Das Weltentor
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Autor Thema: Die Basis  (Gelesen 3184 mal)
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Spieler

Beiträge: 21.658


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« am: 17. Juli 2007, 22:06:06 »

1) Vorwort

Wir starteten WT1 unter dem Eindruck der Erfahrungen aus unserer Online-RPG-Zeit, mit hehren Motiven, ohne jegliche technische Ahnung. Herausgekommen ist ein „Produkt“, was im rollenspielerischen und menschlichen Bereich ambitioniert war – und zugleich technisch den Charme eines fröhlichen Dilletantismus hatte. :-)

Und wir denken, dass nun, mit dem Beginn von WT2, der richtige Zeitpunkt ist, um über alles neu nachzudenken und die richtigen Schlüsse zu ziehen aus dem, was wir mit WT1 so erlebten. Das mag manchmal nicht besonders spektakulär klingen, aber vieles davon hat ganz praktische Auswirkungen.

Wir wollen besser werden, in jedem Bereich. Und wir wollen Bewährtes bewahren. Daher müssen wir unterscheiden zwischen dem, was sich bewährt hat und dem, wo wir nachjustieren müssen. Genauso, wie WT1 auf unseren Erfahrungen mit anderen PWs oder anderen Spielen beruhte, so beruht WT2 auch auf unseren Erfahrungen mit WT1. Hinzu kommt natürlich, dass mit zunehmendem Alter der blinde Enthusiasmus schon langsam der Weisheit Platz macht. ;-)


2) Stärken ausbauen
2.1) Umgang miteinander

Wir wollen zurück zu der kuschligen Athmo, die wir hatten und die wir im Kern immer noch haben, nur vollflächig. Das Klima ist um Längen besser, als wir das auch schon erleben mussten, aber das langt uns nicht. Wir fühlen uns bestätigt, dass vernünftige und nette Leute gut miteinander auskommen. Wir haben bewiesen, dass da nicht für jeden Blödsinn eine Riesendiskussion notwendig ist und dass da ein ordentlicher Ton gewahrt wird, auch bei Meinungsverschiedenheiten. Und mit so Leuten ist Reden dann kein Wortfechten, sondern ... Reden. :-)

Da hilft dann auch kein Verweis auf die Meinungsfreiheit oder auf ein "Recht auf Kritik". Wir haben in erster Linie ein Recht auf Ruhe, wir alle, auch die SL. Und danach kann man zusammen gerne diskutieren, wie man irgendwas für alle Seiten noch spaßiger hinbekommt. Achwas, da braucht man eigentlich auch nicht "diskutieren", da langt reden. Ich persönlich hab gar keine Lust, mir für Beiträge in unserem Forum Argumente zurechtlegen zu müssen ... und wir wissen das geht der Mehrheit genauso. Und es geht auf jeden Fall den Leuten so, die uns konstant Freude bereiten. Die sind die Zielgruppe. Und ja, wir bekennen uns da auch zur Parteilichkeit. Deren Interessen haben tatsächlich Vorrang vor denen irgendeines Hansels, der meint, hier mit irgendwelchen Argumenten seine Sicht der Dinge durchsetzen zu können. Gibt ja alternative Serverangebote, auf die wir gerne verweisen. Und ich denke, dass unsere Neulinge auch bestätigen können, dass recht schnell das Gefühl aufkommt, dass man voll akzeptiert und willkommen ist. Und dieses Gefühl trügt nicht. :-)

Was bedeutet das konkret? Wir werden ein paar lange überfällige Trennungen durchziehen und generell das Mittel "Bann" nicht mehr so restriktiv verwenden, auch wenn wir es sicher häufiger anwendeten als andere^^. Ganz ehrlich ... in fast allen Fällen war früh abzusehen, dass das nicht passt. Wenn da einer in den Channel kommt, "alle Frauen sind Schlampen" sagt und das Ganze noch mit zwei, drei zwischen blasiert und doof rangierenden Sätzen garniert, dann wissen wir doch, dass der bei uns nicht lange durchhält .... warum soll er da noch Kummer verbreiten, während man nur auf den Trennungsgrund wartet?

Und so werden wir das Mittel dann anwenden, wenn wir zu der Überzeugung kommen, dass irgendwer mehr Leid als Freud verbreitet. Vielleicht, wenn das Verhältnis nicht ganz so schlimm ist, mit ner Bewährungsfrist dazwischen, aber bisher hatten wir nicht das Gefühl, dass sich das Warten lohnt.


2.2) Familiarität

Wir haben miteinander im Kern einen sehr guten und vor allem recht engen Umgang. Klar, dass da nicht jeder mitmacht, das ist auch nicht nötig, aber dieser Kern gefällt uns dennoch. Das werden wir unterstützen und beibehalten. Dazu gehört für uns, dass wir unsere Räume wieder für uns - und nur uns - sichern. Ein Anfang dafür wird sein, dass wir auch den IRC-Channel #weltentor von irgendwelchen Fremden säubern. Natürlich sind Gäste mit Fragen willkommen, aber da monatelang nur "da zu sein" ... brauchen wir nimmer, bringt uns nix. Sorgt maximal dafür, dass man sich beobachtet fühlt. Wer nicht regelmäßig bei uns spielt oder von wem wir nicht glauben, dass er das bald tun wird, wird da auch nicht sein. Ach, und mal einloggen, um dann das Recht zu haben, dort zu sein ... Ne, good old Willkür, wie immer. :-) Ach, und ja, auch ich werd Tensi mal vermissen ... aber #wt.laber oder so ... hab ich nix dagegen, und da schreit ich nicht mal ein und spiel den Moralhüter. :-)

Mit dem Start von WT2 ist unser Channel jedenfalls wieder WT-only-Gebiet.


2.3) Storydichte / Hintergrunddichte

Dort, wo das RP lief (und das war logischerweise während des WT2-Baus seltener der Fall, was einfach daran liegt, dass wir einen erheblichen Teil der Antreiber im Toolset arbeiten lassen mussten) war es mitunter wahnsinnig komplex. Und wir werden das stärken, auch dass RP-Erfolge lang erkämpft werden. Wir sind kein Instant-Belohnungsserver. Und wir sind kein Questserver, bei dem man nur lang genug am Sammelpunkt steht, damit dann ein SL ne Queste anführt. Ist uns zu flach, ganz ehrlich. Diese SL-Aufgabe (andernorts) übernehmen bei uns Spieler. Und die werden auch weiterhin alle Möglichkeiten dazu haben.

Unsere Spieler dürfen (solange es im Rahmen bleibt) NPCs oder einfach nur Umwelt-Verhalten selber emoten. Darüber hinaus dürfen sie flexibel mit Situationen umgehen. Die Schlucht zu umgehen, weil dort Monster warten, selbst wenn man sie auch plätten könnte; an einer geeigneten Stelle einen Überfall auf sich _komplett_ emoten – die Möglichkeiten sind da und dürfen bzw. sollen genutzt werden. So hatten beispielsweise wir mal ein Lager bei den Ruinen im Wald, zu der Zeit, wo da auch hin und wieder Untote spawnten. Während des Ausspielens unserer abendlichen Ruhe, emoteten wir das nächtliche Erwachen der Untoten zur Geisterstunde und wie sie dann auf uns aufmerksam wurden und wir dann einen stundenlangen Abwehrkampf gegen sie führten, mit unzähligen Gruselfilm-würdigen Aktionen. Einmal Hammer der Götter casten wäre natürlich auch gegangen, aber genau darum geht es: Der einfachste Weg ist zumeist der langweiligere. (Und da es keine Untoten in Engine gab, hätte es nicht mal den Zauber gebraucht^^) Gerade bei altgedienten NWN-1-Spielern haben wir oft das Gefühl, dass wir ihnen den Mut und die Kreativität, die ihnen anderswo verboten und abtrainiert wurden, wieder geben müssen. Aber hier bohren dann halt wir mal dicke Bretter.

Und bei uns kann man jeden Stein umdrehen und wird einen verfolgbaren Handlungsstrang finden. Nur den Stein muss man selber umdrehen. Die Story, der Hintergrund wird einen nie anspringen, auch wenn wir bei WT2 viel, viel, viel mehr Hintergrund in der Engine darstellen. Man muss aktiv sein. Man muss den eigenen Char eigene Ziele entwickeln lassen. Und man muss einfach drauflos preschen. Man muss "Warum" fragen. Man muss Ideen entwickeln. Und man muss dicke Bretter bohren. Man muss Rückschläge hinnehmen. Man muss sich dessen bewusst werden, dass man jemand werden kann, ohne jede Einschränkung, der zum Helden wird und Geschichte schreibt. Nur wird man das nicht durch Level 15 ... und nicht durch den xten Besuch beim Orkhäuptling. Man wird es dann, wenn man interagiert und die Grenzen der Engine verlässt und wenn man Geduld und Kondition hat.

Wir haben weitaus mehr Hintergrund als die meisten Server, die stolz wie Bolle auf ihre halbe Seite im FRCS verweisen, die sie uns voraus haben.^^ Und mit jedem SL-Posting und auch jedem Vorpreschen eines Spielers, das wir dann, wenn es im Rahmen bleibt, ja pauschal auch als "wahr" in den Hintergrund übernehmen, wird das mehr. Auch da nur Mut: Wenn ihr bestimmt, dass Jupp Kowalski (also ein NPC, den es nicht gibt in Engine) ein Dieb ist, dann ist dem so. Nutzt das ruhig, um Euren Mitspielern einen Plot zu entwickeln, den sie verfolgen können. Und anders als ein SL dürft Ihr sogar mitspielen, in dem Plot. Das ist also kein reiner Dienst an den Mitspielern, sondern auch an sich selbst.

Von der Mannschaftsaufstellung der örtlichen Kladdatsch-Mannschaften bis zum Sitz des Muttermals der Fürstin ist inzwischen soviel Hintergrund entstanden, dass ich schon, nur für den Teil, den man ohne großes Rumfragen (SL-Posting) wissen kann, den Einsatz eines Wiki-Systems erwäge, wo auch Spieler dann weitere Infos eintragen können, auch selbst erfundene (denn unsere Spieler sind alle zu einem Teil auch SL), auf die andere dann eingehen können. Auf jeden Fall steh ich zu der Überzeugung, dass das in der NWN-Szene einmalig ist .. und das liegt gar net an achsotollen Konzepten unserer achsotollen SLs, sondern an den Spielern, die eben nicht an der Oberfläche bleiben, sondern Fragen stellen, forschen, kreativ sind (zur Ehrenrettung der SL: Deren Chars haben da ja einen gewissen Anteil^^).

Stärken tun wir diese Stärke durch weitere Tools für Spieler. Man wird in WT2 jeden NSC emoten lassen können. Wir stärken sie auch dadurch, dass viel mehr Hintergrund aus WT 1 in die Gestaltung von WT 2 einfloss. Wir stärken sie ferner dadurch, dass es in WT 2 ganz klar auch RP-Items geben wird, die man nicht vergleichbar kaufen kann. Wir stärken es durch RP-Silber, was zumindest die Chars mal nach Einkommen sortiert. Wir stärken es dadurch, dass auch nach Level 15 (neues Maximallevel in WT 2) nicht Schluss ist mit der Entwicklung, denn Feats / Talente werden auch danach noch Weiterentwicklung ermöglichen. Ja, man kann als Lvl 15 Schurke auch irgendwann „Meisterliches Verstecken“ bekommen … der Weg über die Schattentänzer-Stufen ist nur viel, viel einfacher, aber es ist nicht mehr der einzig denkbare.

Aber all das setzt RP voraus, und zwar nicht im Sinne von "das war aber ein nettes Emote, hier haste 5 XP", sondern im Sinne lang anhaltender, nachvollziehbarer, transparenter Plots, die den Char, vor allem aber die Welt wirklich weiter bringen.

Wie gehabt vertrauen wir darauf, dass derartige Features verantwortungsvoll genutzt werden. Wir sind der erwachsenste Server - irgendeinen Vorteil muss es ja haben, dass kaum einer von uns noch die eigenen Zähne im Mund hat^^.


2.4) Affirmatives RP

Affirmatives RP liegt dann vor, wenn man merkt, dass man in seiner Rolle ernstgenommen wird. Natürlich ist man da nie am Ende, aber es ist hier viel verbreiteter als ich das bisher kannte. Der Magier, den man als Experten für XYZ ansieht, obwohl der da auch vom Papier her nicht mehr kann als ein anderer. Der Zwerg, den man den Durchgang halten lässt, obwohl man in Engine gegen die Bedrohung auch gewinnen würde. Der Respekt, der einem IG-Amtsträger entgegengebracht wird. Dass ein Drow im Unterreich immer eine tödliche Gefahr ist, auch wenn man in Engine den umnatzen kann. Egal, was es ist: Versucht zu zeigen, dass Ihr den Chars Eurer Mitspieler Stärken zubilligt, Ruhm zubilligt, Bekanntheit, Besonderheit zubilligt .... immer passend zu deren Rolle und dem Erreichten. Niemand hier wird von irgendeinem Halbling erwarten, dass er sich ins Hemd macht, weil da gerade ein Halbork-Barbar aus dem Portal kommt. Alles wird man sich erarbeiten müssen.

Und das setzt OOC-Interesse an den Chars der Mitspieler voraus. Lernt sie kennen, auch über das, was sie im Spiel erzählen, hinaus. Wir halten nicht viel von diesen Pauschalansätzen wie "OOC/IC-Trennung" .... Wenn man weiß, dass man einer Adligen aus extremst wohlerzogenen Kreisen gegenübersitzt, die sich als Stilberaterin betätigt, dann kann man den feinen Unterschied der Tischmanieren auf einmal ausspielen, wo man sonst nur normales Essen geemotet hätte. OOC-Wissen ist gut, ehrlich. Smiley


2.5) RP ist wichtig, die Engine Gimmick

Das ist bei uns so. Natürlich kann man sagen "im Zweifelsfall entscheidet ein Engine-PvP", aber diesen Zweifelsfall gibts unter vernünftigen Leuten gar nicht. Lasst einander gut aussehen (affirmativ), und dann gewinnt der (wenn eine Entscheidung nötig ist), wo es schlicht besser passt. Eine Bösentruppe im Aufbau braucht ein paar Erfolge. Haben drei lvl 1 Chars den Lvl 15 Char eingekreist, dann hat der ein Problem. Unser Hauptanliegen bleibt das Erzählen von Geschichten, nicht die Simulation einer Welt, nicht das Ausspielen unserer Chars (nein, auch 100%ige Chartreue verlangen wir nicht in jeder Situation – auch Menschen im RL sind keine immer genauso reagierenden Reiz-Reaktions-Maschinen), nicht die praktische Anwendung von RP-Wissen.

Und natürlich kann niemand sich irgendein Recht daraus ableiten, dass man seinen Char engineoptimierter baute als jemand anders (könnte ich auch ... bzw. ich könnte Surtur meine Chars bauen lassen^^). Die Belohnung von Enginestärke ist mehr Wumms in nem Dungeon, das war es. Eine PM ala "Überleg Dir wie Du verlieren willst, mein Char ist eh stärker", ist kein Angebot zum Rp, sondern ein Hinweis auf akute Deppigkeit des Absenders. Das heißt natürlich nicht, dass im Umkehrschluss der Lvl-1-Hüpfer ganze Armeen von Altchars niedermäht ... Mitnichten, das sind wieder so unlogische Umkehrschlüsse. Zur Geschichte eines Neuchars passt es in der Regel, auch Niederlagen einzustecken, sich der Gefährlichkeiten bewusst zu werden und durch _Taten_, nicht durch das simple Sammeln von XP (die bei uns tatsächlich mehr oder weniger nur dem Sport dienen), dann auch zu einer Bedrohung für andere zu werden.

Auch hier werden wir versuchen, uns schneller und konsequenter notfalls auch von Leuten zu trennen, die das nicht begreifen. Und aus diesem Motiv heraus, RP der Engine vorzuziehen, ist es auch verständlich, dass wir eben nicht den Weg anderer PWs gehen, alle Chars mit NWN 2 bei 0 starten zu lassen. Nein, die Chars sind schon angekommen, sie sind schon Teil der Welt, haben sich eingefunden, haben Positionen in der Welt (daher auch nie, nie, nie einen RP-Ausgangspositions-Reset) - und das ist gut so: Weil eben nicht jeder, dem man begegnet irgendein Hansel ist, sondern was zu erzählen hat, was zu entscheiden hat, was kann und was besitzt. Das alles ist einfach um Längen komplexer als ein vermeintlich fairer Zustand, in dem alle bei 0 beginnen. Fairness ist nicht umsonst ein Begriff aus dem Wettbewerb. Wir haben hier aber keinen Wettbewerb, von daher stellen sich solche wettbewerbstechnischen Fragen auf einem Server, der unserer Vorstellung von RP folgt, erst gar nicht.


3) Schwächen reduzieren
3.1) Freiheit als Begriff

Die Freiheit, die wir uns auf die Fahnen schrieben, ist ein Begriff, deren Inhalt nicht immer ganz klar zu sein scheint. Ein Beispiel: Der Kobold als SC, wir erinnern uns. Klappte nicht, weil an Tag 2 seiner Existenz spätestens das gesamte Turmviertel herausgefordert werden musste. Nun kann man sagen, dass Kobolde nicht SC sein dürfen, aber das zielt am Problem vorbei. Ein Kobold von jemand anderem würde vielleicht im Kanal hausen, lediglich Ambiente oder hier und da williger und saudummer Komplize sein. Und dieser Kobold wäre dann ein bereicherndes Element.

Freiheit setzt Verantwortung voraus! Wenn jemand die totale Freiheit hat und dann mit 3 Chars „endet“, die auch fast ohne die Freiheit gingen und vielleicht jeweils in Nuancen dann Elemente aufgreifen, welche die Freiheit benötigen, dann hat er das verstanden. Wenn jemand anderes nachher die 3 Söhne Bhaals im Portfolio hat, dann offenbar nicht. Gilt genauso für die PG-Werte. Wir lassen da ziemliche Freiheit und überprüfen nicht jeden Wert und verlangen eine halbe Seite Begründung für jeden Wert über 14. Und dennoch haben wir zu 95% vollkommen normal geskillte/gelevelte Chars. Chars, die nie und nimmer PG sind. Mal ein Punkt mehr aus PG-Gründen verteilt, mal einen Sozialskill nicht gesteigert, obwohl man ihn bräuchte, das ist okay. Engine ist Engine und RP ist RP. Dazwischen gibt es zarte Bande, keine starren Regelkorsette.

Dann hat man aber natürlich wieder andere, sehr wenige, die alles daran legen, den Ober-Enginehelden zu spielen. Nicht, dass sie damit Erfolg hätten, denn die fallen bei uns regelmäßig auf die Nase, aber es zeigt halt genau diese Denke, dass man aus Freiheit in erster Linie Rechte ableitet "aber ich darf das doch", dabei ist Freiheit eben in erster Linie keine Erweiterung der Rechte, sondern eine Erweiterung der Verantwortung.

Brauchts daher mehr Regeln? Nö, weil das an der Mentalität nix ändert. Dann wird eben der Regelungsrahmen ausgeschöpft und zB ewig lang an nem Char gefeilt, nur um zu erklären, wieso er genau diese Attris und genau diese Feats und genau diese Skills haben muss, bei seinem Werdegang. Kennen wir ja zur Genüge von andernorts, wo so die Maßgaben sind. Das Resultat ist unter anderem eine Inflation derart getunter Charstories (bei Level 14 muss irgendwie jeder Kleriker auch eine Kriegerakademie besucht haben^^). Und im Endeffekt, das behaupten wir zumindest, gibt es dort dennoch mehr PG-optimierte Charaktere als hier.

Das Problem ist nicht die Regelungsdichte, sondern die Mentalität. Die Mentalität, dass man a) immer das Optimum für sich herausholen muss. Und die Mentalität, dass einen das b) irgendwie zu was Dollem macht. Beides gilt hier nicht.

Dumm ist, für uns, dass einem andernorts (sicher nicht hier) – für uns – unspaßiges Verhalten geradezu antrainiert wird:

- „Wenn ich aussehe wie ein Zombie, muss jeder auf mich reagieren“
- „Ich hab CHA 24, also müssen mir alle verfallen / glauben“
- „Ich hab voll das PG-Build, also gewinne ich alle Konflikte“
- „Ich stell mich hierhin und warte, dass mich eine Quest anspringt“

Wenn dieser Anspruch zu persönlichem Beleidigtsein führt, wenn er nicht erfüllt wird, oder eben per PMs oder so durchgesetzt werden soll, dann wird man von uns genau den Tritt in den Allerwertesten bekommen, den man verdient. Das Doofe ist: Man kriegt's nicht raus aus den Leuten, zumindest aus manchen nicht. Wir haben es wirklich versucht, aber so was ist über Jahre antrainiert. Will man nicht umlernen, dann ist man halt fehl am Platze. Und, gerade da taten wir uns schwer, man ist auch dann fehl am Platze, wenn man sich ändern will, aber sich nicht ändern kann. Der Schutz des Spielspaßes der vorhandenen Leute hat zukünftig deutlicheren Vorrang vor anderen Erwägungen.

Noch mal: Die bei uns gewährte Freiheit ist kein Recht. Es gibt kein Recht für Spieler Y, auch einen Exoten anzumelden, wenn das Spieler X durfte. Es gibt kein Recht auf die gleiche Haarfarbe, wie sie der andere Char da hatte. Es gibt kein Recht auf den Hintergrund aus dem gleichen Setting wie beim Nachbarspieler.

Das alles sind Freiheiten, deren Erhalt davon abhängig ist, dass mit ihnen verantwortungsvoll umgegangen wird. Wer zeigt, dass er die Verantwortung nicht übernimmt, hat die Freiheit nicht verdient.

Und zu dieser Verantwortung gehört, sich eingehend damit zu beschäftigen, wie sein Char auf die anderen Chars wirken könnte, sowohl beim Erstkontakt, als auch bezüglich seiner langfristigen Auswirkungen auf andere.

Wer seine Chars lange spielt, hat da gewisse Vorteile gegenüber Leuten, die das kurzfristig tun, denn (mal als Beispiel, hatten wir nie) der erste böse Zwerg ist Bruch genug, der zweite, dritte, vierte verzerren immer weiter das Bild der Rasse. Das sind eindeutige Belastungen für das Empfinden unserer Chars. Und auch eindeutige Belastungen für das Empfinden von uns Spielern. Für Schnellschüsse opfern wir dieses „Belastungs-Slots“ nicht. Außerdem mag es einen Unterschied machen, ob ein Spieler nacheinander den guten Drow, den bösen Elfen, den Albino-Mensch und dann den bösen Zwerg spielen will. Da liegt der Schluss nahe, dass es nur um Exotik ob der Exotik geht. Das wollen wir nicht.

Wozu wir aber stehen wollen, ist, dass wir Spielern entgegenkommen, wenn es darum geht, liebgewonnene Chars aus PnP, anderen PWs etc zu spielen, also wenn da wirkliches Herzblut drinsteckt, das über „will ich auch mal haben“ hinausgeht. Wir werden aber bei uns potenziell kritisch erscheinenden Konzepten weitaus stärker eingreifen. Ohne _ausführliche_ Absprache und _überwältigend viel_ RP wird sicher kein Drow gut, kein Zwerg böse und so weiter und so fort. Wie gesagt: Freiheit setzt Verantwortung heraus.


3.2) Schutz vor SLs

Die ganze Welt wurde, wieder basierend auf Erfahrungen, darauf aufgebaut, die Spieler vor den SLs zu schützen. Ihr Joinen wurde angezeigt, es gab Warnmeldungen, wenn sie die gleiche Area betraten, wir dürfen keinesfalls Threads schließen, das öffentliche SL-Forum.

Jedoch kamen wir zu dem Schluss, dass einige (wiederum wirklich wenige) sich unter solchen Umständen denken, aus diesen Werten und Idealen, für die wir standen und stehen, und den davon abgeleiteten Regeln eine Waffe gegen die SL schnitzen zu können. Das ging zwar alles nicht auf, weil wir uns doch auf der anderen Seite zumindest auch persönliche Glaubwürdigkeit etc. aufbauen konnten, aber die Versuche allein verleideten schon vieles. Ich weiß auch noch, zu welchen Zeiten mir das Lesen des Forums keinen Spaß mehr machte. Das waren eigentlich nur bestimmte Kreisdiskussionen mit bestimmten Leuten. Die gingen vom Inhalt her sicherlich den meisten am Popo vorbei, aber vom Stil bzw. der Hartnäckigkeit her störte das nicht wenige. Und das war auch der Zeitpunkt, an dem das öffentliche SL-Forum kippte. Anfangs stand kaum was im internen Forum, eigentlich tatsächlich nur Persönliches. Unsere ganzen staffinternen Diskussionen führten wir öffentlich. Dann begann dieses Rumdiskutieren, Bezug nehmen auf SL-Posts, das Verwenden unserer Ideale gegen uns („Ich dachte wir schätzen hier die Freiheit? Warum also ….“). Das war widerwärtig zu lesen, ganz ehrlich. Ich persönlich bekam ein schlechtes Gefühl beim Lesen des eigenen Forums. Ich persönlich musste Stunden um Stunden darauf verwenden, möglichst treffend Postings zu formulieren, um der „Gegenpartei“ Kontra zu geben, die sich da anschickte, uns wie die Säue durchs Dorf zu treiben, nur um die eigenen Ziele durchzuboxen. Das haben andere noch schlechter verkraftet bis heute und noch immer gibt es Verletzungen aus dieser Zeit. Verletzungen, die erst (hoffentlich) heilen können, wenn man sich von den Kombattanten trennt. Auch das wird dann so geschehen. Und auch hier werden wir uns in diese Situation nie wieder drängen lassen.

Die Gegenleistung der Spieler dafür, dass sie dieses enorme Maß an Vertrauen und Freiheit bekommen, muss sein, dass sie gar nicht erst versuchen, weitere Rechte (da haben wir es wieder^^) dadurch zu erwirken, indem sie alles andere als „unfair“, „unfrei“ oder sontiges anprangern. Wohlgemerkt, das war beileibe kein Massenphänomen, aber es tat weh und richtete Schaden an.


3.3) Die Bösen

Es war sicherlich ein planerischer Fehler, den Bösenunterschlupf am Arsch der Welt unterzubringen. Hinzu kommt, dass es auch im RP noch einige Hindernisse gab, um dort hinzukommen. Klingt böse, ist es aber nicht: Das hat offensichtlich wahnsinnig abgeschreckt beziehungsweise auch manchmal Leute schlicht überfordert. Es gab zwar die Möglichkeit, sich darüber hinaus auch noch eine Teleportationsmöglichkeit nach Achazat zu erwerben, aber das erforderte ja wirklich richtigen Aufwand. Und es ist tatsächlich kein Vorwurf, wenn wir feststellen, dass derart viel Aufwand nicht jeder betreibt, um seine Ziele zu erreichen. Zwar werden bei uns ganz generell hohe Anforderungen daran gestellt, was man im RP alles anreißen muss, um meinetwegen zum Helden zu werden, ein Dorf zu erobern, etc., aber es war ein Fehler, derart viel schon dafür zu verlangen, dass Chars überhaupt erst funktionsfähig wurden.

Jede Fraktion braucht einen Kern von Bewegern / Storytellern / wie auch immer man sie nennen mag. Und sie braucht drumherum Leute, mit denen sie dann das, was an Plänen und Aktionen entsteht auch umsetzen kann. Bei uns kam das Fleisch nie zu den Rippen, und – ganz sicher spielt das auch rein – wir haben tendenziell recht viele Spieler, die tendenziell eher gut spielen, weil das ihnen mentalitätsmäßig lieber ist.

An Letzterem werden wir nichts ändern können, aber ich denke es könnte uns gelingen, entweder mehr für Böslingsspiel (also im wirklich aggressiven Sinne) zu gewinnen, indem wir auch in die Vorlage gehen. Das ist geplant. Anregen durch eigenes Engagement, mal sehen, ob das klappt.

Darüber hinaus werden wir ab WT 2 genau darauf achten, dass die Eingliederung eines bösen Chars einfacher wird, einfach, weil das Böse deutlich sichtbarer ist. Man weiß, wie man es findet. Man kann sich den Eingang selber organisieren (Autoquest). Man ist auf niemanden angewiesen dabei.

Hinzu kommt, dass wir das Setting Dunkelbrunn, das eben nicht nur ein gesetzloses Räuberlager oder auch nur ne böse Stadt ist, sondern eine wirklich handelnde Fraktion, die auch mal was von den dort angesiedelten Bösengruppen einfordern kann, im Gegenzug für den Schutz, so konzipiert haben, dass man hoffentlich von Zeit zu Zeit auch mal dafür sorgen kann, dass die Bösen in ihrer Gesamtheit zusammen etwas unternehmen müssen … und so vielleicht generell für mehr Austausch sorgt. Ganz ehrlich … 5 Bösengruppen mit jeweils 2 Mann bringen uns deutlich weniger als eine mit 10 Mann. Auch die Drow stehen unter diesem Druck, so dass sie mal Part von gemeinsamen Aktionen werden können beziehungsweise den Drow auch dann Interaktionspartner zur Verfügung stehen, wenn bei ihnen mal eher weniger läuft. Und zwar Interaktionspartner, für die sie nicht erst grau oder sogar weiß, zumindest aber Oberflächen-näher gespielt werden müssen.

Und trotz der deutlich sichtbareren Bedrohung werden wir überhaupt nicht in den achso-coolen Bereich „Dark Fantasy“ vorstoßen wollen. Die ganzen Klischees, mit denen sich viele Welten herumschlagen, die mit allzu deutlichen, düsteren Bedrohungen operieren, liegen uns fern. Selbst im größten Krieg feiern Leute, verlieben sich Leute, reden über Fußball, haben Sex und singen Lieder … und manchmal das alles gleichzeitig. ;-) Und wir wollen den allergrößten Krieg ja gar nicht darstellen. Die Situation ist unschön, unschöner als zuvor, aber … seien wir mal ehrlich: So der typische Fantasy-Dorfbewohner, der ist ne Menge gewohnt. Der macht sich wegen bösen Erzmagiern auch frühestens ins Hemd, wenn sie im Schlafzimmer stehen. Also nein … Dunkelbrunn wird dunkel, die Welt wird dunkler … aber da gibt es null aufgepfropfte „Alle müssen nur über die Probleme reden und bös’ gucken“-Ambitionen, wie das bei Dark Fantasy Projekten oft der Fall ist. :-)
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