Das Weltentor
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Autor Thema: [Langiva|Roana] Ein nächtlicher Ausflug  (Gelesen 2724 mal)
Ranov
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« am: 11. März 2013, 22:37:56 »

Es war eine sternenklare Nacht. Die Sonne war erst vor Kurzem untergegangen und doch glitzerten bereits zahlreiche Lichter am Himmel. Und auch der Mond, welcher bereits recht rundlich war, zeichnete sich deutlich am Firmament ab. Die Temperatur war mild und nur ein laues Lüftchen, eine sanfte Brise brachte etwas Bewegung in die Luft, Haut und Haar anheimlend umschmeichelnd.

*Tock, tock, tock*, so klopfte es an der Tür der kleinen Waldhütte. Als Langiva öffnete sah sie Roana vor sich stehen. Sie trug ein tailliertes schwarzes Kleid und wie üblich ihre Umhängetasche. Ihre langen schwarzen Haare waren locker zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. In der rechten Hand hielt sie aufrecht ihren Besen, mit dem Ende vom Stiel den erdigen Waldboden berührend, die Borsten in die Luft emporgestreckt. In der linken Hand hielt sie ihre an den Rändern mit Runen verzierte Tafel, die Inschrift demonstrativ gen Langiva gerichtet. Auf der Tafel stand geschrieben: "Lust auf einen Ausflug?"
Der kleine schwarze Mikash indes mogelte sich an Roana vorbei, begrüßte Langiva mit forderndem Maunzen und strich an ihren Beinen entlang, dabei schnurrend Achten um die Beine vollführend und seinen Körper genüsslich an selbigen reibend.
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« Antworten #1 am: 12. März 2013, 00:54:16 »

Als Langiva die Tür aufmachte, war sie schon in ein weißes, kurzes Nachthemd gekleidet. Ein locker geflochtener, langer Zopf hing ihr über die linke Schulter, der wohl geflochten worden war damit die Haare nachts im Schlaf nicht unnötig zerzausten, wie so extrem langes Haar die Angewohnheit hatte.
Grüß' dich. Was- Dann erblickte die Blondine die Tafel und las. Dann schaute sie Roana an und lächelte.
Wohin soll es denn gehen? Möchtest du mit dem Besen reisen? Sie strich mit einem Fuß zart über das Fell des Katers, wohl war sie zu faul sich zu bücken. Alte Frauen hatten ja öfters Probleme mit dem Kreuz.
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« Antworten #2 am: 12. März 2013, 01:06:20 »

Roana grinste nur breit und vielsagend mit leichtem Nicken und deutete gen Nachthimmel, die Tafel hierfür unter den rechten Arm klemmend. Der Kater indes schien sich nicht im Geringsten daran zu stören, dass die Massage per Fuß und nicht per Hand erfolgte. So schmiegte er laut schnurrend seinen Rücken gegen ihren streichelnden Fuß, während er sich weiter hin und her bewegte.
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« Antworten #3 am: 12. März 2013, 01:21:56 »

Warte bitte kurz.
Langiva ließ die Tür offen stehen und ging hinein. Sollte Roana in die Hütte hineinsehen, würde sie in der Mitte der Küche den Küchentisch erblicken, auf dem noch ein Brotlaib und etwas Käse sowie ein Milchkrug standen. Im hinteren Teil der Küche gab es einen kuriosen Anblick. Mit einem glasperlenartigen Vorhang war dort ein kleineres Zimmerchen, wohl ehemals eine Vorratskammer, vom Rest der Küche abgetrennt. Die Glasperlen schimmerten unnatürlich im fahlen Licht einer Kerze auf der Küchentheke, ab und an sah es sogar so aus als würden kleine Funken von den Glasperlen stieben und sich glänzend um die Perlen drehen. Da war natürlich eindeutig Magie im Spiel und Roana könnte vielleicht erraten, dass dieser Vorhang die Abgrenzung von Langivas Hexenküche zur normalen Küche war.

Als Langiva wieder kam, trug sie ein schlichtes rotes Kleid, das sie sich einfach übergeworfen zu haben schien. Sie legte einen Finger an die Lippen. Still...Sergej und Daniika schlafen schon. Ich habe ihm einen Zettel und ein Fläschchen Ziegenmilch hingelegt, falls Daniika anfängt zu schreien.
Dann trat Langiva durch den Garten zu einem kleinen Schober, der, wenn man in seine Nähe kam, wohl am Geruch verriet das dort Froley, die Familienziege, hauste (und auch manchmal Quack die Kröte, der allerdings nicht am Geruch zu erkennen war).
Begrüßt von einem Meckern der Ziege holte Langiva einen Besen aus dem Schober und trat dann zu Roana hin.
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« Antworten #4 am: 12. März 2013, 01:32:46 »

Roana schwieg...  - so wie immer. Kurz musste sie schmunzeln, da es sie amüsierte, dass man ausgerechnet sie darum bat, still zu sein. Allerdings gab sie es auch Mikash mental zu verstehen, um weiterem Gemaunze vorzubeugen, und tatsächlich wurde der aufgedrehte Kater ruhiger. Roana schloss die Tür leise und ging Langiva entgegen, bis sie beide mit ihren Besen beieinander standen. Sie packte die Tafel ein, nickte nochmal grinsend und schwang dann einfach ein Bein über den nun wagerecht gehaltenen Stiel. Der Kater nahm sogleich auf dem Borstenende platz, noch ehe der Besen hochzuschweben begann und sich so brav genau auf Höhe von Roanas Schritt in der Luft hielt, während sie beide Füße noch auf der Erde behielt.
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« Antworten #5 am: 12. März 2013, 01:43:28 »

Langiva richtete sich ihr Kleid und holte aus einer tiefen Tasche ihres Kleides ihren Kröterich hervor. Quack war bisher ruhig gewesen, aber er ribizzte als er von seiner Seelengefährtin einen Schmatzer bekam ehe sie ihn auf ihre Schulter setzte, wo er es sich bequem machte.

Sie ließ ihren Besen auf den Boden fallen und streckte dann eine Hand über ihm aus, bis er von alleine vom Boden hoch schwebte. Als er auf einer angenehmen Höhe war, setzte sie sich zuerst im Damensitz auf den Besen und schwang dann erst ihr linkes Bein elegant über den Stiel.
Ich bin schon lange nicht mehr geflogen, aber sowas verlernt man ja nicht. Sie kicherte und legte dann ihre Hände auf ihre beiden Augen, so blieb sie kurz verharrt, bis sie die Hände wieder von den Augen nahm - und ihre Augen im Mondlicht schimmerten wie die einer Katze.

Nun denn..flieg vor, ich folge dir.
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« Antworten #6 am: 12. März 2013, 11:35:08 »

Roana warf der Kröte einen belustigten Blick zu und beobachtete dann Langivas tun. Katzenaugen, ja, es war doch gut, dass Zauber aus der alten Heimat hier noch funktionierten. Roana legte ebenfalls kurz ihre Hände auf die Augen, während der Besen ohne festgehalten werden zu müssen brav weiter auf der richtigen Höhe schwebte. Als Roana die Hände wieder hinab nahm, war sie die dritte Katze in dieser kleinen Fluggesellschaft.

Langiva war also lange nicht mehr geflogen, ja, und auch Roana hatte es jüngst vernachlässigt. Einer Hexe, die nicht fliegt, fehlt etwas. Fliegen dürfte die Leere nehmen, dürfte die Lebensfreude zumindest eine kurze Zeit lang wiederbringen. Ein gemeinsamer Flug verbindet und dürfte auch Langiva, die durch ihre Mutterpflichten so stark eingebunden ist, für eine gewisse Zeit die Freude und Unabhängigkeit eines wilden, ungebundenen Freigeistes wiederbringen.

Roana grinste Langiva nochmal verschwörerisch zu, legte die Hände um den Stiel des Besens und begann dann mit einem schnellen, steilen Anflug. Die Steilheit war hierbei allerdings nicht nur, um sie zu foppen oder zu fordern sondern vor allem auch, um so sauber in die Luft hinaufsteigen zu können ohne mit den nahen Bäumen in Konflikt zu geraten.

Als sie dann jedoch eine recht angenehme Flughöhe erreicht hatte, ließ sie es erstmal wieder ruhig angehen, drosselte das Tempo etwas und flog geradeaus. Der Fahrtwind streichelte ihre Haut und ließ ihr Haar nach hinten wehen. Die Sterne glitzerten um sie herum. Das fahle Mondlicht beschiehn Roanas hübsches, helles, junges Gesicht und verlieh ihm eine eigentümliche Färbung, während ihr dunkles Haar im Mondlicht leicht bläulich zu schimmern schien. Überhaupt schien alles etwas anders auszusehen mit den Augen einer Katze. Doch vielleicht sieht man in der Nacht gar mehr als am Tag. Die Stille hatte etwas idyllisches, wie sie so dahinflogen. Sie waren Hexen, ohne Frage. Gegen seine Natur zu leben macht krank. Und seine Schönheit zu verstecken, beispielsweise unter Kapuzen oder hinter einer Fassade aus Kälte, war unnatürlich für eine Schöne der Nacht.

Roana genoss dieses ruhige Stück des Fluges und geriet in Träumerei. Zwischendurch blickte sie mal hinauf zu den Sternen, mal hinab zu den Baumwipfeln unter ihnen aber auch mitunter zu ihrer Fluggefährtin, um zu schauen, wie ihr Anglitz unterm Sternenzelt erstrahlen mag.

Der kleine schwarze Kater Mikash konnte während dieser ruhigen Flugphase entspannt sitzen. Er trohnte stolz seinen weißen Brustfleck präsentierend auf dem Borstenende in sitzender Haltung, wenn auch mit ausgefahrenen Krallen. Seine grünen Augen leuchteten wie die der anderen und der Wind zurzelte leicht an seinem Fell.
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« Antworten #7 am: 13. März 2013, 04:26:14 »

Langiva machte es sich auf dem Besen bequem und steckte dann Quack den Kröterich in ihren Ausschnitt, damit er ja auf dem Flug nicht herunterfiele. Vermutlich sah es ziemlich lustig aus, wie die Kröte ihren Kopf mit den goldenen Augen aus dem Kleid herausstreckte und auf den Flugbeginn wartete. Auch er hatte bestimmt das Fliegen vermisst.

Sie sah zu, wie Roana steil in die Luft flog und tat es der Jüngeren dann gleich, dabei schraubte sie elegant in die Höhe - Besen reiten verlernte man wirklich nicht. Als sie die Baumkronen hinter sich gelassen hatte, drosselte Langiva das Tempo ihres Besen etwas und flog sanft und gemächlich geradeaus, Richtung Osten.

Langivas Katzenaugen schimmerten im Mondlicht mit einem freudigen Glanz, und unter dem Mondlicht schimmerte ihr blonder Zopf als wäre er aus glänzendem Weißgold. Einige Strähnen hatten sich gelockert und flogen im Flugwind umher. Die Hexe hatte nach einer Weile des Fliegens die Augen geschlossen und dirigierte ihren Besen mit ihrem Willen, ohne hinzusehen, während sie das Kitzeln des Windes auf ihrer Haut genoß, die Geräusche der Himmelssphären, die sie durchflog und den Duft des nahenden Frühlings. Die Augen ihres Kröterichs wurden vom Mondlicht reflektiert und schimmerten golden zwischen ihrem Ausschnitt auf.

Nach einer Weile öffnete Langiva wieder ihre Augen und flog durch ein paar Wolken, und beschaute sich die Sterne, während ihre Augen immer mehr und mehr einen freudigen, fast rauschhaften Glanz annahmen.
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« Antworten #8 am: 13. März 2013, 12:55:38 »

Roana genoss ebenso wie Langiva den ruhigen, entspannten Flug, der fast schon von meditativer Natur war. Die meisten Leute hätten wohl das dünne Stück Holz zwischen den Beinen mit der Zeit als unangenehm empfunden, doch nicht so eine Hexe. Auch nachdem Langiva ihre Augen wieder geöffnet hatte, flogen sie noch eine Zeit lang ruhig geradeaus. Dann jedoch kam schließlich der Zeitpunkt, zu dem Roana befand, dass es Zeit war etwas Leben, Aufregung und Abenteuer in die Sache zu bringen, bevor Langiva doch noch auf ihrem Besen einschläft. Die wilde Hexennatur galt es nun auszukosten und so entflammte das Feuer der Jugend in Roana. Sie schenkte Langiva ein vielsagendes, keckes Grinsen und begann dann die Geschwindigkeit deutlich anzuheben. Der Besen gehorchte ihrem Willen, folgte jedem ihrer Gedanken, und so vollführte sie gekonnt eine Reihe von kunstfertigen Flugmanövern, dabei darauf achtend, diese so lange auszukosten, dass Langiva mehr oder minder gezwungen war, sie mit durchzuführen, um nicht den Anschluss an Roana zu verlieren. Natürlich machte Roana nichts wirklich haarsträubendes oder unangemessen Leichtsinniges wie zum Beispiel kopfüber zu fliegen, doch führte sie einen Wechsel von steilen Sink- und Steigungsflügen aus. Mal war sie so tief, dass ihr Fuß den Wipfel einer Tanne streifte, dann wieder gab es einen steilen Anstieg als wolle sie die Sterne erreichen. Auch flog sie Slalomstrecken, Linkskurven, Rechtskurven, flog im Kreis, teils sogar mehrfach hintereinander wie zu einer großen Spirale gehörend, flog Schleifen, und zudem kombinierte sie auch die Bewegung in verschiedene Richtungen, gleichzeitig die Richtung und die Flughöhe wechselnd, um so gänzlich der Freiheit unendlicher Möglichkeiten des dreidimensionalen Raumes zu fröhnen. Die Flugmanöver begannen recht einfach und wurden mit der Zeit immer schneller und komplizierter, grad so als sei es eine Lehrstunde oder eine Art Wettbewerb oder das gemeinsame Einstudieren eines Formationsfluges für eine Flugschau. Doch trotz aller Richtungswechsel verlor Roana nie den Überblick sondern hielt im Großen und Ganzen die Fortbewegung in östlicher Richtung ein, indem sie abweichende Flugrichtungen immer wieder ausglich. Die schnellste Methode, um nach Osten zu gelangen, war es sicher nicht, doch brauchte man nur einen Blick auf Roanas Gesicht werfen, um zu erkennen, dass es ihrer Meinung nach zumindest die Spaßigste war.

Weniger amüsiert wirkte der Kater, welcher auf ihrem Besenende ein eher klägliches Bild bot. Mit den Pfoten und Krallen stark festgekrallt, in buckliger Haltung, da Vorderkörper und Hinterleib stärker gen Besen gepresst waren, das Fell vom nun stärkeren Fahrtwind in alle Richtungen zerzauselt, machte er mehr den Eindruck eines wütenden, buckligen, das Fell sträubenden Katers, wenn nicht gar den eines beklagenswerten Häufchen Elends, das nur darauf wartet, dass der Spuk vorbei ist. Doch der Schein trog. In Wahrheit liebte auch Mikash das Fliegen. Zwar nicht ganz so sehr wie Roana, doch war er es zumindest gewohnt. Das Festkrallen in besagter Haltung war lediglich eine sinnvolle Vorsichtsmaßnahme von ihm, um nicht vom Besen zu fallen, und was der Wind mit seinem Fell anstellte, konnte er ja nicht beeinflussen. So bizarr das Bild auch anmuten musste, so war es also doch normal und der Kater hatte bei Weitem nicht so viel Angst, wie man hätte annehmen können, denn obwohl Roana sich momentan wie ein leichtsinniger, unbedarfter Teenager aufzuführen schien, vertraute er ihr, denn er wusste, sie würde niemals grob fahrlässig das Leben ihres Seelengefährten riskieren und dass sie genug Weitblick hatte, um solche Situationen einschätzen zu können. Auch war es wohl von Vorteil für Mikash, dass er recht klein, schmal und leicht war, dass das Borstenende des Besens extra breit war und dass er von einer langen Reihe von Katzen abstammte, welche allesamt Begleiter von Hexen waren. Das Fliegen lag ihm somit gewissermaßen im Blut. Er war recht schwindelfrei und er vollbrachte nach Jahren der Übung mit großem Geschick Dinge, bei denen andere Katzen längst runtergefallen wären, denn er wusste, wie er die Flugbewegungen mit seinem Körper ausgleichen musste und wusste auch den geringeren Widerstand der Borsten am Ende des Besens einzuschätzen, so dass er sein Gewicht immer passend verlagern und auch die Stellung der Pfoten jederzeit korrigieren konnte statt vor Angst wie gelähmt wie ein passiver, nasser Sack am Besen zu hängen und schließlich wie eine reife Pflaume abgeschüttelt zu werden. Nein, soetwas war unwürdig für einen echten Hexenkater wie Mikash! Und so ließ er Roana gewähren und streute mehr der Form halber ab und an ein protestierendes Maunzen ein, wenn sie es seiner Ansicht nach etwas zu bunt trieb.
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« Antworten #9 am: 13. März 2013, 23:14:41 »

Als Roana dazu überging, wildere Flugmanöver zu veranstalten, ließ sich auch alsbald Langiva nicht lumpen und tat es der Jüngeren nach.
Elegant und ohne viel Anstrengung machte sie die Figuren Roanas nach und giggelte dabei. Quack ließ sich nicht hören, nicht mal durch ein leises Ribbitzen, aber schaute "seelenruhig" weiter aus dem Ausschnitt seiner Herrin.

Langiva richtete ihren Besen in Richtung Nordost aus und rief zu Roana: Wir könnten zum Hain fliegen.
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« Antworten #10 am: 14. März 2013, 02:23:02 »

Der Hain? Roana war sich nicht ganz sicher, was Langiva meinte, doch sprach wohl nichts dagegen, und so passte sie sich Langivas Richtungsänderung an, nun wieder ruhig neben ihr herfliegend. Auch der Kater konnte nun wieder entspannter auf dem Besen hocken.
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« Antworten #11 am: 14. März 2013, 03:24:57 »

Langiva flog dann ruhig weiter in Richtung Nordost und genoß weiterhin den streichelnden Wind und die glitzernden Sterne um sie herum. Als sie sich der Küste näherten, die in Seldaria ja sowieso nie weit weg war, pickte sich Langiva eine Stelle an einem weitläufigen Strand aus, auf der die beiden Hexen landen konnten und so landete sie dort.

Nach der Landung setzte sich Langiva Quack wieder auf die Schulter und öffnete ihren Zopf, um sich die Haare zu ordnen. Der Wind hatte einige Strähnen gelöst. Sie strich sich mit den Händen über und mit den Fingern durch die Haare ehe sie mit ihrem Haarteppich einigermaßen zufrieden war. Dann richtete sie noch ihr einfaches rotes Kleid und schaute dann zu Roana. Wir müssen nun etwas laufen, aber es ist nicht weit. Wir können nicht direkt im Hain landen, der große Hainbaum versperrt uns den Platz zum Landen. Folge mir.

Sie lächelte und ging voraus. Bald kamen die Hexen zu einem wundersamen, friedlichen Ort. Eine Art kleine Gasse in einer Senke - grünes Moos und Frühlingsgras wuchsen dort frisch und saftig, Blumen an Hecken sproßen bunt hervor und über allem schwebten Millionen Glühwürmchen, die die Senke taghell erleuchteten. Die kleinen Käfer kribbelten auf der Haut, wenn man die Senke durchschritt und sie sich auf einem zahlreich niederließen. Wir sind kurz vorm Hain...das hier ist mein Lieblingsort, er ist so ruhig und schön. Langiva lächelte und roch an den blühenden Blumen.

Dieser Ort war wirklich schön, und jede Hexe konnte hier spüren, dass es ein Ort wildester, ältester Natur war. Ein Ort, an dem man Satuaria besonders nahstand, ein Ort voller Sternen- und Erdkraft.
Für Quack den Kröterich war es ein All you can eat Buffet, und mit Genuß verspeiste er einige Glühwürmchen, die sich unvorsichtiger Weise in zu direkter Nähe von ihm auf Langivas blasser Haut niedergelassen hatten.
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« Antworten #12 am: 14. März 2013, 13:06:51 »

Als sie sich der Küste näherten, blickte Roana staunend auf das Meer. Sie war noch nicht oft am Meer gewesen, und es bei Nacht aus der Vogelperspektive zu erleben war etwas ganz besonderes. Das Rauschen des Meeres war entspannend, verträumt. Es gab nur leichten Wellengang, doch das reflektierende Mondlicht glitzerte auf den Wogen.

Nachdem sie gelandet waren machte Roana sich das Band aus ihren Haaren. Mit einem einfachen, groben Holzkamm fuhr sie sich durch die zerzausten Haare und beseitigte grobe Kletten. Dann steckte sie Band und Kamm wieder ein und ging los, ihren Besen mit sich tragend. Die Glühwürmchen, die überall auf ihr landeten, amüsierten sie. Zum Glück beherrschte sie die fortgeschrittene Version des Zaubers, welche es ermöglichte, dass ihre Katzenaugen sich an sich verändernde Lichtverhältnisse anpassen, so wie die Augen einer echten Katze. Somit wurde sie nicht vom hellen Licht geblendet und brauchte den Zauber daher auch nicht fallen zu lassen. Mikash lief neben ihr her, froh nun zur Abwechslung mal wieder festeren Untergrund unter den Füßen zu haben.

Während sie gingen und auch nach ihrer Ankunft lauschte Roana auf die zahlreichen Geräusche der Natur. Hier der Ruf einer Eule, da der eines Käuzchens. Trotz der späten Stunde meinte sie sogar hin und wieder eine Taube gurren oder eine Krähe krächzen zu hören. Ab und an gab es ein Rascheln im Gebüsch. Welch ein Tier sie wohl gerade aufgeschreckt haben mochten? Ein andermal war schnelles Flügelschlagen zu hören so als würde gerade irgendwo ein großer Vogel aufflattern. Es war spät, doch der Wald schläft niemals. Und so verwunderte es sie leicht, dass Langiva von Ruhe sprach. Andererseits konnte man aber auch sagen, dass diese natürlichen Geräusche die Stille der Nacht in der Natur noch untermalten. Die Geräusche einer Stadt am Tage waren doch weit anders als diese harmonische Szenerie, untermalt vom konstanten Zirpen der Grillen.

Noch immer war Roana nicht ganz klar von welchem Hain sie sprach. War Hain nicht nur ein anderes Wort für ein Wäldchen? War hier nicht alles Wald? Der Bezug zu Druiden kam ihr nicht so recht in den Sinn. Nur dunkel schien da etwas bei ihr zu dämmern, denn sie hatte bislang kaum mit Druiden zu tun gehabt. Besondere Orte in der Natur waren ihr weitgehend fremd, abgesehen von jenen, die für Hexenfeste ausgewählt wurden. Natürlich verstand sie sich darauf beispielsweise Lichtungen zu finden, auf denen besonders gute Heilkräuter wuchsen, und auch jetzt ließ sie mit ihren Katzenaugen fast schon automatisch den Blick über das Grünzeug am Boden gleiten, abwägend, ob etwas davon brauchbar sein könnte, doch was heilige Orte und Ritualplätze anderer Völker betrifft, war sie weitgehend unbedarft. Und doch konnte sie nun instinktiv spüren, dass dieser Ort, zu dem sie nun kamen, etwas Besonderes war. Dieses Gefühl der Ehrfurcht war ihr fremd, und so jagte es ihr einen Schauer durch den ganzen Körper, denn die majestätische Präsenz dieser Eichen war ihr fast schon unheimlich. Schon nach kurzer Zeit begann sie jedoch die Kräfte dieses Ortes zu genießen. Sie erkannte eine tiefere Verbindung zu Satuaria und ihren Hexenkräften und begann sich bereits zu fragen, ob dies nicht ein idealer Platz für Hexenrituale war. Die vielen neuen Eindrücke nach dem langen und teils doch recht rasanten Flug ließen sie sich ein wenig schwummerig fühlen. Ihre Beine fühlten sich weich und wabbelig an und die viele Energie, die um sie herum war und die sie durchströmte, ließ sie sich ein wenig schwindelig fühlen, und so nahm sie mit ihrem kleinen Po auf einem großen, breiten, alten, teils von Moos bewachsenen Baumstumpf platz. Die ungleichmäßige Abbruchkante ließ erkennen, dass der Baum nicht etwa gefällt wurde, sondern von alleine umgefallen war. Zum Glück war das Holz aber schon ein wenig verrottet und somit weich genug zum Sitzen.

Mikash hielt es indes ganz wie Quack, indem er die Sache weit pragmatischer anging und - einfach seinen Instinkten folgend - die beiden Hexen alleine ließ und im Dickicht auf Mäusefang ging.
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« Antworten #13 am: 14. März 2013, 15:33:25 »

Langiva ging vor durch die Senke und wartete dann am Hain auf Roana.

Nachdem sich Roana sicher irgendwann von der Schwummerigheit erholt haben würde, würde sie Langiva sicherlich folgen.
Durch die Senke, würde sie dann auf eine Lichtung treten, deren Herzstück der dicke Stamm eines uralten Baumes war, dessen Äste so weit reichten, dass sie wie eine Kuppel die Lichtung überdeckten. Ein seltsames Licht strahlte von diesem uralten Baum aus, das Gras und die Blumen um den Hainbaum herum waren größer, bunter, frischer und hatten einen wilderen Anschein als alles andere, was man im Wald finden konnte. Die Tiere, die sich friedlich im Hain tummelten, hatten keine Scheu vor den Menschen, die da in ihr Revier eintraten.

War schon der Eindruck der Senke auf Roana überwältigend, so wird dieser Ort sie vermutlich noch mehr beeindrucken.
Wenn es einen Ort in Seldaria gab, an dem Satuaria zu fühlen war, dann war es dieser.

Langiva saß an den heiligen Hainbaum gelehnt da, im Schneidersitz. Sie hatte ihren Besen neben sich gelegt und ihre Kröte saß auf ihrem Schoß.
Sie hatte ihren Katzenaugenzauber gelöst und saß nun mit glänzenden Augen da, ihre Hände strichen über die dicke Rinde des Baumes und sie lächelte verzückt.
Setz dich doch zu mir. Lass uns uns unterhalten.
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« Antworten #14 am: 14. März 2013, 22:23:55 »

Verwundert blinzelnd trat Roana näher heran, die Eindrücke um sich wirken lassend. Fast fühlte sie sich wieder wie das vier- oder fünfjährige Kind, das sie einst war. Staunend, unbedarft, überwältigt. Das Kind, das noch unbändige, unverfälschte Freude empfinden konnte, bevor eine Flut finsterer Ereignisse ihr Dasein überschattete und ihre Kindheit viel zu früh beendete. Unwillkürlich nahm sie ihre alte, abgegriffene Stoffpuppe Maline aus der Tasche und klemmte sie sich unter den Arm, als sie neben Langiva Platz nahm.

Unterhalten?  - Roana schwieg, wie üblich. Kurz blickte sie zu ihrer blonden Freundin, um zu ergründen, wie ihr Haar und Antlitz unter dieser neuen Art von Licht aussehen mochten, dann jedoch ging ihr Blick geradeaus, die Tiere, Bäume und Pflanzen des Hains mit ihren Blicken studierend und weiter auf die Geräusche lauschend. So Langiva reden wollte, würde es wohl ein recht einseitiges Gespräch werden. Gewiss war dies ein wunderbarer Ort für eine Hexe und sie konnte die Kraft Satuarias deutlich spüren. Und doch kam ihr wieder ihr Vater in den Sinn und wie sehr sie ihn vermisste. Sie erinnerte noch, wie warm und liebevoll er sich um sie gekümmert hatte, konnte manche dieser Momente so deutlich in Erinnerung rufen, als wäre es gestern gewesen, und die Leere, die die sein Verlust hinterließ, konnte selbst durch den überwältigensten Ort in der Natur nicht ersetzt werden. Auch konnte sie die enorme Tragik und auch Enttäuschung, die mit seinem Dahinscheiden verbunden war, nicht vergessen.

Nichtsdestotrotz war Roana froh, dass Langiva sie hier her gebracht hatte. Es war ein guter Ort, um Kraft zu tanken und dieser verdammten Stadt einige Zeit lang zu entfliehen. Aber reden? - Nein, das war undenkbar. Und so blieb nur abzuwarten, ob was immer Langiva zu sagen hatte tatsächlich Anlass genug geben würde, die Tafel herauszuholen, um eine Antwort zu formulieren, oder ob sie es einfach nur auf sich wirken lassen und davon abgesehen die Ruhe, die andächtige Stille des Hains genießen würde.
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« Antworten #15 am: 15. März 2013, 01:56:54 »

Was weiter in jener Nacht im Hain geschah und gesagt wurde, blieb vor den Augen der Allgemeinheit verborgen. Tatsache ist jedoch, dass Langiva und Roana recht lange auf der Lichtung zubrachten, bis sie schließlich zu ihrem Landeplatz zurückkehrten und sich in die Lüfte erhoben, ihre seelenverwandten Tiere wie schon zuvor bei sich habend. Der Rückflug war ruhig und beschaulich, das Tempo nicht übermäßig schnell aber durchaus zügig, da sie doch recht bald ankommen wollten. Allerdings ließ Roana es sich nicht nehmen, einen Schlenker zu machen, um langsam über einen See zu fliegen und so den Anblick von oben zu genießen, während sie das im Mondlicht glitzernde Wasser betrachtete. Schließlich kamen sie jedoch wieder bei der Hütte an, wo sie landeten. Roana und Mikash stiegen vom Besen ab und so stand Roana nun mit einem Schritt Abstand vor der Tür der Hütte, diese betrachtend. Es war wie zuvor, nur mit dem Unterschied, dass die Nacht inzwischen deutlich fortgeschritten war, ja fast schon der Morgen nahte, und sich zunehmend Müdigkeit in Roana breitmachte, wie man ihr langsam ansehen konnte.
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« Antworten #16 am: 15. März 2013, 13:22:59 »

Langiva beeilte sich, nach Hause zu kommen, um zu sehen ob Daniika sich in der Zwischenzeit gemeldet hatte oder immernoch ruhig schlief, und so kam sie vermutlich früher als Roana zuhause an. Sie stellte ihren Besen vor dem Haus ab und ging hinein, um nachzusehen, ob alles ruhig war. Daniika war - zumindest im Moment - eine ruhige Schläferin und so kam Langiva nach einer Weile zufrieden wieder hinaus, diesmal mit einem Wollüberwurf über den Schultern, und stellte ihren Hexenbesen wieder in den Schober, und streichelte kurz Froley.

Dann wartete sie vor der Hütte, bis Roana sich am See sattgesehen und von ihrem Schlenker ankam.
Als Roana landete, ging sie auf sie zu und lächelte. Nun...ich danke dir für das Gespräch am Hain und das Gebet.
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« Antworten #17 am: 15. März 2013, 19:18:50 »

Roana blickte Langiva ruhig an und nickte ihr zu, unterdrückte dann ein Gähnen.

Selbst der Kater wirkte nun recht ruhig und entspannt.
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« Antworten #18 am: 15. März 2013, 19:27:11 »

Dann wünsche ich dir nun eine gute Nacht. Langiva lächelte und Quack, der ruhig auf ihrer Schulter saß, ribbizte.
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« Antworten #19 am: 15. März 2013, 20:09:53 »

Roana nickte ihr zu und lächelte schließlich kurz. Dann stiegen Hex und Kater wie auf ein geheimes Zeichen fast zeitgleich wieder auf den Besen und flogen davon. Allerdings winkte Roana Langiva durchaus noch einmal zu, bevor sie am nächtlichen Horizont verschwanden, auf dem Weg zurück in die verhasste Stadt.
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« Antworten #20 am: 15. März 2013, 20:13:16 »

Langiva winkte Roana und ging dann ins Haus, um sich für ein Stündchen nochmal neben Sergej schlafen zu legen, ehe Daniika ihre Aufmerksamkeit fordern würde.
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