuldar hört dies mit Stolz, schämt sich aber sogleich, weil sein Glaube nicht so stark ist, wie er es gerne hätte. Da flüstert ihm sein Engel zu: „Du bist nur ein Werkzeug des Lichts und seines Gottes. Es gibt für dich weder einen Grund dich zu brüsten, noch dich zu schämen. Es gibt nur einen Grund zur Freude.“ Und der Darsamkuldar gewinnt in dem Bewusstsein, dass er ein Werkzeug ist, Ruhe und Sicherheit zurück.
  • Die Erfahrung von Folter und Leid der Welt haben gezeigt, dass es für einige möglich ist die Augen vor den Qualen anderer zu verschließen. Diese Erfahrungen sind wohl fundiert: es gibt etliche Waisenkinder, in Massakern getötete Zivilisten, Unschuldige in Gefängnissen, Verrückte an der Macht. Doch es gibt die Darsamkuldar. Und die Darsamkuldar akzeptieren niemals, was inakzeptabel ist.
  • Schweigen hat seine Zeit, Reden hat seine Zeit. Der Darsamkuldar vergisst diese Weisheit nie. Immer wieder geschieht Unrecht. Dauernd geraten Leute in Situationen, die sie nicht verdient haben, zumeist, wenn sie sich nicht verteidigen können. Häufig klopft die Niederlage an die Tür des Darsamkuldar. Und der Darsamkuldar schweigt. Er verausgabt sich nicht mit Reden, die nichts ausrichten können, sondern nutzt seine Energie, um durchzuhalten, Geduld zu bewahren und den Glauben, dass einer zusieht. Einer, der das Unrecht sieht und nicht einfach hinnimmt. Dieser Eine gibt dem Darsamkuldar, was er braucht. Zeit. Früher oder später wird das ganze Universum für ihn wirken.
  • Seine Waffe mag nur eine kurze Lebensdauer haben, doch der Darsamkuldar muss lange durchhalten. Daher lässt er sich nicht von seinen eigenen Fähigkeiten irreführen und vermeidet es überrascht zu werden. Er gibt jedem Ding den Wert, den es verdient. Angesichts schwieriger Situationen flüstert ihm der innere Dämon ins Ohr: „Mach dir keine Sorgen, das ist nichts ernstes.“ Und bei belanglosen Dingen flüstert er: „Du musst all deine Energie darauf verwenden dieses Problem zu lösen!“ Der Darsamkuldar hört nicht auf den Dämon. Der Darsamkuldar ist der Meister seiner Waffe.
  • Der Darsamkuldar ist immer wachsam, er bittet die anderen nicht um Erlaubnis seine Waffe zu ziehen. Er nimmt sie einfach in die Hand. Er vergeudet auch keine Zeit damit sein Handeln zu erklären. Den Bestimmungen seines Gottes getreu handelt er und steht dafür gerade. Er blickt in alle Richtungen und macht seine Freunde aus. Er sieht sich um und macht seine Feinde aus. Verrätern gegenüber ist er unversöhnlich, aber er rächt sich nicht. Er entfernt die Feinde nur aus seinem Leben, ohne mit ihnen länger zu kämpfen, als nötig. Der Darsamkuldar versucht nicht als etwas zu erscheinen. Er ist.
  • Der Darsamkuldar schließt sich niemandem an, der Übles will. Und auch niemanden, der ihn trösten will. Er meidet diejenigen, die nur in der Niederlage bei ihm sind. Dies sind falsche Freunde, die beweisen wollen, dass Schwäche lohnt. Sie bringen immer schlechte Nachrichten und versuchen unter dem Deckmantel der „Solidarität“ das Selbstvertrauen des Darsamkuldar zu zerstören. Wenn sie sehen, dass er verletzt ist, weinen sie Braut-Tränen, denn im Grunde ihres Herzens sind sie voller Schadenfreude, weil der Darsamkuldar eine Schlacht verloren hat. Sie begreifen nicht, dass die Niederlage Teil des Kampfes ist. Die wahren Gefährten sind immer zugegen. In Gulen, wie in Schlechten Zeiten.
  • Zu Beginn seines Kampfes sagt der Darsamkuldar: „Ich habe Träume.“ Mit den Jahren bemerkt der Darsamkuldar, dass er seinen Traum verwirklicht hat und, dass ihm sein Lohn zuteil werden wird. Da wird er traurig. Er kennt die Einsamkeit, die Frustrationen, die so viele begleiten und findet, dass er nicht verdient hat, was auf ihn wartet. Sein Engel flüstert ihm zu: „Gib alles hin.“ Der Darsamkuldar kniet nieder und schenkt seinem Gott, was er errungen hat. Die Hingabe bringt den Darsamkuldar dazu keine dummen Fragen mehr zu stellen und sein Schuldgefühl zu überwinden.
  • Der Darsamkuldar hält die Waffe in seinen Händen. Er allein entscheidet, was er tuen wird und was er auf keinen Fall tuen wird. Es gibt Augenblicke in denen das Leben in eine Krise gerät. Dann ist der Darsamkuldar gezwungen sich von Dingen zu trennen, die er immer geliebt hat. Er denkt nach, ob er den Willen seines Gottes erfüllt, oder aus Egoismus handelt. Wenn die Trennung wirklich Teil seines Wege ist, nimmt er sie ohne Murren hin. Wurde jedoch die Trennung in böser Absicht von einem anderen herbeigeführt, wird sein Gegenschlag gnadenlos sein. Der Darsamkuldar kann zuschlagen oder verzeihen. Er weiß beide Möglichkeiten gleichermaßen geschickt einzusetzen.
  • Niemals lässt sich der Darsamkuldar von dem Wort „Freiheit“ verführen. Für sein Volk ist Freiheit ein klarer Begriff, wenn es in Unterdrückung lebt. Dann wird er seine Waffe und Schild benutzen, kämpfen bis ihm die Kraft ausgeht oder er das Leben verliert. Angesichts der Unterdrückung ist Freiheit leicht zu verstehen. Sie ist das Gegenteil von Versklavung. Doch manchmal hört der Darsamkuldar die Alten sagen: „Wenn ich aufhöre zu arbeiten, werde ich frei sein.“ Und ein Jahr später beklagen sich die Alten. Das Leben sei nichts als Langeweile und Routine. In diesem Zusammenhang ist der Begriff Freiheit nur schwer zu verstehen. Er bedeutet jetzt so viel wie „Sinnlosigkeit“. Der Darsamkuldar ist niemals gleichgültig. Er ist zwar Sklave seines Traums, aber seine Schritte sind frei.
  • Der Darsamkuldar führt nicht immer wieder denselben Kampf. Vor allem dann nicht, wenn der Kampf ins Stocken gerät. Gerät der Kampf ins Stocken, sieht er Darsamkuldar, dass er zu seinem Gegner gehen und einen Waffenstillstand aushandeln muss. Beide sind in der Kunst des Kampfes gegeneinander angetreten, jetzt müssen sie sich einigen. Die ist eine würdige Geste und keine Feigheit. Es geht um ein Gleichgewicht der Kräfte und eine Änderung der Strategie. Wenn der Friede besiegelt ist, kehren die Kämpfer nach Hause zurück. Sie müssen niemanden etwas beweisen oder sich rechtfertigen, sie haben den gulen Kampf gekämpft und ihren Glauben bewahrt. Jeder hat ein wenig nachgegeben und dabei die Kunst des Verhandelns gelernt.
  • Die Mer des Darsamkuldar fragen ihn, woher er seine Energie habe. Er antwortet: „Vom verborgenen Feind.“ Die Mer fragen, wer dies denn sei. Der Darsamkuldar antwortet darauf: „Jemand, den wir nicht mehr bestrafen können.“ Das mag ein Rivale sein, der einen in der Jugend im Wettstreit besiegt hat. Die alte Liebe, welche ihn missbrauchte. Der Mentor, der keine Geduld mit ihm hatte. Wenn seine Kräfte erlahmen, erinnert sich der Darsamkuldar daran, dass er jenen damals seinen Mut noch nicht beweisen konnte. Er denkt nicht an Vergeltung, weil der verborgene Feind nicht mehr Teil seiner Geschichte ist. Er denkt nur daran seine Fertigkeiten zu vervollkommnen, auf dass seine alten Feinde hören, was er vollbringt im Namen des Glaubens. Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
  • Der Darsamkuldar bekommt im Leben immer eine zweite Möglichkeit sich zu beweisen. Wie alle anderen, weiß auch der Darsamkuldar am Anfang seines Lebens nicht, wohin sein Weg ihn führen wird. Oftmals wird er einen falschen Weg einschlagen, ehe er den Traum findet, den er in seinem Leben verwirklichen muss. Kein Darsamkuldar kann sich zu den anderen ans Feuer setzen und sagen: „Ich habe immer das Richtige getan.“ Wer das behauptet lügt und hat noch nicht gelernt sich selbst zu erkennen. Der wahre Darsamkuldar hat durchaus schon einmal unrecht gehandelt. Doch im Laufe seines Weges bemerkt er, dass die Leute, denen er Unrecht angetan hat, immer wieder einmal begegnen. Jetzt bietet sich ihm die Möglichkeit das vergangene Unrecht wieder gul zu machen. Und er ergreift sie ohne zu zögern.
  • Rein wie das Mithril und klug wie der Rabe. So ist der Darsamkuldar. Wenn er sich mit anderen zum Gespräch zusammen setzt, so beurteilt er nicht deren Verhalten. Er weiß, dass die Mächte der Finsternis ein unsichtbares Netz knüpfen, um das Böse zu verbreiten. In ihrem Netz fangen sie sämtliche frei schwirrende Informationen, die sich in selbstsüchtige und intrigante Stimmen verwandeln, sich wie Parasiten in der Seele einnisten. So gelangt eine anfänglich unverfängliche Bemerkung über jemanden am Ende immer mit Gift und Galle angereichert zu Ohren des Betroffenen. Daher stellt sich der Darsamkuldar immer vor, dass sein Mer zugegen sei, wenn er über dessen Verhalten spricht.
  • In alten Aufzeichnungen steht geschrieben: „Die geistliche Energie des Weges benutzt Gerechtigkeit und Geduld, um deinen Geist vorzubereiten.“ Dies ist der wahre Weg des Ritter. Ein leichter Weg, der zugleich schwierig ist, weil er jeden zwingt die nutzlosen Dinge und oberflächlichen Freundschaften aufzugeben. Daher zögert jeder ihn einzuschlagen. Hier der erste Lehrsatz des Rittertums: „Du wirst löschen, was du bislang in das Heft deines Lebens geschrieben hattest. Unruhe, Unsicherheit, Lüge. Und an ihre Stelle das Wort Mut setzen. Beginnst du den Weg mit diesem Wort und gehst du ihn im Glauben an deinen Gott, wirst du gelangen, wohin du gelangen sollst.“
  • Wenn der Augenblick der Schlacht gekommen ist, ist der Darsamkuldar auf alles vorbereitet, was geschehen könnte. Er analysiert die möglichen Strategien und fragt: „Was würde ich tuen, wenn ich gegen mich kämpfen müsste?“ So findet er seine eigenen Schwachstellen heraus. Da nähert sich der Gegner mit einem Sack voller Versprechungen, Verträgen und Kompromissen. Er bringt verführerische Vorschläge und simple Lösungen mit. Der Darsamkuldar analysiert jeden einzelnen Vorschlag, denn auch er sucht eine Übereinkunft, aber ohne dabei seine Würde zu verlieren. Wenn er den Kampf vermeidet, dann nicht weil er dazu verführt wurde, sondern, weil es für ihn die beste Strategie war. Der Darsamkuldar nimmt von seinem Feind keine Geschenke an.
  • Die Darsamkuldar erkennen einander am Blick. Sie leben in der Welt, gehören zur Welt und wurden ohne Ausrüstung in die Welt geschickt. Häufig halten sie sich für feige und glauben, dass sie nicht wachsen könnten. Die Darsamkuldar halten sich manchmal eines Segens oder eines Wunders für unwürdig. Die Darsamkuldar fragen sich häufig, was sie hier eigentlich tuen. Es scheint ihnen auch manchmal, dass ihr Leben keinen Sinn hat. Das macht sie zu Darsamkuldar. Dass sie sich irren, dass sie fragen, dass sie einen Sinn suchen. Und ihn am Ende finden.
  • Der Darsamkuldar erwacht aus seinem Schlaf. Er denkt: „Ich kann mit diesem Licht, das mich wachsen ließ, nicht umgehen.“ Das Licht verschwindet aber nicht. Der Darsamkuldar überlegt. „Stört es mich, weil es mich verändert und ich es nicht will?“ Doch der Licht ist weiterhin da, weil „wollen“ ein listenreiches Wort ist. Dann gewöhnen sich die Augen und das Herz des Darsamkuldar an das Licht. Es erschreckt ihn nicht mehr und er beginnt seinen eigenen Lebenstraum anzunehmen, auch wenn dies bedeutet Risiken einzugehen. Der Darsamkuldar hat lange geschlafen. Es ist nur natürlich, dass er ganz allmählich aufwacht.
  • Jeder erfahrene Faustkämpfer erträgt Beleidigungen. Er ist sich der Kraft seiner Faust,d er Kunstfertigkeit seiner Schläge bewusst. Trifft er auf einen unvorbereiteten Gegner, schaut er diesem tief in die Augen und siegt ohne den Kampf auf der körperlichen Ebene führen zu müssen. Je mehr er bei seinem spirituellen Meister lernt, desto kräftiger leuchtet das Licht des Glaubens auch in seinen Augen und er braucht niemandem mehr etwas zu beweisen. Wenn der Gegner behauptet, dass sein Gott nur Aberglaube sei und schwächlich seine Anhänger, Wunder seien nur übler Zauber und die Gesandten des Gottes selbstsüchtige Mächte, so berührt ihn das nicht. Wie der Faustkämpfer ist sich auch der Darsamkuldar seiner ungeheuren Kraft bewusst. Er kämpft mit niemandem, der der Ehre des Kampfes nicht würdig ist.
  • Der Darsamkuldar sollte sich immer der fünf Regeln für einen Kampf besinnen, die vor etlichen Tausend Jahren aufstellt worden sind.
    Der Glaube. Bevor man sich in eine Schlacht begibt, sollte man an den Grund für den Kampf glauben.
    Der Gefährte. Wähle deine Verbündeten und lerne mit anderen zusammen zu kämpfen, weil niemand allein einen Krieg gewinnt.
    Die Zeit. Eine Schlacht im Winter ist anders, als eine Schlacht im Sommer. Ein guler Darsamkuldar achtet darauf in welchem Augenblick er die Schlacht beginnt.
    Der Ort. Man kämpft in Gebirge anders, als auf einer Ebene. Beachte, was um dich herum ist, dies ist die beste Art sich zu bewegen.
    Die Strategie. Der beste Krieger ist der, der seine Schlacht plant.
  • Der Darsamkuldar trägt in sich einen göttlichen Funken. Zumeist weilt er bei den anderen Darsamkuldar, doch manchmal muss er sich auch allein in der Kunst des Kampfes üben. Daher verhält er sich, wenn er von seinen Mer getrennt ist, wie ein Stern. Er erleuchtet den Teil der Welt, der ihm zuteil wurde. Er versucht zu all denen, die zum Himmel schauen mit seinem Leben neue Welten aufzuzeigen. Die Beharrlichkeit des Krieger wird bald belohnt werden. Ganz allmählich gesellen sich andere Darsamkuldar zu ihm und gruppieren sich zu Sternbildern mit den zugehörigen Geheimnissen und Symbolen.
  • Manchmal hat der Darsamkuldar das Gefühl zwei Leben zugleich zu leben. In einem ist er gezwungen alles zu tuen, was er nicht will, für die zu kämpfen, an die er nicht glaubt. Aber es gibt auch das andere Leben. Und er entdeckt es in seinen Träumen, in dem was er liest, in Begegnungen mit Leuten, die wie er denken. Der Darsamkuldar wird zulassen, dass sich seine beiden Leben einander annähern. Es gibt eine Brücke, die das verbindet was ich gerade tue, mit dem, was ich gerne täte. Ganz allmählich siegen seine Träume über die Routine und er begreift, dass er bereit ist für das, was er schon immer wollte. Dann braucht es nur noch etwas Wagemut und beide Leben werde zu einem einzigen.
  • Der Darsamkuldar braucht Zeit für sich selber. Und er nutzt diese Zeit zur Ruhe, Einkehr und dem Kontakt mit seinem Gott. Sogar in er Schlacht kann er meditieren und beten. Dadurch wird ganz allmählich das, was zuvor noch kompliziert erschien einfach und der Darsamkuldar freut sich.
  • Der Darsamkuldar hütet sich vor Leuten, die glauben den Weg zu kennen. Diese vertrauen ihrer eigenen Entscheidungsfähigkeit so sehr, dass sie die Ironie nicht bemerken mit der das Schicksal und die Götter das Leben eines jeden schreiben. Und sie protestieren immer, wenn das Unausweichliche eintritt. Der Darsamkuldar hat Träume. Seine Träume führen ihn weiter. Aber er begeht niemals den Fehler zu glauben der Weg sei einfach und die Pforte breit. Er weiß, dass er seine Kräfte der Situation angemessen verströmen und konzentrieren muss. Es gibt Augenblicke in denen man handeln muss und es gibt Augenblicke in denen man hinnehmen muss. Der Darsamkuldar weiß um den Unterschied.
  • Wenn der Darsamkuldar lernt seine Waffe zu führen lernt er, dass er vollständig ausgestattet sein muss. Und dazu gehört auch eine gule Rüstung. Er macht sich auf, um eine Rüstung zu besorgen und hört sich die Vorschläge der verschiedenen Verkäufer an. „Benutze den Panzer der Einsamkeit“ - sagt der eine. „Benutze den Schild des Zynismus“ ,entgegnet ein anderer. „Die Beste Rüstung ist sich in nichts einzumischen“, behauptet ein dritter. Der Darsamkuldar schenkt ihnen jedoch kein Gehör. Er macht sich gelassen zum heiligen Ort auf und kleidet sich in dem unzerstörbaren Mantel des Glaubens. Der Glaube wehrt alle Hiebe ab, der Glaube verwandelt Gift in kristallklares Wasser.
  • „Ich glaube immer alles, was die Leute sagen und bin stets enttäuscht.“, klagen die Mer. Es ist wichtig anderen Vertrauen zu schenken. Der Darsamkuldar fürchtet sich nicht vor Enttäuschungen, weil er die Kraft seiner Waffe und die Kraft seiner Liebe kennt. Dennoch kann auch er Grenzen setzen. Es ist eines die Zeichen seines Gottes zu begreifen und zu verstehen, dass sie häufig durch den Mund unserer Nächsten zu uns sprechen, um uns Rat zu erteilen. Es ist etwas anderes entscheidungsunfähig zu sein und ständig darauf zu warten, dass die anderen uns sagen, was wir zu tuen haben. Der Darsamkuldar vertraut den anderen, weil er vor allem Vertrauen in sich selbst hat.
  • Der Darsamkuldar betrachtet das Leben zugleich voller Zärtlichkeit und Strenge. Er steht vor einem Geheimnis, dessen Lösung er eines Tages finden wird. Hin und wieder sagt er sich: „Dieses Leben ist irgendwie verrückt.“ Und er hat Recht. Dem Wunder des Alltäglichen hingegeben, bemerkt er, dass er die Auswirkungen seiner Taten nicht immer absehen kann. Manchmal handelt er ohne zu wissen, dass er handelt. Rettet er, ohne zu wissen, dass er rettet. Leidet er ohne zu wissen, warum er traurig ist. Murg, das Leben ist verrückt. Doch die große Weisheit eines Darsamkuldar ist es seine eigenen Form der Verrücktheit gul und mit Bedacht auszuwählen.
  • Der Darsamkuldar betrachtet die zwei Säulen der Tür, die er öffnen will. Eine heißt Angst, die andere heißt Wunsch. Der Darsamkuldar schaut auf die Säule der Angst und dort steht: „Du wirst in eine unbekannte, gefährliche Welt treten, in der dir alles, was du bislang gelernt hast, nichts nützen wird.“ Der Darsamkuldar schaut auf die Säule des Wunsches und dort steht: „Du wirst aus einer bekannten Welt heraustreten, in der die Dinge verwahrt sind, die du immer haben wolltest und um die du so viel gekämpft hast.“ Der Darsamkuldar lächelt, weil es nichts gibt, was ihn schreckt, und nichts, was ihn hält. Sicher wie jemand, der weiß, was er will, öffnet er die Türe.
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Durgarnkuld
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Der perverse Koala


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« Antworten #1 am: 18. Januar 2011, 01:40:35 »

  • Für das innere Wachstum kennt der Darsamkuldar eine höchst wirksame Übung. Er achtet auf die Dinge, die er selbstständig macht, wie atmen, mit den Augen zwinkern oder wie er die Dinge um sich herum wahrnimmt. Er wiederholt die Übung jedes mal, wenn er verwirrt ist. Damit befreit er sich von Spannungen und lässt seine Intuition freier arbeiten, oben von seinen Zweifeln und Wünschen beeinflusst zu werden. Bestimmte Probleme, die ihm unlösbar vorkamen, finden eine Lösung. Bestimmte Schmerzen, die er für untragbar hielt, verschwinden plötzlich. Wann immer er sich vor eine schwierige Situation gestellt sieht, wendet er diese Technik an.
  • „Ich erzähle bestimmte Dinge nicht, weil die Leute neidisch sind.“
    Der Darsamkuldar lacht, wenn er solche Aussagen hört. Denn Neid richtet solange keinen Schaden an, wie er nicht akzeptiert wird. Neid gehört zum Leben und alle müssen lernen damit umzugehen. Dennoch redet der Darsamkuldar selten über seine Pläne. Und manchmal glauben die Leute es sei aus Angst vor Neidern. Doch er kennt die Macht des Wortes. Jedes mal, wenn er von einem Traum spricht, verbraucht er ein bisschen von dessen Energie und er riskiert durch das viele Reden alle Energie zu verbrauchen, die zum Handeln notwendig ist. Der Darsamkuldar kennt die Macht des Wortes.
  • Der Darsamkuldar kennt den Wert der Beharrlichkeit und des Mutes. Häufig treffen ihn während des Kampfes Hiebe, die er nicht erwartet hat und er begreift, dass der Feind im Krieg so manche Schlacht gewinnen wird. In solchen Momenten lässt er seinen Gefühlen freien Lauf und … weint. Und er ruht sich aus, um wieder zu Kräften zu kommen. Doch dann beginnt er von neuen für seine Träume von seinem Gott, dem Gulen und dem Recht zu kämpfen, denn je länger er sich zurückzieht, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er sich schwach und ausgezehrt fühlt. Wenn ein Reiter vom Pferd fällt und es nicht sofort darauf wieder besteigt, wird er niemals mehr den Mut dazu aufbringen.
  • Jeder Darsamkuldar weiß, was sich lohnt. Er baut bei seinen Entschlüssen auf die Inspiration und den Glauben. Dennoch begegnet er Leuten, die ihn auffordern an Kämpfen teilzunehmen, die nicht seine sind. Oder auf Schauplätzen zu kämpfen, die er weder kennt, noch ihn interessieren. Sie möchten den Darsamkuldar in Kämpfe hineinziehen, die für sie selber wichtig sind, aber nicht für ihn. Häufig sind es Leute, die ihm nahestehen, die ihn lieben und seiner Kraft vertrauen und auf seine Hilfe bauen, weil sie selbst Angst haben. In solchen Augenblicken lächelt er und zeigt seine Liebe, lässt sich jedoch nicht darauf ein. Ein wahrer Darsamkuldar wählt sein Schlachtfeld stets selbst und gibt anderen ein Beispiel, wie sie selbst kämpfen können.
  • Der Darsamkuldar weiß zu verlieren. Er tut nicht so, als wäre im die Niederlage gleichgültig, indem er Sätze sagt wie: „Ach, das war nicht so wichtig!“, oder: „Im Grund wollte ich es genau so.“ Er nimmt die Niederlage als Niederlage an und versucht nicht sie in einen Sieg umzumünzen. Er leidet unter den Schmerzen seiner Wunden, der Gleichgültigkeit der Mer, der Einsamkeit, die durch Verlust entsteht. In diesen Augenblicken sagt er sich: „Ich habe um etwas gekämpft und habe es nicht erlangt. Ich habe die erste Schlacht verloren.“ Dieser Satz verleiht ihm neue Kräfte. Weiß, dass niemand immer gewinnt und weiß seine Erfolge von seinen Fehlern zu unterscheiden.
  • Wenn jemand etwas ganz fest will, dann setzt sich das ganze Universum der Götter dafür ein, dass er es auch erreicht. Der Darsamkuldar weiß dies. Aus diesem Grund ist er immer vorsichtig mit dem, was er denkt. Oft verbergen sich unter gulen Absichten Gefühle, die niemand sich selber einzugestehen wagt. Vergeltung, Selbstzerstörung, Schuld, Angst vor dem Sieg, Schadenfreude. Das Universum der Götter richtet nicht, es setzt sich dafür ein, dass wir erreichen, was wir wollen. So bekommt der Darsamkuldar den Mut die Schattenseiten seiner Selbst zu ergründen und ist immer sehr vorsichtig mit dem, was er denkt.
  • Wenn der Darsamkuldar eine Verpflichtung eingeht, hält er Wort. Diejenigen, die etwas versprechen und ihr Versprechen dann nicht halten, verlieren ihre Selbstachtung, schämen sich ihrer Taten. Das Leben dieser Leute gleicht einer ständigen Flucht. Sie verbrauchen mehr Energie dafür Entschuldigungen vorzubringen, um das herabzuspielen, was sie gesagt haben, als der Darsamkuldar, um seine Versprechen zu halten. Manchmal geht auch er eine Verpflichtung ein, die ihm zum Nachteil gerät. Er wird es nicht wieder tuen, doch er steht zu dem, was er zugesagt hat und und zahlt für seine übereilte Zusprache.
  • Wenn der Darsamkuldar eine Schlacht gewinnt, feiert er ein Fest. Dieser Sieg wurde hart erkämpft, mit Nächten voller Zweifel und Tage vollen Wartens bezahlt. Seit jeher gehört das Siegesfest zum Ritual des Lebens. Die Feier ist ein Übergangsritus. Die Mer sehen die Freude des Darsamkuldar und denken: „Warum tut er das? Er könnte im nächsten Kampf versagen. Er könnte die Wut des Feines heraufbeschwören.“ Doch der Darsamkuldar weiß, was hinter seiner Geste steht. Er genießt das schönste Geschenk, welches der Sieg einem bringen kann: Selbstvertrauen. Er feiert heute seinen gestrigen Sieg, um Kraft zu schöpfen, für den Kampf von Morgen.
  • Der Darsamkuldar teilt sein Wissen über den Weg mit den anderen. Wer hilft, dem wird immer geholfen werden, und er sollte immer das weitergeben, was er gelernt hat. Daher setzt er sich ans Feuer und erzählt von seinem Kampftag. Ein Mer fragt: „Warum sprichst du so offen über deine Strategie? Siehst du nicht, dass du Gefahr läufst deine Siege mit anderen teilen zu müssen?“ Der Darsamkuldar lächelt nur und antwortet nicht. Er weiß, dass wenn er am seines Weges an der Seite seines Gottes steht, sein Kampf nichts wert war.
  • Die Götter nutzen unsere Einsamkeit, um uns das Zusammenleben zu lehren. Sie nutzen den Zorn, um den unendlichen Wert des Friedens zu zeigen. Sie nutzen die Langeweile, um dadurch die Bedeutung des Abenteuers und Hingabe hervorzuheben. Die Götter nutzen die Stille, um den Wert der Worte zu zeigen. Sie nutzen die Müdigkeit, um den Wert des Wachseins verständlich zu machen. Sie nutzen die Krankheit, um den Segen der Gesundheit herauszustellen. Die Götter nutzen das Feuer, um das Wasser zu erklären. Sie nutzen die Luft, um den Wert der Erde greifbar zu machen. Sie nutzen den Tod, um zu zeigen, wie kostbar das Leben ist.
  • Der Darsamkuldar gibt, bevor man ihn bittet. Einige seiner Mer meinen dazu: „Wer etwas will kann doch bitten!“ Doch der Darsamkuldar weiß, dass es viele Leute gibt, die dies nicht können. Die einfach nicht um Hilfe bitten können. In seiner Umgebung leben Leute, deren Herz so zerbrechlich ist, dass es beginnt krankhafte Lieben zu durchleben. Sie dürsten nach Zuneigung und schämen sich es zu zeigen. Der Darsamkuldar versammelt sie um das Feuer, erzählt Geschichten, teilt seine Nahrung und feiert mit ihnen. Am nächsten Tag fühlen sie sich besser. Diejenigen, die das Unglück anderer gleichgültig lässt, sind die aller Unglücklichsten.
  • Saiten von Instrumenten, die immer gespannt sind, verstimmen am Ende. Krieger, die ständig trainieren, verlieren die Fähigkeit spontan zu kämpfen. Rosse, die ständig über Hindernisse springen, brechen sich schließlich ein Bein. Bogen, die jeden Tag gebogen werden, schießen ihren Pfeil nicht mit der gleichen Kraft ab. Daher versucht der Darsamkuldar sich mit den kleinen Dingen des Alltags zu vergnügen, selbst, wenn ihm nicht danach ist.
  • Der Darsamkuldar folgt der Weisung, dass man sich von Jahren und Wochen lösen soll, um dem Augenblick mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Nur so kann er bestimmte Probleme lösen, bevor sie da sind. Indem er auf die kleinen Dinge achtet, gelingt es ihm großes Unglück zu vermeiden. Aber an die kleine Dinge denken heißt nicht kleinmütig zu denken. Zu viel besorgt sein macht am Ende jede Lebensfreude zunichte. Der Darsamkuldar weiß, dass ein großer Traum die Summe vieler kleiner Faktoren ist, so wie der Berg aus vielen kleinen Kieseln besteht.
  • Zuweilen folgt der Darsamkuldar der Routine. Er befolgt dabei jene Weisung: „Wenn es dir nicht gelingt zu meditieren, so sage ein einfaches Wort und wiederhole es immer wieder. Denn dies tut deiner Seele gul. Sag nichts weiter, wiederhole nur unaufhörlich, unzählige Male dieses Wort. Es wird seinen Sinn verlieren und dann eine neue Bedeutung erlangen. Die Götter werden dir ihre Pforten öffnen und du wirst jenes einfache Wort benutzen und damit alle sagen können, was du sagen möchtest. Wenn der Darsamkuldar gezwungen ist eine Aufgabe mehrmals durchzuführen, wendet er jene Taktik an und lässt seine Arbeit zum Gebet werden.
  • Der Darsamkuldar hat keine Gewissheiten, sondern einen Weg, dem er folgt, und dem er sich immer wieder aufs Neue anzupassen versucht. Er kämpft im Sommer mit Ausrüstung und Techniken, die anders sind, als die für den Winter. Er weiß, dass auch seine Mer ihre Haltung verändern müssen und ist nicht überrascht, wenn sie sich umwenden. Er gibt allen die Zeit, die sie brauchen, um ihre Taten zu rechtfertigen. Aber er ist unversöhnlich, wenn es um Verrat geht.
  • Manchmal stößt jemand später zur Gruppe des Darsamkuldar. Da sie noch keine gemeinsame Geschichte haben, zeigt er nur seine Vorzüge und einige sehen in ihm einen Meister. Doch der Darsamkuldar vergleicht ihn mit seinen alten Kampfgenossen. Der Fremde ist willkommen, aber er wird ihm nur dann vertrauen können, wenn er auch dessen Fehler kennt. Der Darsamkuldar begibt sich nicht in eine Schlacht, ohne die Grenzen seiner Verbündeten zu kennen.
  • Der Darsamkuldar kennt den Spruch: „Wenn Bereuen töten könnte.“ Und er weiß, dass bereuen tötet. Es zersetzt langsam die Seele dessen, der etwas falsches getan hat und führt zur Selbstzerstörung. Der Darsamkuldar will nicht so sterben. Wenn er falsch gehandelt hat, denn er ist ein Sterblicher nichtsdestotrotz, schämt er sich nicht um Verzeihung zu bitten. Er benutzt seine Kraft, um den angerichteten Schaden zu beheben, falls es noch geht. Wenn derjenige, dem er Unrecht antat schon tot ist, so tut er einem Fremden Gules und schenkt diese Aufgabe demjenigen, der im Reich seiner Götter nun weilt. Der Darsamkuldar kennt kein Bereuen, weil Bereuen tötet. Der erniedrigt sich und macht den Schaden wieder gul, den er verursacht hat.
  • Alle Darsamkuldar haben ihre Mutter schon einmal sagen hören: „Mein Sohn hat dies getan, weil er den Kopf verloren hat, aber im Grunde ist er ein guler Junge.“ Obwohl er seine Mutter achtet, weiß er, dass dies nicht stimmt. Er klagt sich zwar nicht seiner unbedachten Handlungen an, verzeiht sich aber auch nicht all seine Fehler, denn so würde er den richtigen Weg auch nicht finden. Er benutzt seinen gesunden Verstand, um das Ergebnis seiner Handlungen zu beurteilen, aber nicht die Absichten, die er hatte, als er sie durchführte. Er steht zu dem, was er tut, auch wenn er für seine Fehler einen hohen Preis zahlen muss. Ein altes zwergisches Sprichwort besagt: „Dumathoin beurteilt die Ader nach ihrer Ausbeute, nicht nach ihrem Ursprung.“
  • Bevor er eine wichtige Entscheidung trifft, einen Krieg erklärt oder mit seinen Mer eine andere Ebene betritt, fragt sich der Darsamkuldar: „Welche Auswirkung wird diese Tat auf die fünfte Generation meiner Nachfahren haben?“ Der Darsamkuldar weiß, dass die Taten lange wirken und muss daher wissen, welche Welt er seiner fünften Generation hinterlässt.
  • „Verursache ja nur keinen Sturm im Wasserglas!“, warnt jemand den Darsamkuldar. Doch er spielt niemals einen schwierigen Augenblick hoch und versucht immer die notwendige Ruhe zu bewahren. Dennoch urteilt er nie über den Schmerz der anderen. Ein kleines Detail, welches ihn selbst nicht betrifft, kann für die Qual verantwortlich sein, die in der Seele seines Mer schwillt. Er hat Achtung vor dem Leid seines nächsten und versucht nicht dieses mit dem seinen zu Vergleichen. Der Humpen des Leid ist nicht für alle gleich groß.
  • Mut ist die wichtigste Eigenschaft für den spirituellen Weg. Die Welt erscheint den Feigen bedrohlich und gefährlich. Sie suchen die verlogene Sicherheit eines Lebens ohne große Herausforderungen und bewaffnen sich bis an die Zähne, um das zu verteidigen, was sie zu besitzen glauben. Die Feigen schmieden letztlich die Gitter ihres eigenen Gefängnisses. Der Darsamkuldar denkt über die Gipfel des Gebirges hinaus, er weiß, wenn er nichts für die Welt tut, tut es auch kein anderer. Daraufhin nimmt er am gulen Kampf teil und hilft den anderen, ohne recht zu wissen, warum er es tut.
  • Aufmerksam prägt sich der Darsamkuldar jene Worte ein: „Wenn es dir gelingt große Beziehungsprobleme zu lösen, dann halte dich nicht an der Erinnerung an schwierige Augenblicke auf, sondern bei der Freude darüber eine weitere Prüfung in deinem Leben bestanden zu haben. Wenn eine lange Krankheit hinter dir liegt, denk nicht an das Leiden, das du durchmachen musstest, sondern den Segen der Götter, die dir die Heilung möglich machten. Behalte für den Rest deines Lebens die gulen Dinge in Erinnerung, die aus den Schwierigkeiten entstanden. Sie werden ein Beweis für deine Fähigkeiten sein und dir, wenn Hindernisse auftauchen, Selbstvertrauen schenken.
  • Mancher Darsamkuldar richtet sein Augenmerk auf die kleinen Wunder des Alltags. Er ist fähig Schöne zu sehen, weil der die Schönheit in sich trägt. Denn die Welt ist ein Spiegel und wirft einem jeden das zurück, was seine eigene Seele bewegt. Wenn er sich auch seiner Fehler und Grenzen bewusst ist, so tut der Darsamkuldar alles, um auch in Krisenzeiten seine gule Laune zu bewahren. Letztlich bemüht sich die Welt ihm zu helfen, auch wenn alles um ihn herum das Gegenteil zu beweisen scheint.
  • Wenn der Darsamkuldar deprimiert ist, sagt der Meister zu ihm: „Du bist nicht, was du zeigst, wenn du traurig bist. Du bist sehr viel mehr. Während andere aus Gründen, die wir nie verstehen werden, bereits gegangen sind, bist du immer noch da. Warum hat dein Gott so unglaubliche Leute einberufen und dich hier ausharren lassen? An diesem Punkt haben Abertausende bereits aufgegeben. Sie sind nicht gelangweilt, aber weinen auch nicht. Sie tuen überhaupt nichts, warten nur darauf, dass die Zeit vergeht. Sie haben die Fähigkeit zu reagieren verloren. Du jedoch bist traurig. Das beweist, dass deine Seele lebendig geblieben ist.“
  • Manchmal hat der Darsamkuldar inmitten des Schlachtgetümmels eine Idee, die ihm innerhalb von wenigen Augenblicke zum Sieg verhilft. Dann denkt er: „Warum habe ich bloß solange in einem Kampf gelitten, den ich bereits mit der Hälfte der geleisteten Energie hätte gewinnen können?“ Ein Problem sieht, wenn es einmal gelöst ist, immer einfach aus. Der große Sieg, der heute leicht errungen scheint, ist das Ergebnis einer Reihe kleiner, unbemerkter Siege. Da begreift der Darsamkuldar, was geschehen ist und schläft ruhig. Anstatt sich schuldig zu fühlen, dass er solange bis dorthin gebraucht hat, freut er sich darüber, dass er angekommen ist.
  • Es gibt zwei Arten zu beten. Bei der ersten bittet man, dass bestimmte Dinge geschehen mögen und versucht seinem Gott zu sagen, was er zu leisten hat. Dies gesteht den Göttern weder Zeit noch Handlungsspielraum zu. Die Götter wissen weitaus besser als wir alle, dass sie tuen werden, was sie für richtig halten, und in demjenigen, der so gebetet hat, bleibt das Gefühl zurück nicht erhört worden zu sein. Bei der zweiten Art des Betens überlässt man sich dem Ratschluss der Götter, ohne die Wege der hohen Wesen zu kenne. Er bittet darum von Leid verschont zu werden, von Leid verschont zu werden im gulen Kampf, aber vergisst nie zu sagen, dass es ihnen obliegt, wie der Lauf des Schicksals fließt. Der Darsamkuldar betet auf die zweite Art.
  • Jeder Darsamkuldar weiß, dass in jeder Sprache, die wichtigsten Worte, die kleinen Worte sind. Murg, Taerin und Darsam - Ja, Liebe und Gott. Es sind Worte, die sich leicht sagen lassen und die riesige, leere Höhlen ausfüllen vermögen. Dennoch gibt es ein Wort, das ebenfalls klein ist, welches aber viele Leute nur schwer aussprechen können. Mos. Wer niemals mos sagt, hält sich für großzügig, verständnisvoll und wohl erzogen. Weil dem Mos der Ruf vorausgeht böse, egoistisch und wenig spirituell zu sein. Der Darsamkuldar geht nicht in jene Falle. Es gibt Augenblicke in denen er, indem er zu anderen Murg sagt, zu sich selbst möglicherweise Mos sagt. Daher spricht er mit den Lippen nie ein Murg aus, wenn sein Herz ein Mos fordert.
  • 1. Dein Gott ist Aufopferung! Lasst uns in diesem Leben leiden und wir werden im nächsten Glücklich sein!
    2. Wer sich amüsiert ist ein Kind! Lasst uns ständig angespannt sein!
    3. Die anderen wissen, was das Beste für uns ist, weil sie mehr Erfahrung haben!
    4. Es ist unsere Pflicht andere glücklich zu machen, wir müssen ihnen zu Gefallen sein, selbst wenn dies für uns bedeutet auf wichtige Dinge zu verzichten!
    5. Man sollte nicht aus dem Becher des Glücks trinken, denn man könnte auf den Geschmack kommen und er ist nicht immer zur hand!
    6. Man sollte alle Strafen annehmen! Wir sind schuldig!
    7. Angst ist eine Warnung! Wir werden kein Risiko eingehen!

    Dies sind die Gebote, denen kein Darsamkuldar gehorchen darf.
  • Der Gegner ist durchtrieben. Sobald er kann, greift er zur einfachste und wirksamsten Waffe: der Intrige. Er braucht nicht viel Mühe aufzuwenden, denn die anderen arbeiten für ihn. Fehlgeleitete Worte zerstören Monde des Fleißes, Jahre der Suche nach Harmonie. Der Darsamkuldar wird häufig Opfer dieses Hinterhaltes. Er weiß nicht woher der Schlag kam und hat nichts, um die Hinterhältigkeit der Intrige zu beweisen. Die Intrige gewährt kein Recht auf Verteidigung, sie verurteilt ohne Gerichtsverfahren. Dann erträgt er die Konsequenzen und ungerechten Strafen, denn Worte sind mächtig und das weiß er. Doch er leidet stumm und schlägt niemals mit der gleichen Waffe zurück. Der Darsamkuldar ist nicht feige.
  • Im Kampf muss man die Augen offen halten und treue Mer an seiner Seite. Es kann passieren, der an der Seite des Darsamkuldar gekämpft hat, plötzlich zu dessen Feind wird. Die erste Reaktion wäre der Hass. Aber der Darsamkuldar weiß, dass ein blinder Kämpfer inmitten der Schlacht verloren ist und nichts gules aus Hass erwachsen kann. Daher versucht er das Gule zu sehen, was der ehemalige Verbündete in der Zeit getan hat, als die beiden noch zusammen stritten. Er versucht zu verstehen, was ihn zur unvermittelten Veränderung seiner Haltung bewogen hat, welche Verwundungen sich in seiner Seele angehäuft haben. Er versucht zu erkennen, was einen der Beiden dazu gebracht hat den Dialog aufzugeben. Kein natürliches Wesen ist ganz und gar gul oder ganz und gar böse. Daran denkt der Darsamkuldar, wenn er einen neuen Gegner hat.
  • Der Darsamkuldar weiß, dass der Zweck nicht die Mittel heiligt. Weil es keinen Zweck gibt. Es gibt nur Mittel. Das Leben trägt ihn von Unbekanntem zu Unbekanntem, in jeder Minute liegt dieses aufregende Geheimnis. Der Darsamkuldar weiß woher er kommt, noch wohin er geht. Aber er ist nicht zufällig hier. Und er freut sich über die Überraschung, ist hingerissen von ihm zuvor unbekannten Landschaften. Denkt er nur an das Ziel, dann kann er nicht auf die Zeichen am Wege achten. Konzentriert er sich nur auf eine Frage, werden ihm viele andere Antworten entgehen. Daher gibt sich der Darsamkuldar hin.
  • Der Darsamkuldar weiß, dass es eine Kettenreaktion gibt. Der hat schon häufig gesehen, dass jemand, der den Mut nicht aufbrachte sich zu wehren, seine Misshandlung an jemand anderen ausgelassen hat, der sie wiederum an jemand anderen ausließ. So setzt sich das Unglück fort. Niemand kennt die Folgen seiner eigenen Grausamkeit. Daher ist der Darsamkuldar vorsichtig im Gebrauch seiner Waffe und erkennt nur einen Gegner an, der seiner würdig ist. Übermannt ihn die Wut, traktiert er den blanken Fels mit der Faust und verletzt lieber seine eigene Hand, als die Gefühle seiner Mer. Die Hand wird wieder heilen, aber das Kind, welches von dem Vater gezüchtigt wird, weil er eine Schlacht verlor, wird sein ganzes Leben davon geprägt sein.
  • Wenn der Befehl kommt woanders hinzuziehen, sucht er Darsamkuldar alle Mer auf, die er auf seinem Weg gemacht hat. Einigen hat er beigebracht den Ruf der Götter zu hören, anderen am Lagerfeuer Geschichten erzählt. Sein Herz ist traurig, aber er weiß, dass seine Waffe geweiht ist und der den Befehlen dessen gehorchen muss, dem er seinen Glauben geschenkt hat. Dann dankt der Darsamkuldar seinen Mer, atmet tief durch und schreitet aus. Ihn begleiten die Erinnerungen einer unvergesslichen Wanderung.


Geschrieben von Gilon Axtmeister, aus dem Klan der Axtmeister, Darsamkuldar de Moradin

« Letzte Änderung: 18. Januar 2011, 01:52:16 von Durgarnkuld » Gespeichert

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